Künstlerhäuser Worpswede

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Die Künstlerhäuser Worpswede, gegründet 1971 unter der Leitung des Grafikers Martin Kausche, waren bis Ende 2009 eine der größten Stipendiatenstätten in der Bundesrepublik Deutschland.

In insgesamt zehn Ateliers lebten und arbeiteten Stipendiaten der Bildenden Kunst und Klangkunst für die Dauer von drei bis sechs Monaten. Im Bereich der Bildenden Kunst wurde die Vorauswahl durch internationale Experten getroffen. Die Vergabe der Stipendien erfolgte einmal jährlich auf Empfehlung einer Fachjury.

Getragen wurden die Künstlerhäuser Worpswede von der Barkenhoff-Stiftung Worpswede und der privaten Initiative Atelierhaus e. V., welche gemeinsam die Ateliers zur Verfügung stellen. Das Land Niedersachsen förderte die Einrichtung durch die Vergabe von Stipendien von monatlich 1.400 €.

Geschichte[Bearbeiten]

Seit 1971 waren über 400 Künstlerinnen und Künstler aus mehr als 35 Ländern zu Gast in der Künstlerkolonie Worpswede. Unter den ehemaligen Stipendiaten finden sich viele renommierte internationale Künstlerinnen und Künstler wie Cony Theis, Emmett Williams, Lili Fischer, Yuri Leiderman, Dan Perjovschi, Katharina Sieverding oder Egill Saebjoernsson sowie die Komponisten John Oswald, Peter Machajdík oder Stefano Giannotti.

Ab Oktober 2006 erfuhren die Künstlerhäuser unter der Künstlerischen Leitung von Bernd Milla eine Neupositionierung mit Schwerpunkt auf nachhaltiger Künstlerförderung sowie künstlerischem und kulturellem Austausch. Neben der regelmäßigen Vorstellung der in den Ateliers entstandenen Arbeiten inner- und außerhalb Worpswedes fanden in der Remise des Barkenhoff auf diskursiver Ebene Künstlergespräche, Workshops und Symposien zur Künstlerförderung statt.

Die Zusammenarbeit mit Universitäten und Kunsthochschulen wurde dabei in die Konzeption einbezogen: So wurde in Kooperation mit der Zürcher Hochschule der Künste eine Editionsreihe mit Stipendiaten der Künstlerhäuser entwickelt, welche im Juni 2008 in einem mobilen Ausstellungsraum mit Stationen in Worpswede, Bremen, Kassel und Zürich gezeigt wurden.

Durch kurzfristige Gastaufenthalte konnten die Netzwerke zu Kuratoren, Galeristen und Kunstkritikern ausgebaut werden. Auch die Rückbindung ehemaliger Stipendiaten wurde von den Künstlerhäusern gepflegt. Beispielhaft sind hier die Ausstellungen worpswunder 2007 im Kunstverein Springhornhof Neuenkirchen und worpswelten im Göttinger Kunstverein 2008.

Überraschend kündigte das Land Niedersachsen an, die Stipendiatenförderung in Worpswede 2010 einzustellen und nach Lüneburg zu verlagern.

Weblinks[Bearbeiten]

53.2209583333338.9310388888889Koordinaten: 53° 13′ 15″ N, 8° 55′ 52″ O