Kloster Heidenheim

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Das Kloster Heidenheim ist ein ehemaliges Kloster der Benediktiner in Heidenheim in Franken in der Diözese Eichstätt.

Kloster Heidenheim
Kloster Heidenheim

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Das Kloster wurde 752 durch den hl. Wunibald in Einvernehmen mit seinem Bruder, dem hl. Willibald, dem ersten Bischof von Eichstätt, als Missionsposten dieser Angelsachsen im Sualafeld gegründet. Wunibald, der seit 739 zur Gefolgschaft des hl. Bonifatius zählte, war auch der erste Abt dieses neuen benediktinischen Eigenklosters, das bald Zustiftungen erhielt. Nachdem er am 18. Dezember 761 in seinem Koster in Gegenwart seines Bruders gestorben und in der Klosterkirche bestattet worden war, übernahm die Leitung des familieneigenen Klosters seine Schwester, die hl. Walburga, die es nach agelsächsischem Vorbild als benediktinisches Doppelkloster (für Männer und Frauen) als Äbtissin weiterführte.[1] Nachdem sich unmittelbar nach dem Tod Wunibalds an seinem Grab Wunder ereigneten, fand am 24. September 777 eine Erhebung seiner Gebeine und deren Neubestattung im neuen Ostchor der im Bau befindlichen neuen Klosterkirche durch Willibald statt. Dieser zweite Kirchenbau wurde in Stein aufgeführt; wie die Vorgängerkirche beschaffen war, ist nicht überliefert. 778 war die dem hl. Salvator geweihte Kirche fertiggestellt.[2]

Nach dem Tod Walburga am 15. Februar 779 oder 790 änderte sich der Klostercharakter, wobei nicht klar ist, ob zuerst das Männerkloster aufgelöst wurde oder gleich das Doppelkloster. Die Säkularisierung wird in der Tradition dem Eichstätter Bischof Gerhoh zugeschrieben. Das Kloster wurde zu einem unbestimmten Zeitpunkt abgelöst von einem stift für Säkularkanoniker (Weltgeistliche), die nicht dem Armutsgelübde unterworfen waren. Wie lange sie ein Gemeinschaftsleben führten, ist unbekannt, da bis zum 12. Jahrhundert keinerlei Nachrichten über das Stift vorliegen. An einem 21. September der Jahre 870 bis 879 wurden die Gebeine Walburgas und Wuniblads nach Eichstätt transferiert, die Gebeine Wunibalds aber nach drei Tagen zurück gebracht.[3] Im 12. Jahrhundert war das Stift reformbedürftig geworden, das geistige Leben der adeligen Stiftskanoniker lag, glaubt man den Quellen, völlig darnieder, und die Prälaturen und Kanonikate waren käuflich geworden (Simonie). Nachdem das in der Diözese Eichstätt liegende Kloster Benediktinerkloster Kastl die Hirsauer Reform angenommen hatte, reformierte Bischof Gebhard II. das Heidenheimer Stift, indem er es zunächst zu einem Aussterbestift der Kanoniker machte. Papst Eugen III. billigte dieses Vorgehen und den Plan Gebhards, in Heidenheim wieder ein Benediktinerkloster zu errichten.[4] Gebhards Tod 1149 vereitelte die Pläne, und sein Nachfolger Bischof Burchard stand auf der Seite der bisherigen Kanoniker, die die Umwandlung ablehnten. Auf Betreiben des Kanonikers Ilsungus, einem Reformanhänger, ordnete Papst Eugen III. die Vertreibung der Kanoniker Heidenheims und die Errichtung eines benediktinischen Klosters an. Die den Kanonikern angedrohte Exkommunikation verfehlte nicht ihre Wirkung: nach langwierigen Verhandlungen in Nürnberg erklärten sie sich mit der Wiedereinführung des Mönchslebens einverstanden.[5]

Seit 1155 war Heidenheim somit wieder ein Benediktinerkloster. Dieses wurde 1537 im Zuge der Reformation aufgelöst. Bis 1805 dienten die Klostergebäude als Wohnung und Amtsräume. Die Gebeine Wunibalds sind verschollen.

[Bearbeiten] Die Kirche

Der erste steinerne Bau wurde im Jahre 778 geweiht. Knapp 100 Jahre später folgte ein Neubau. Eine grundlegende Erneuerung folgte mit dem romanischen Bau, der zwischen 1182 und 1188 geweiht wurde (deutlicher Einfluss der Hirsauer Reformbauweise). Von diesem sind noch das Langhaus und das Querschiff erhalten. Vor 1363 wurde der Chor im gotischen Stil errichtet.

Unter den zahlreichen Grabmälern sind hervorzuheben:

  • Walburgisgrab aus dem frühen 13. Jahrhundert
  • Tumba des Hl. Wunibald von 1484
  • Doppelplatte des Wiricho und seiner Gemahlin (um 1349)

Die ehemalige Klosterkirche dient der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Heidenheim als Pfarrkirche.

[Bearbeiten] Literatur

  • Martin Winter: Zur frühen Geschichte des Kosters Heidenheim. In: Alt-Gunzenhausen 44 (1988), S. 22-59.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Kloster Heidenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Winter, S. 23ff.
  2. Winter, S. 41f.
  3. Winter, S. 43ff.
  4. Winter, S. 48ff.
  5. Winter, S. 54f.

49.017710.7427Koordinaten: 49° 1′ 4″ N, 10° 44′ 34″ O

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