Kikwit

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Kikwit
Kikwit (Demokratische Republik Kongo)
Red pog.svg
Koordinaten 5° 2′ S, 18° 50′ O-5.03075518.831983Koordinaten: 5° 2′ S, 18° 50′ O
Basisdaten
Staat Demokratische Republik Kongo

Provinz

Bandundu
Distrikt Kwilu
Fläche 92 km²
Einwohner 294.210 (2004)
Dichte 3197,9 Ew./km²

Kikwit ist die größte Stadt der Provinz Bandundu im Südwesten der Demokratischen Republik Kongo. Sie liegt am Fluss Kouilou, etwa 540 km südöstlich von Kinshasa.

Geographie[Bearbeiten]

Die Schätzungen von Kikwits Einwohnerzahl gehen weit auseinander. Laut Encarta wurde die Einwohnerzahl 1994 auf 182.142 geschätzt[1], während andere Quellen von etwa 1 Million Einwohnern im Jahre 1995 sprechen.[2][3] Die Wissenschaftsjournalistin Laurie Garrett schrieb 1995 von 250.000 bis 500.000 Einwohnern.[4] Schätzungen für das Jahr 2004 liegen zwischen 233.700[5] und 294.210[6] Einwohnern.

Die Stadt liegt am äußersten schiffbaren Punkt des Kouilou und ist bereits seit dem frühen 20. Jahrhundert ein Wirtschafts- und Verwaltungszentrum. Sie verfügt über einen Flughafen. Seit 2011 ist Kikwit durch die erneuerte Nationalstrasse 1 (N1) wieder zuverlässig mit der Hauptstadt Kinshasa verbunden. Der 560 km lange Abschnitt, der durch die Weltbank und die Europäische Union finanziert wurde, hat die Lebensbedingungen der Einwohner Kikwits und der Umgebung erheblich verbessert.[7]

Geschichte[Bearbeiten]

Im ersten Kongokrieg wurde die Stadt am 30. April 1997 von den Einheiten der Aufständischen auf ihrem Weg nach Kinshasa eingenommen.

Gemäß der Verfassung von 2005, nach der die bisherige Provinz Bandundu in drei Provinzen aufgeteilt wird, sollte Kikwit die Hauptstadt der neuen Provinz Kwilu werden. Diese Verfassungsänderung wurde inzwischen wieder zurückgenommen.

Kultur, Gesundheit und Bildung[Bearbeiten]

Kikwit ist Bischofssitz des 1959 vom apostolischen Vikariat erhobenen römisch-katholischen Bistums Kikwit.[8]

Bei einem Ausbruch des Ebolavirus in Kikwit starben im Jahre 1995 250 von 315 erkrankten Menschen.[9] Die medizinische Versorgung war auch 2009 noch katastrophal. Am Krankenhaus Hôpital Général du Kikwit verfügte beispielsweise der Operationssaal über kein fließendes Wasser. Strom gab es stundenweise. Einzig die Kinderstation ist halbwegs akzeptabel, seit sich die deutsche Hilfsorganisation „Hammer Forum“ dort engagiert.[10]

In Kikwit steht die Universität der Provinz Bandundu. Ihre einzige Bibliothek verfügt über 6161 Bücher (Stand Dez. 2008) für alle Fachbereiche zusammen.

Klimatabelle[Bearbeiten]

Kikwit
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
166
 
30
20
 
 
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221
 
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89
 
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18
 
 
13
 
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39
 
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19
 
 
159
 
31
20
 
 
202
 
30
20
 
 
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170
 
30
20
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Kikwit
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 29,7 30,5 30,7 30,8 31,0 31,2 30,8 31,1 30,8 30,2 29,8 29,9 Ø 30,5
Min. Temperatur (°C) 20,3 20,4 20,4 20,4 19,7 17,6 17,6 18,5 19,6 19,7 20,0 20,3 Ø 19,5
Niederschlag (mm) 166 111 215 221 89 8 13 39 159 202 215 170 Σ 1.608
Sonnenstunden (h/d) 4,6 4,8 4,7 5,4 6,5 8,2 7,7 7,0 5,7 5,6 4,8 4,7 Ø 5,8
Regentage (d) 11 11 13 15 9 1 1 3 10 13 16 14 Σ 117
Luftfeuchtigkeit (%) 89 87 88 88 87 83 84 81 84 88 87 89 Ø 86,3
T
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29,7
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20,4
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31,2
17,6
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17,6
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Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. MSN Encarta: Kikwit, abgerufen am 5. September 2008
  2. British Council LearnEnglish: Outbreak of Ebola virus (11 May 1995), abgerufen am 5. September 2008
  3. Global Anabaptist Mennonite Encyclopedia Online: Kikwit (Democratic Republic of the Congo), abgerufen am 5. September 2008
  4. The Pulitzer Prizes: A Journalist in Kikwit, by Laurie Garrett. 6. Juni 1995. Abgerufen am 5. September 2008
  5. Kongo-Kinshasa.de: Glossar: Kikwit, abgerufen am 5. September 2008
  6. Britannica Online Encyclopedia: Kikwit, abgerufen am 5. September 2008
  7. Es leuchtet der Asphalt in Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 20. November 2011 Seite 11
  8. Catholic Hierarchy: Diocese of Kikwit
  9. WHO fact sheet no. 103: Ebola haemorrhagic fever, abgerufen am 8. September 2008
  10. Hammer Forum e.V.: Demokratische Republik Kongo, abgerufen am 27. Januar 2009