Kōrli Stalte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Kōrli Stalte (lettisch: Kārlis Stalte; * 10. August 1870 in Mazirbe bei Dundaga; † 12. Januar 1947 in Deutschland) war ein Lehrer, Küster, Organist, Dichter und Essayist aus Kurland. Er war ein sozialer und kultureller Aktivist.

Leben[Bearbeiten]

Stalte besuchte das Gymnasium in Riga. Er arbeitete dann als Angestellter in Riga und Liepāja, als Lehrer in Dundaga und Mazirbe, als Sprachlehrer in Lielirbe und als Kantor und Organist in Mazirbe. 1922 gründete er die livländischen Volkschor. In den Jahren 1933 bis 1939 war er Herausgeber und Chefredakteur des monatlichen Magazins „Līvli“.

Als 1939 wegen der Bestimmungen des Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrags die Umsiedelung der Deutsch-Balten angeordnet wurde, zog Stalte mit seiner Frau, die deutsch-baltischen Ursprungs war, nach Deutschland.

Literarische Tätigkeit[Bearbeiten]

Stalte begann 1919 seine literarische Tätigkeit. Mit Unterstützung wissenschaftlicher und kirchlicher Organisationen in Finnland und Estland wurden Gedichte von livischen Dichtern, darunter von Stalte, veröffentlicht. Im Jahr 1924 wurde in Tallinn seine erste Gedichtsammlung veröffentlicht: «Livõd lōlõd» hat 24 Seiten und enthält 28 Gedichte. Stalte ist außerdem der erste Autor eines Lehrbuchs der Livischen Sprache.

Zusammen mit Lauri Kettunen arbeitete Stalte am größten Livländischen Sprach-Wörterbuch mit.[1] Zu seinen Werken gehört auch eine Übersetzung des Neuen Testaments.

Stalte verfasste den livischen Text der livischen NationalhymneMin izāmō“ („Mein Vaterland“) auf die Melodie von Fredrik Pacius, die auch der finnischen und estnischen Nationalhymne zugrunde liegt.

Staltes Tochter Margareta Stalte vertonte mehrere Gedichte ihres Vaters.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. * Lauri Kettunen: Livisches Wörterbuch mit grammatischer Einleitung. Lexica Societatis Fenno-Ugricae. Bd. 5. Helsinki 1938