Katakombe

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Berliner Kabarett, siehe Die Katakombe, zum Buch Die Katakombe, siehe Der Bunker (1981)

Katakomben sind unterirdische Gewölbekomplexe, die der Bestattung von Toten dienen. Sie können eine Ausdehnung von mehreren Kilometern erreichen. Die Bezeichnung leitet sich vom römischen Flurnamen ad catacumbas für einen Tuff-Steinbruch an der Via Appia an der Stelle der Kirche San Sebastiano fuori le mura ab, der vom griechischen κατά kata ‚herab‘ und τύμβος tymbos ‚Grab‘ herrührt (cata tumbas wurde zu catacumbae).[1]

Calixtus-Katakombe in Rom mit in den Fels gehauenen Grabkammern
Katakomben von Neapel (Darstellung aus dem 18. Jh.)

Inhaltsverzeichnis

Nutzungen [Bearbeiten]

Katakomben umfassen in manchen Fällen in den Felsen eingehauene Grabkammern. In der Regel wurden die Toten jedoch nicht direkt dort beigesetzt wie in einer Gruft, sondern die Gebeine aus den Friedhöfen exhumiert und in die Katakomben überführt, welche somit die Funktion eines Beinhauses übernehmen. Besonders bekannt sind die angeblich von den ersten Christen in Rom für heimliche Gottesdienstfeiern benutzten unterirdischen Grabanlagen.

Entgegen dieser durch einschlägige Romane und Filme herrührenden landläufigen Meinung wurde durch Forschungen inzwischen festgestellt, dass die Katakomben fast nie für christliche Versammlungen oder gar als Verstecke genutzt wurden. Ihr Entstehen ist ganz einfach darin begründet, dass im römischen Reich innerhalb der Stadtmauern keine Erdbestattungen stattfinden durften und Feuerbestattungen der damaligen christlichen Glaubensauffassung widersprachen. Daher wurden im Lauf der Zeit von befreundeten römischen Familien Christen zur Verfügung gestellte Grabstätten unterirdisch erweitert und ausgebaut, wobei die Anlage in weichem Vulkantuff-Gestein dem Ausbau entgegenkam. Heute sind beispielsweise in der Calixtus-Katakombe an der Via Appia antica in Rom ungefähr 20 km Gänge und Räume bekannt.

Orte [Bearbeiten]

In Rom können die Calixtus-Katakombe, San Sebastiano, S. Domitilla, S. Agnese und S. Priscilla besichtigt werden. Größere Katakomben befinden sich unter der griechischen Insel Milos, Neapel und unter dem Wiener Stephansdom. Im niederländischen Valkenburg wurden Katakomben nachgebaut (Römische Katakombe Valkenburg).

siehe auch [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Katakomben – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. G. Babiniotis: Großwörterbuch der Neugriechischen Sprache. Lexikologisches Zentrum, 2. Auflage. Athen 2006, ISBN 960-86190-1-7.