Kazimierz Łyszczyński

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Weißrussische Briefmarke anlässlich des 375. Geburtsjahres von Kazimierz Łyszczyński

Kazimierz Łyszczyński (* 4. März 1634 in Łyszczyce; † 30. März 1689 in Warschau) war ein polnischer Philosoph und Atheist.[1].

Leben[Bearbeiten]

Kazimierz Łyszczyński wurde im heute zu Weißrussland gehörenden Umland von Brest geboren und gehörte dem polnischen Adel an. Als junger Mann gehörte er acht Jahre lang bis 1666 dem Orden der Jesuiten an. Anschließend arbeitete er als Richter. Da er seine Tochter mit einem Verwandten verheiraten wollte, wurde er 1685 jedoch exkommuniziert.[1] Einer seiner Nachbarn händigte etwa ein Jahr später ein Exemplar von Łyszczyńskis atheistischem Werk De non existentia Dei (deutsch Über die Nichtexistenz Gottes) an ein Gericht aus, um ihn zu denunzieren und anklagen zu lassen. Er hatte sich von Łyszczyński eine hohe Summe Geld geliehen und wollte somit verhindern, diese wieder zurückzahlen zu müssen. Zunächst wurde er von einem Kirchengericht verurteilt. Der polnische König Jan Sobieski ließ das Verfahren jedoch aufgrund der im Königreich Polen geltenden Religionsfreiheit an eine Kommission des polnischen Reichstages übergeben. Ein Teil des Adels sprach sich für die Entlassung aus, auch zeigte sich Łyszczyński kooperativ, dennoch wurde er schließlich, womöglich vorwiegend aus politischen Gründen, zum Tode verurteilt und am 30. März 1689 auf dem Altstadtmarkt in Warschau hingerichtet, sein Leichnam geköpft und anschließend verbrannt.[1]

Philosophie[Bearbeiten]

In seinem 1674 begonnenen Werk stellte sich Kazimierz Łyszczyński als atheistischer Philosoph gegen die Religion und behauptete, dass Gott vom Menschen selbst erschaffen worden sei (homo est creator Dei). Des Weiteren erklärte er, dass der einzige Sinn des Glaubens darin bestünde, dass die Armen unterdrückt werden könnten.[1]

Nachwirkung[Bearbeiten]

Kazimierz Łyszczyńskis Todestag, der 30. März, wird in Polen als Tag des polnischen Atheismus begangen.[2][3]

Werk (Auswahl)[Bearbeiten]

  • De non existentia Dei

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Osteuropaforscher Jochen Enders über Kazimierz Łyszczyński (PDF)
  2. Artikel von Kaja Bryx über den zu Ehren von Kazimierz Łyszczyński abgehaltenen Gedenktag
  3. Bericht von Wojciech Rudny über den Tag des polnischen Atheismus

Weblinks[Bearbeiten]