Kaffa (Provinz)

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Karte der Provinzen Äthiopiens, mit Kaffa im Südwesten

Kaffa (ከፋ) war bis 1998 eine Provinz im Südwesten von Äthiopien mit einer Fläche von 54.600 km² und zweieinhalb Millionen Einwohnern. Hauptstadt der Provinz war Jimma.

Geographie[Bearbeiten]

Das Gebiet ist hauptsächlich Bergland bis über 3500 m Höhe. Es wird im Osten durch den Omo begrenzt. Das Klima ist mild, es herrscht eine üppige tropische Vegetation vor.

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Königreich Kaffa

Kaffa wurde um 1400 als unabhängiges Königreich gegründet und 1897 von Menelik II. erobert. Die erste bekannte Stadt, Shadda, wurde um 1500 gegründet. 1998 wurde die Provinz in die neue Region der südlichen Nationen, Nationalitäten und Völker eingegliedert.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Kaffa ist die ursprüngliche Heimat des Kaffees, der hier in den Bergregenwäldern in unzähligen Varietäten wild wächst. Sämtliche Pflanzen der Gattung caffea arabica auf der ganzen Welt sind Abkömmlinge hiesiger Sträucher.

Kaffee war lange Zeit die Haupteinnahmequelle der Bevölkerung, doch durch die stark zurückgegangenen Weltmarktpreise für Kaffee müssen die Bewohner immer mehr auf andere Produkte ausweichen. Durch das Anlegen neuer landwirtschaftlicher Flächen auf Kosten der Regenwälder wird die Struktur der Region stark geschädigt.

Die Regenwälder, die das Gebiet Kaffa früher beherrschten, sind durch Brandrodung für neue Siedlungsflächen und als die einzige Energiequelle der Region mittlerweile auf nur 3 % der ursprünglichen Fläche zurückgegangen; allein in den letzten 30 Jahren gingen 60 % des Baumbestandes verloren.

Seit einigen Jahren existiert ein großes Regenwaldschutzprojekt, das auf die Nutzung der letzten wilden Kaffeebestände, die im Regenwald wachsen, setzt. Zur Zeit kümmern sich rund 30 Kooperativen um die Ernte und Vermarktung dieser Kaffeespezialität und haben über 40.000 Menschen zu Einkommen verholfen.

Seit 2010 ist eine Region in Kaffa ein anerkanntes Biosphärenreservat der UNESCO im Rahmen des MAB-Programms.[1]

Nachweise[Bearbeiten]

  1. Liste der UNESCO-Biosphärenreservate

Weblinks[Bearbeiten]