Königreich Kroatien und Slawonien

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Wappen des „Dreieinigen Königreichs“ (ab 1868 bis 1918)

Das Königreich Kroatien und Slawonien (kroatisch Kraljevina Hrvatska i Slavonija; ungarisch Horvát-Szlavón Királyság) war ab 1745 als Nebenland Ungarns (Länder der Stefanskrone) ein autonomes Königreich innerhalb der Habsburgermonarchie, von 1804 an im Kaisertum Österreich. Es gehörte zur Zeit Österreich-Ungarns, 1867–1918, zum ungarischen Teil der Doppelmonarchie und umfasste Teile Kroatiens und der Vojvodina (im heutigen Serbien).

Geschichte[Bearbeiten]

Das Königreich Kroatien-Slawonien innerhalb Österreich-Ungarns im 20. Jahrhundert (Ziffer 17)

Das Dreieinige Königreich Dalmatien, Kroatien und Slawonien wurde im Jahre 1745 von Maria Theresia, der Monarchin der Habsburgermonarchie, durch die Vereinigung der Königreiche Kroatien und Slawonien geschaffen. 1767 bis 1777 bezeichnete man die drei Gebiete als Königreich Illyrien. Das damals venetianische Dalmatien war nur nomineller Teil des Landes und wurde auch nach der österreichischen Inbesitznahme 1797 nicht mit den beiden anderen Territorien vereinigt.[1]

Nach dem Ende der napoleonischen Besetzung wurde Illyrien unter Kaiser Franz I. von Österreich 1818 umstrukturiert, und das nun offiziell Königreich Kroatien und Slawonien genannte Gebiet war von da an bis 1867 Kronland ebenso wie das neben ihm eigenständig bestehende Königreich Dalmatien.

1849 bis 1860 bestand das Kronland Serbische Wojwodina, das anschließend wie die aufgelöste ehemalige Militärgrenze zwischen Ungarn und Kroatien-Slawonien aufgeteilt wurde.

Nach dem österreichisch-ungarischen Ausgleich von 1867, mit dem die Länder der ungarischen Krone innenpolitisch von der Wiener Regierung unabhängig wurden, gestand man im gleichen Jahr mit dem ungarisch-kroatischen Ausgleich Kroatien-Slawonien innerhalb der ungarischen Krone größere Autonomie zu. Entgegen dem Wunsch der kroatischen Bevölkerungsmehrheit blieb jedoch eine formelle Vereinigung mit dem Königreich Dalmatien, das Teil der österreichischen Reichshälfte (Cisleithanien) blieb, weiterhin aus. Erlaubt wurde den beiden Kronländern lediglich eine gemeinsame Flagge und Symbole.

1872 und 1881 wurde die kroatisch-slawonische Militärgrenze aufgelöst, bei der weite Teile des Landes direkt vom Hofkriegsrat bzw. seinem Nachfolger, Kriegsministerium in Wien verwaltet worden waren.[1]

Das Königreich bestand bis 1918, als es in das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen eingegliedert wurde. Nach der Ausrufung des Königreiches Jugoslawien im Jahre 1929 wurde ein Großteil des Gebiets Kroatien-Slawonien Bestandteil der Banschaft Save.

Regionale Aufteilung[Bearbeiten]

Das Königreich Kroatien-Slawonien und seine Komitate innerhalb der ungarischen Reichshälfte

Das Königreich Kroatien und Slawonien wurde in acht Verwaltungsregionen (Komitate) gegliedert.

Demografie[Bearbeiten]

Gemäß der Volkszählung von 1910 lebten im Königreich 2.621.954 Menschen. Die Bevölkerung gab als Muttersprache die folgenden Sprachen an:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Wolfgang Kessler: Politik, Kultur und Gesellschaft in Kroatien und Slawonien in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Historiographie und Grundlagen. Verlag Oldenbourg, München 1981, ISBN 3-486-49951-3, S. 9.