Karl Mayreder

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Karl Mayreder um 1895
Mayreders Plan zur Ausgestaltung des Karlsplatzes, unter anderem mit Unterpflasterstraßenbahn (1900)
Portal des Kreuzherrenhofes
Die Rückseite der 500-Schilling- Banknote von 1997 zeigt Porträts von Rosa und Karl Mayreder (oben) und ein Gruppenbild der Teilnehmerinnen des Bundestags Österreichischer Frauenvereine in Wien 1911

Karl Mayreder (* 13. Juni 1856 in Mauer, heute Wien; † 9. September 1935 in Wien) war ein österreichischer Architekt.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Karl Mayreder wurde als ältester von drei Söhnen des Hoteliers Leopold Mayreder, der den als Gastwirtschaft und Hotel damals sehr bekannten „Matschakerhof“ in der Inneren Stadt (1. Bezirk), Spiegelgasse 5 / Seilergasse 6, erfolgreich führte, und seiner Frau Henriette geboren. Alle drei Söhne wandten sich Architektur und Bauwesen zu; wie Karl auch Julius (1860–1911) und Rudolf Mayreder (1864–1937), der das bis heute bestehende Bauunternehmen Mayreder-Kraus & Co. gründete.

Karl studierte von 1872 bis 1877 an der Technischen Hochschule Wien, wo er Schüler von Heinrich von Ferstel und später Assistent von Karl König war. Noch während des Studiums lernte er die wissenschaftlich und an einer Besserung der Stellung der Frauen interessierte Rosa Obermayer bei einem regelmäßigen Stammtisch kennen, der für sie der einzige Weg war, um ihre Persönlichkeit gemäß ihren Idealen zu entwickeln. 1881 heirateten die beiden. Von 1880 bis 1884 war er im Atelier von Ferstel beschäftigt.

Vom 24. Jänner 1885 an war er Mitglied des Wiener Künstlerhauses, ab 1888 auch des Österreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereins. 1893 gewann er mit seinen beiden Brüdern den Wettbewerb zur Regulierung des Stubenviertels, eines Teils des 1. Bezirks, in Wien und erhielt, ebenfalls mit seinen Brüdern, einen 2. Preis für ein Projekt zum Stadtregulierungsplan von Wien.

Von 1894 bis 1902 war Karl Mayreder Leiter des Stadtregulierungsbüros des Wiener Stadtbauamtes. Etliche damalige Projekte der Stadtplanung, insbesondere Straßendurchbrüche, gingen auf ihn zurück. Diese Funktion führte auch dazu, dass er zum Juror für Wettbewerbe zu Stadtregulierungsprojekten in mehreren europäischen Städten berufen wurde.

1898 wurde er zum außerordentlichen Professor für die Propädeutik der Baukunst ernannt, 1900 wurde er zum ordentlichen Professor für die Baukunst der Antike berufen. Außerdem war er treibende Kraft zur Einführung eines Lehrstuhles für Städtebau an der Technischen Hochschule. Von 1923 an bekleidete er an der Hochschule das Amt des Rektors, musste jedoch schon 1925 krankheitsbedingt den Ruhestand antreten. 1929 wurde er zum Ehrendoktor der Technischen Hochschule Graz ernannt.

Neben seinen öffentlichen Funktionen arbeitete Mayreder auch als Privatarchitekt und errichtete mehrere Palais und andere Gebäude, wobei allerdings bei mehreren davon seine Urheberschaft nicht gesichert ist.

Hofrat o. Univ.-Prof. i. R. Dr. Karl Mayreder wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof an der Seite seiner Eltern Leopold und Henriette Mayreder, seines Bruders Julius Mayreder und seiner Schwestern im Familiengrab, Gruppe 43 E, Reihe 1, Nr. 33, bestattet. 1938 wurde auch seine Witwe, Rosa Mayreder, dort begraben.

Die 500-Schilling-Banknote von 1997, eine der letzten beiden Banknoten der Schillingwährung, zeigt auf der Vorderseite ein Porträt von Rosa Mayreder und auf der Rückseite Rosa und Karl Mayreder (siehe Abb. oben) und ein Gruppenbild der Teilnehmerinnen des Bundestags Österreichischer Frauenvereine in Wien 1911.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Weitere Werke siehe Julius Mayreder

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. aus "Der Architekt", 1901

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Karl Mayreder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien