Karl Immanuel Immer

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Karl Immanuel Immer (* 1. Mai 1888 in Manslagt, Ostfriesland; † 6. Juni 1944 in Bad Meinberg) war ein deutscher reformierter Theologe. Immer gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Bekennenden Kirche. Sein Sohn, der ebenfalls Karl Immer hieß, war 1971 bis 1981 Präses der Evangelische Kirche im Rheinland.

Leben[Bearbeiten]

Karl Immer, Sohn des Manslagter Pastors Carl Eduard Immer[1], studierte Evangelische Theologie in Basel, Halle, Tübingen und Marburg. Nach dem Vikariat in Rekum war er zwischen 1914 und 1925 Pastor im ostfriesischen Rysum. 1925 wurde er zum Direktor des Neukirchener Erziehungsverein berufen, ging aber 1927 als Pfarrer nach Barmen-Gemarke, wo er die erste Bekenntnissynode zu Barmen initiierte. Diese fand in der Gemarker Kirche statt, wo die Barmer Theologische Erklärung verabschiedet wurde. Er fungierte auch als Herausgeber der weiteren Synodenberichte.

Gegen die Unterdrückung kirchlicher Nachrichten durch die Nationalsozialisten verfasste er eigenständig die auf dem Dachboden seines Pastorats am Klingelholl vervielfältigten und in ganz Deutschland verbreiteten Coetusbriefe, um Christen aus ihrem Glaubensbekenntnis heraus zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu ermutigen. Auch das Wochenblatt Unter dem Wort, das 1936 von den Nationalsozialisten verboten wurde, war von ihm initiiert. 1937 wurde er wegen seines Einsatzes für die illegale Pastorenausbildung der BK verhaftet, in eine Berliner Haftanstalt transportiert und verstarb infolge eines in Haft erlittenen Schlaganfalls.

Der spätere Bundespräsident Johannes Rau, der bei Karl Immer den Konfirmandenunterricht besuchte, nannte Karl Immer seinen zweiten Vater. Im Buch "Tut um Gottes Willen etwas Tapferes", Neukirchener Verlag 1989, hat Johannes Rau das Geleitwort geschrieben.

Posthumes[Bearbeiten]

Nach ihm ist seit 1984 ein Haus in Mönchengladbach-Bettrath benannt, das Karl-Immer-Veranstaltungshaus. [2] [3] Nach Karl Immer ist auch die Fortbildungsstätte des Neukirchener Erziehungsvereins benannt. Die Fortbildungsstätte war bis zum Jahr 1984 das Mutterhaus der Neukirchener Diakonissen.

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Manslagter Grabmal des Vaters Pastor Carl Eduard Immer; eingesehen am 25. Oktober 2013
  2. www.diakonie-mg.de
  3. Die Friedenskirchengemeinde (Foto des Hauses unten rechts)