Kernkraftwerk Santa María de Garoña

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

f1

Kernkraftwerk Santa María de Garoña

BW

Lage
Kernkraftwerk Santa María de Garoña (Spanien)
Kernkraftwerk Santa María de Garoña
Koordinaten 42° 46′ 30″ N, 3° 12′ 30″ W42.775-3.2083333333333Koordinaten: 42° 46′ 30″ N, 3° 12′ 30″ W
Land: Spanien
Daten
Eigentümer: Nuclenor, S.A.
Betreiber: Nuclenor, S.A.
Projektbeginn: 1965
Kommerzieller Betrieb: 11. Mai 1971
Stilllegung: 16. Dezember 2012

Aktive Reaktoren (Brutto):

1  (466 MW)
Eingespeiste Energie im Jahr 2007: 3.322 GWh
Eingespeiste Energie seit Inbetriebnahme: 108.775 GWh
Stand: 15. März 2008
Die Datenquelle der jeweiligen Einträge findet sich in der Dokumentation.

Das stillgelegte Kernkraftwerk Santa María de Garoña ist ein spanisches Kernkraftwerk. Es liegt in Nordspanien in der Provinz Burgos in unmittelbarer Nähe zu Álava und besteht aus einem Siedewasserreaktor.

Der Reaktor ist ein Reaktor von General Electric mit 466 MW installierter Leistung. Der Reaktor wurde am 5. November 1970 zum ersten Mal kritisch. Das Kraftwerk wurde erstmals im Mai 1971 mit dem Stromnetz synchronisiert.

Beim Reaktor handelt sich es um den baugleichen Reaktortyp wie bei den aufgrund eines Erdbebens havarierten Reaktoren des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi.[1] Für europäische Anlagen ungewöhnlich ist ein fast vollständig passives Wärmeabfuhr-System, ein sog. Notkondensator. Sollten alle elektrischen Pumpen zur Abfuhr der Nachzerfallswärme nach der Abschaltung ausfallen, kann das Personal im Reaktorgebäude zwei Ventile von Hand öffnen. Damit strömt Reaktorwasser durch einen Wärmetauscher, welcher in einem großen, wassergefüllten Behälter liegt. Dieses Wasser übernimmt die Wärme des Reaktorwassers und verdampft in die Umgebung, während das Reaktorwasser gekühlt in den Reaktor zurückströmt.

Die sozialistische Regierung entschied am 2. Juli 2009, die Betriebserlaubnis des Kernkraftwerks nur um zwei Jahre bis 2013 zu verlängern. Der Regierung war am 6. Juni 2009 durch die Aufsichtsbehörde Consejo de Seguridad Nuclear (CSN) empfohlen worden, die Betriebsgenehmigung bis 2019 zu verlängern. Die Regierung entschied, dieser Empfehlung nicht zu folgen. Stattdessen sollte das Kernkraftwerk am 5. Juli 2013 vom Netz gehen.

Nach dem Regierungswechsel kündigte die konservative Regierung im Februar 2012 eine Verlängerung der Laufzeit um fünf Jahre an.[2] Allerdings ließ der Betreiber die Frist für die Beantragung der Laufzeitverlängerung ungenutzt verstreichen, so dass es beim Juli 2013 als Termin für die Stilllegung blieb.[3]

Am 16. Dezember 2012 wurde das Kernkraftwerk vorzeitig endgültig abgeschaltet. Nach Angaben des Betreibers war der Weiterbetrieb wegen einer geplanten neuen Energiesteuer ab Januar 2013 nicht mehr wirtschaftlich.[4][5]

Am 16. Mai 2013 bat Nuclenor die spanische Regierung um eine erneute Frist, um für die Lizenz für den Weiterbetrieb anzusuchen, am 19. Juni 2013 stellte der spanische Energieminister José Manuel Soria vor dem Kongress aber klar, dass dies nicht möglich sei und das Kraftwerk mit Wirkung zum 6. Juli 2013 endgültig stillgelegt werde.[6]

Maßnahmen zur Unfall-Milderung[Bearbeiten]

Für den Fall eines nicht behebbaren Ausfalls von Netz- und Notstrom- sowie zusätzlicher Redundanzen, dem oben erwähnten Notkondensator und einer eigendampfgetriebenen Pumpe – nach einer Abschaltung besitzt das Werk, bei der nun drohenden Kernschmelze, nach US-Vorbild einen sogenannten „Wetwell-Vent“. Es läuft dabei folgender Vorgang ab: Nach dem relativ langsamen Kühlwasser-Abblasen durch automatisches Runter-Cyclen mit den Druckentlastungs-Ventilen wird der dadurch entstandene Dampfdruck-Anstieg in der räumlich ziemlich kleinen Kondensationskammer („Torus“) ein erstes Mal und noch ziemlich unkontaminiert in die Umgebung abgelassen („geventet“). Danach werden die Druckentlastungs-Ventile vom Kontrollraum aus manuell geöffnet, es kommt zur raschen Kernabdeckung. Dieses schnelle Vorgehen hat den Vorteil, dass relativ gesehen – durch raschen Wasser-Entzug – weniger Wasserstoff entsteht. Man erhofft sich dadurch, eine Wasserstoffverbrennung im Torus und ein dadurch mögliches Containment-Leck verhindern zu können. Sollte es dennoch dazu kommen, wird davon ausgegangen, dass ein Filtereffekt von radioaktiven Partikeln im Wasser-Teil des Torus entsteht, der zumindest verhindert, dass Strahlendosen in der Umgebung auftreten, die zu schnell tödlichen Gesundheitsschäden führen.[7] Eine recht hohe Zahl von längerfristig an Krebs Sterbenden ist aber gleichwohl zu erwarten. Die Zahl hängt beispielsweise von der Bevölkerungsdichte in der Abwind-Richtung der kontaminierten Wolke und den Schutzmöglichkeiten dort ab.

Plakat einer Protestaktion gegen das Kraftwerk

Daten des Reaktorblocks[Bearbeiten]

Das Kernkraftwerk Santa María de Garoña hat insgesamt einen Block:

Reaktorblock[8] Reaktortyp Netto-
leistung
Brutto-
leistung
Baubeginn Netzsyn-
chronisation
Kommer-
zieller Betrieb
Abschal-
tung
Santa María de Garoña Siedewasserreaktor 446 MW 466 MW 02.05.1966 02.03.1971 11.05.1971 16.12.2012

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Spanische Fukushima-Schwestern. Abgerufen am 14. März 2011.
  2. Laufzeit für ältestes AKW Spaniens verlängert. ORF.at, 18. Februar 2012, abgerufen am 18. Februar 2012.
  3. Garona muss im Juli 2013 vom Netz. Nuklearforum Schweiz, 14. September 2012, abgerufen am 17. Dezember 2012.
  4. Ältester spanischer Atomreaktor abgeschaltet. Deutschlandfunk, 17. Dezember 2012, abgerufen am 17. Dezember 2012.
  5. Spain’s oldest nuclear plant shuts down. Reuters, 16. Dezember 2012, abgerufen am 17. Dezember 2012 (englisch).
  6. Soria confirma el cierre definitivo de Garoña el próximo 6 de julio. arn digital, 20. Juni 2013, abgerufen am 25. Juni 2013.
  7. Nuclear Regulatory Commission: Frequencies of various Containment Failure Events, 2004
  8. Power Reactor Information System der IAEA: „Spain, Kingdom of Power Reactors“ (englisch)