Elternschaft

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Elternschaft bezeichnet familiensoziologisch die soziale Rolle eines Elternteils für sein Kind. Die Mutterschaft oder Vaterschaft für ein oder mehrere Kinder unterteilt sich in drei Bereiche:

Im weiteren Sinne bezeichnet die Elternschaft die Gesamtheit derjenigen Elternteile, deren Kinder gemeinsam beispielsweise einen Kindergarten oder eine Schule besuchen, oder die in einem Elternverein organisiert sind: Sie verbindet ihre jeweils gemeinsame Interessenlage an ihren Kindern. Die Elternschaft wirkt über Elternvertretungen an pädagogischen Einrichtungen mit, für sie gibt es auch Elternsprechtage.

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Grundlegende soziologische/psychologische Belege fehlen für die Einteilung „biologische – rechtliche – soziale Elternrolle“ und sich ergebende Wechselbeziehungen… --Chiananda (Diskussion) 20:28, 27. Feb. 2014 (CET)

Biologische Elternschaft[Bearbeiten]

Biologische Elternschaft bezeichnet die Elternrolle von Mutter und Vater, die diese durch gemeinsame Zeugung eines Kindes einnehmen; ihr Kind ist mit ihnen blutsverwandt.

Bei einer natürlichen Zeugung und Geburt gibt es genau eine biologische Mutter und einen biologischen Vater, beide sind „Erzeuger“, fachsprachlich Genitoren. Bei Kindern, die mit Hilfe der modernen Reproduktionsmedizin gezeugt oder ausgetragen oder geboren wurden, ist die biologische Elternschaft nicht notwendigerweise eindeutig zu bestimmen (siehe weibliche Eizellspende, männliche Samenspende). So kann eine Frau eine fremde Eizelle austragen und das Kind zur Welt bringen (siehe Leihmutter); in diesem Fall besteht keine biologische Verwandtschaft mit dem Kind, allerdings eine rechtliche (siehe unten).

Der genetische Verwandtschaftskoeffizient von Elternteilen und ihren leiblichen Kindern beträgt 0,5: geschätzte 50 Prozent ihrer Erbinformationen stimmen überein (ebenso zwischen vollbürtigen Geschwistern, siehe dazu auch die Erbkrankheitsrisiken). Die genetische Übereinstimmung zwischen Elternteilen und Kindern erhöht sich, wenn beide Eltern selber bereits miteinander blutsverwandt sind, weil dadurch mehr übereinstimmende Erbinformationen vererbt werden (siehe auch Cousinenheirat, Verwandtenheirat).

Siehe auch: Kuckuckskind, Scheinvater (Kuckucksvater), Herkunftseltern (eines Adoptivkinds), Elternaufwand (Soziobiologie)

Rechtliche Elternschaft[Bearbeiten]

Die biologische Verwandtschaft und die Verwandtschaft im rechtlichen Sinne sind auseinanderzuhalten. Rechtliche Verwandtschaft, zu der auch die Mutterschaft und die Vaterschaft zählen, wird ausschließlich von der Gesetzgebung bestimmt, bezüglich der Elternschaften vor allem im Kindschaftsrecht. Einen Sonderfall stellt die Adoption einer Person als Annahme „an Kindes statt“ dar, bei der die rechtliche Mutterschaft auf die Adoptivmutter und/oder die Vaterschaft auf den Adoptivvater übergeht (und seitens der Herkunftseltern erlischt).

Mit der rechtlichen Elternschaft sind bestimmte Elternrechte und -pflichten verbunden, beispielsweise das Sorgerecht. Die rechtliche Mutterschaft oder Vaterschaft begründet zugleich die Unterhaltspflicht und darüber hinaus auch die sittliche Pflicht, für den Unterhalt des Kindes aufzukommen, bis zum Abschluss einer seiner Neigung entsprechenden Ausbildung.

Im Regelfall sind der Ehemann oder die eingetragene Lebenspartnerin der Mutter die Eltern des Kindes im rechtlichen Sinne. Davon abweichend kann ein Mann durch die Vaterschaftsanerkennung zum rechtlichen oder juristischen Vater eines Kindes werden, auch wenn es nicht sein biologisches Kind ist. Abhängig von den gesetzlichen Bestimmungen des jeweiligen Landes, kann die rechtliche Elternschaft unter Umständen auch von zwei Müttern, von zwei Vätern, oder von mehr als zwei Elternteilen wahrgenommen werden.[1]

Rechtliche Elternteile und ihre rechtlichen Kinder gelten in Deutschland, Österreich, Schweiz und vielen weiteren Ländern als miteinander in gerader Linie und im ersten Grad verwandt (vermittelt durch 1 Geburt).

Deutschland[Bearbeiten]

Im Bürgerlichen Gesetzbuch legt der § 1591 Mutterschaft fest: „Mutter eines Kindes ist die Frau, die es geboren hat“;[2] dies gilt auch für das Austragen einer fremden Eizelle (siehe Eizellspende, Leihmutter). Als Vater eines Kindes gilt nach § 1592 Vaterschaft grundsätzlich der mit der Mutter verheiratete Mann, oder der Mann, der seine Vaterschaft anerkannt hat, solange dies nicht erfolgreich angefochten wurde (siehe Vaterschaft im deutschen Recht und Unehelichkeit).[3]

Die Pflicht zum Kindesunterhalt besteht für einen nur biologischen Vater nicht; seine Möglichkeit, auch rechtlicher Vater werden zu können, wurde 2001 durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts ermöglicht.

Siehe auch: Abstammung: Zugehörigkeit zu einer Familie, Elterliche Sorge (Deutschland), Erziehungsauftrag, Erziehungsberechtigter (Deutschland), Sorgeerklärung, Vaterschaftsfeststellung in Deutschland, Kindschaftsrecht (Deutschland), Adoption (Deutschland)

Österreich[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kindschaftsrecht (Österreich), Adoption (Österreich), Unterhalt in Österreich

Schweiz[Bearbeiten]

Hauptartikel: Elterliche Sorge (Schweiz), Vaterschaftsanerkennung (Schweiz), Verwandtenunterstützung (Elternunterhalt)

Soziale Elternschaft[Bearbeiten]

Soziale Elternschaft bezeichnet die Elternrolle von Müttern und Vätern, die diese durch Zuwendung für das Kind und durch die Übernahme von langfristiger Verantwortung für das Kind einnehmen.

Die Unterscheidung in soziale Elternschaft ist erforderlich, weil diejenigen Menschen, die für ein Kind als liebevolle und auch langfristig zuverlässige Bezugspersonen im privaten Umfeld fungieren und oft auch „Mama“ oder „Papa“ genannt werden, nicht immer Elternteile im biologischen oder rechtlichen Sinn sind.

Häufig übernehmen Personen die soziale Elternschaft, wenn sie eine Partnerschaft mit einem biologischen oder rechtlichen Elternteil eingehen, etwa nach einer Trennung, nach einem Todesfall oder mit einer von Anfang an alleinerziehenden Mutter (siehe Stiefeltern).

In den meisten Staaten wird es den sozialen Eltern in gewissen Fällen verboten, die rechtliche Elternschaft für ihre sozialen Kinder zu übernehmen, insbesondere in homosexuellen oder in polyamourösen Beziehungen der Eltern.

Siehe auch: Avunkulat (Mutterbruder als sozialer Vater), Pflegeeltern, Pflegekind, Patenonkel, Patentante, Milchverwandtschaft, Aufgaben in der Familie

Religiöse Bedeutung der Elternschaft[Bearbeiten]

Im Christentum wird die Elternschaft mit der daraus resultierenden christlichen Familie als Hauskirche verstanden. Die katholische Kirche sieht in einem Vorbehalt gegen die Elternschaft einen Willensmangel im Ehekonsens, der zur Ungültigkeit der Ehe führt.

Im Islam spielt das Prinzip der Pietät (Respekt, Ehrfurcht) gegenüber den eigenen Eltern (al-birr bi-l-wālidain) eine wichtige Rolle. Im Koran wird in Sure 31 Luqmān in Vers 14 dem Menschen empfohlen, seinen Eltern dankbar zu sein.[4]

Im Konfuzianismus ist die „kindliche Pietät“ ein Grundbegriff und nimmt einen zentralen Platz in der Ethik des Konfuzius ein.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eltern (parents) – Bilder und Mediendateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Frankfurter Rundschau: Zwei Mütter und ein Baby. 6. Januar 2007, S. 14.
  2. Deutsches Bürgerliches Gesetzbuch (BGB): § 1591 Mutterschaft: „Mutter eines Kindes ist die Frau, die es geboren hat.“
  3. Deutsches Bürgerliches Gesetzbuch (BGB): § 1592 Vaterschaft: „Vater eines Kindes ist der Mann, 1. der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter des Kindes verheiratet ist, 2. der die Vaterschaft anerkannt hat oder 3. dessen Vaterschaft […] gerichtlich festgestellt ist.“ Sowie folgende Paragraphen.
  4. Rudi Paret: Koran Sure 31: Luqmán. In: koransuren.de: Deutsche Koran-Übersetzung. Abgerufen am 21. September 2014: „Und wir haben dem Menschen im Hinblick auf seine Eltern anbefohlen – seine Mutter hat ihn (doch vor seiner Geburt) überaus mühsam (unter dem Herzen) getragen, und bis zu seiner Entwöhnung waren es (weitere) zwei Jahre –: »Sei mir und deinen Eltern dankbar! Bei mir wird es (schließlich alles) enden.«“
    Siehe auch: Kurt Rudolph: Der Koran – Kapitel 31 – Einunddreißigste Sure: Loqman. In: Projekt Gutenberg-DE. Abgerufen am 21. September 2014 (Quelle: Reclam Verlag 1970).