Bonifatius

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bonifatius (Begriffsklärung) aufgeführt.
Szenen aus dem Leben des Bonifatius: Heidentaufe (oben) und Märtyrertod (unten) in: Fuldaer Sakramentar, Bamberg, Staatliche Bibl., Ms. Lit. 1, saec. Xex, fol. 126v

Bonifatius, Geburtsname Wynfreth (auch Wynfnith, Winfrid, Winfried, * um 673[1][2] in Crediton; † 5. Juni 754 oder 755[3] bei Dokkum in Friesland [4]), war einer der bekanntesten Missionare und der wichtigste Kirchenreformer im Frankenreich. Er war Missionserzbischof, päpstlicher Legat für Germanien, Bischof von Mainz und zuletzt Bischof von Utrecht, sowie Gründer mehrerer Klöster, darunter Fulda. Aufgrund seiner umfangreichen Missionstätigkeit im damals noch überwiegend heidnischen Germanien wird er als „Apostel der Deutschen“ verehrt.

Leben

Wynfreth wurde um 673, spätestens 675 in einer vornehmen Familie in Crediton im damaligen Kleinkönigtum Wessex im Südwesten Englands geboren[1] und in den Benediktinerklöstern Exeter (altenglisch Aet Exanceastre) und Nursling (Nhutscelle, zwischen Winchester und Southampton) erzogen. In letzterem wurde er im Alter von etwa 30 Jahren zum Priester geweiht. Wynfreth betätigte sich als Lehrer für Grammatik und Dichtung, bis er seine Missionstätigkeit im östlichen Teil des Frankenreichs und dessen Randgebieten aufnahm. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits als Gelehrter bekannt, unter anderem als Verfasser einer neuen lateinischen Grammatik.

716 unternahm Wynfreth eine erste Missionsreise zu den Friesen. Diese scheiterte jedoch an dem Friesenherzog Radbod, einem Heiden und Gegner der Franken, der gerade das südwestliche Friesland von diesen zurückerobert hatte. So kehrte Wynfreth noch im Herbst 716 nach Nursling zurück, wo er im darauf folgenden Jahr zum Abt gewählt wurde. Inwieweit er zu dieser Zeit in Kontakt mit Willibrord stand, einem ebenfalls angelsächsischen Missionar in Friesland, ist nicht genau bekannt. Willibrord hatte bereits 695 mit der Missionierung der Friesen begonnen, musste nun jedoch erleben, wie sein Werk durch Radbods Erfolge zusammenbrach. Aus diesen Erfahrungen zog Bonifatius später die Konsequenz für sein weiteres Missionswerk, indem er die enge Rückbindung an die geistliche Gewalt des Papstes und die weltliche Macht der fränkischen Hausmeier suchte.

718 gab Wynfreth seine Position als Abt auf und verließ England für immer, um zunächst eine Pilgerfahrt nach Rom zu unternehmen. Dort erhielt er von Papst Gregor II. am 15. Mai 719 den Auftrag, den „ungläubigen Völkern das Geheimnis des Glaubens bekannt zu machen“[5]. Unter dem ihm vom Papst verliehenen Namen Bonifatius begann er seine Mission erneut bei den Friesen, diesmal in Zusammenarbeit mit Willibrord. Obwohl die äußeren Voraussetzungen diesmal ungleich günstiger waren als bei Bonifatius’ erster Missionsreise – Radbod war inzwischen gestorben –, gab es anscheinend erhebliche Spannungen zwischen den beiden Missionaren, und so trennten sie sich 721. Danach zog Bonifatius über zwölf Jahre lang durch Gebiete im heutigen Hessen, Thüringen und Bayern.

Die Missionsreisen des Bonifatius darf man sich als Expeditionen vorstellen, auf die er sich mit Kriegern, Handwerkern und größerem Gefolge begab, um Niederlassungen und Klöster zu gründen. Sein Missionswunsch traf sich mit den Interessen des fränkischen Hausmeiers Karl Martell, der (wie auch seine Nachfolger) im Christentum und in einer straff organisierten Reichskirche eine Klammer sah, die den Zusammenhalt seines Reichs fördern konnte. So stellte er Bonifatius nach seiner zweiten Romreise 723 einen Schutzbrief aus, mit dem dieser in sein Missionsgebiet zurückkehrte.

Die Fällung der Donareiche

Bonifatius lässt die Donareiche fällen – Fresko (1731) von Alois Dirnberger
Bonifatius fällt die Donareiche – Radierung (1781) von Bernhard Rode
Der heilige Bonifatius, Gemälde (1832) von Alfred Rethel

Der Priester Willibald von Mainz berichtet in seiner Vita sancti Bonifatii von einem besonderen Ereignis in Geismar, wo die dem Gott Thor (auch Donar genannt) geweihte Donareiche stand und seit langem verehrt wurde. Der in Sichtweite der fränkischen Festung Büraburg gelegene nordhessische Ort Geismar gehört heute als Ortsteil zu Fritzlar. Laut Willibald entschloss sich Bonifatius, diese Eiche zu fällen. Die zahlreichen Anwesenden, nach Willibald darunter auch eine große Menge von Heiden (die also wohl zu den dort lebenden Chatten gehörten), erwarteten gespannt die Reaktion der heidnischen Gottheit. Dass diese ausblieb, beeindruckte sie tief.

Bonifatius bezeichnet in seinen Schriften unter anderen dem Thor bzw. Donar geweihte Bäume als Götzenbilder, deren Verehrung nach christlicher Lehre einen Verstoß gegen die Zehn Gebote darstellt. Somit ist davon auszugehen, dass er mit der Fällung der Donareiche den zum Christentum Konvertierten ein Zeichen setzen wollte, um sie von dieser Verehrung abzuhalten. [6]

Mit der Fällung der Eiche demonstrierte Bonifatius nicht nur symbolisch die Überlegenheit des Christentums über alte Götter und heidnische Kulte, sondern auch das Streben nach einer Neuordnung. Aus dem Holz der Eiche ließ er ein dem hl. Petrus geweihtes Oratorium bauen.[7] Um 732 wird der Bau einer dem hl. Petrus geweihten Kirche und eines Klosters in Fritzlar erwähnt. Es wird stets angenommen, dass sich das Oratorium und die erste unter Wigbert erbaute Kirche bereits an der heutigen Stelle des Fritzlarer Domes befanden. Obwohl in der schriftlichen Überlieferung Willibalds von zwei unterschiedlichen Orten die Rede ist, nämlich Geismar als Standort der Donareiche und das nur ca. 1,5 km entfernte Fritzlar als Standort der Kirche, wird häufig angenommen, diese Orte seien identisch und der Dom befinde sich an der Stelle der ehemaligen Donareiche.

Historiker gehen davon aus, dass Bonifatius mit seiner Handlungsweise kein großes Risiko auf sich nahm. Er konnte mit dem Schutz der fränkischen Besatzung der Büraburg rechnen, falls ihn die heidnischen Chatten aufgrund der Entwürdigung ihres althergebrachten Glaubens, die sich in der Fällung der ihnen heiligen Eiche zeigte, angreifen würden. Die Franken waren christianisiert, die Büraburg befand sich seit einigen Jahrzehnten in ihrer Hand, und auch Geismar, ein − wie archäologische Untersuchungen gezeigt haben – Bauern- und Handwerkerort, der seine Erzeugnisse auf die Büraburg und an das Umfeld lieferte, war durch diese Kontakte mit dem Christentum vertraut.

Aufbau der Kirchenorganisation in Thüringen, Mainfranken und Bayern

Angeblich konnte Bonifatius ab 738 die kirchlichen Verhältnisse in Bayern ordnen und darangehen, die Bistümer Regensburg (739), Passau (739), Salzburg (739) und Freising (739) zu reorganisieren. Die Bistümer Büraburg bei Fritzlar (742), Würzburg (742), Eichstätt (74?) und Erfurt (742) gründete er neu. Er selbst war in der Zwischenzeit zum Missionserzbischof ernannt worden und erhielt 746 das Bistum Mainz als Sitz, dies allerdings erst nach seinem vergeblichen Versuch, den Kölner Bischofsstuhl zu erlangen und zum Metropolitansitz einer Kirchenprovinz zu machen. Erst unter seinem Nachfolger Lullus wurde Mainz Erzbistum und Metropolitansitz. Seinen Einfluss in Bayern büßte Bonifatius schon bald wieder ein und es scheint, dass es aufgrund des Einflusses des von ihm zeitlebens bekämpften Iren Virgil von Salzburg geradezu zu einer Art Damnatio memoriae gekommen ist. Überhaupt geriet die angelsächsische Mission gegen Lebensende des Bonifatius in die Defensive, und sein Einfluss bei Hofe schwand gegenüber den mächtigen Interessen des fränkischen Adels und Episkopats. Welche Rolle er beim Concilium Germanicum von 742 gespielt hat, ist ebenso umstritten wie die Frage einer angeblich 751 erfolgten Salbung Pippins des Jüngeren durch Bonifatius.

Bonifatius traf an vielen Orten seiner Tätigkeit innerhalb eines weitgehend heidnischen Umfeldes Bevölkerungsgruppen an, die bereits in mehr oder minder loser Form Kontakt mit dem Christentum hatten. Dieser christliche Einfluss war vorwiegend auf die Franken und ihre Verbindung zu den lokalen Großen zurückzuführen, in Thüringen auch auf die Missionsarbeit des bereits genannten Willibrord. Hinweise auf eine frühere iro-schottische Mission haben sich dagegen in diesem Bereich nicht bestätigt.[8] Vor allem in Thüringen ergaben sich erhebliche Konflikte durch die Bestrebungen des Bonifatius, eine Kirchenorganisation nach römisch-katholischem Vorbild durchzusetzen.

Tod des Bonifatius

Hölzerne Bonifatiusstatue in Fritzlar-Geismar
Skulptur in Fritzlar

Warum Bonifatius über 80-jährig noch einmal zur Missionierung der Friesen aufbrach, ist unbekannt. Bereits in den frühen Bonifatiusviten heißt es, er habe als Märtyrer sterben wollen.[9] Manches spricht in der Tat dafür, dass er das Martyrium erstrebte, um seine Gründungen auch über seinen Tod hinaus als heiliger Patron schützen zu können.[10] Auf dem Weg zur Firmung von bereits zuvor getauften Friesen aus der Umgebung wurde er am Morgen des 5. Juni 754 oder 755 zusammen mit seinen Begleitern am Ufer des Flusses Boorne bei Dokkum von heidnischen Friesen erschlagen. Willibald nennt elf Begleiter namentlich, darunter den Bischof von Utrecht Eoban und den später als erster Bischof von Erfurt verehrten Adalar, so dass sich die Symbolzahl zwölf (Anzahl der Apostel) ergibt. In einem Teil der Handschriften der Vita II aus dem 9. Jahrhundert ist in einem Zusatz von 52 Begleitern die Rede, auch dies möglicherweise eine Symbolzahl (52 Wochen des Jahres).

Ob sein Tod im engeren Sinne ein Martyrium war oder es auch Raubmord gewesen sein könnte, ist eher eine theologische Frage.[11] Die Zeitgenossen des Bonifatius hatten jedoch kaum Zweifel am Martyrium: bereits unmittelbar nach dem Ereignis ist das Einsetzen kultischer Verehrung zu beobachten.[12] Es entbrannte ein erbitterter Streit um die Reliquien des Märtyrers zwischen dem Bistum Mainz als dessen Amtssitz und dem von ihm als Grablege auserkorenen Kloster Fulda, das von seinem Schüler Sturmius auf Initiative des Bonifatius gegründet worden war. In diesem Streit ging es bald auch um die Frage der durch das Zachariasprivileg begründeten Autonomie des Klosters unter Abt Sturmius gegenüber Lullus von Mainz ging, der nunmehr als zuständiger Diözesan die Herrschaft über das Kloster beanspruchte.[13] Der Konflikt endete schließlich mit der Durchsetzung der Fuldaer Ansprüche. Bonifatius wurde im Westen der Klosterkirche, der sogenannten Sturmi-Basilika, beigesetzt, von wo er nach dem Neubau der sogenannten Ratgar-Basilika am 1. November 819 in einer feierlichen Translation im Rahmen der Kirchweihe in ein neues Altargrab auf dem Chorpodest der Westapsis überführt wurde.[14]

Vergrößerung: Nagelung des Codex mit Vierkantnagel

Neue Untersuchungen kommen zu der Schlussfolgerung, dass die Täter heidnische Friesen waren, die sich sehr wohl bewusst waren, mit wem sie es zu tun hatten, aber auch die Gelegenheit nutzten, um Beute zu machen. Ausgangspunkt für diese Schlussfolgerung ist der Codex Ragyndrudis. Er ist als Teilfaksimile im Dommuseum Fulda ausgestellt und zeigt im Original sowohl an der oberen wie an der unteren Schmalseite jeweils zwei unterschiedlich lange Einschnitte, die bis maximal 62 mm tief sind und zum Teil auch die Einbanddeckel beschädigt haben. Zudem gibt es auch noch einen weiteren Schnitt parallel zum Falz[15] und dazu – und dies ist für die weitere Interpretation äußerst wichtig – in der Mitte des Außenrands der Längsseite ein den Codex durchdringendes kleines Loch, das auf eine Nagelung des Codex mit einem Vierkantnagel hinweist.[16]

Dieser Codex ist nach der Tradition das Buch, das Bonifatius hielt, um sich vor den mörderischen Hieben von angreifenden heidnischen Friesen zu schützen;[17] einen absoluten Beweis dafür, dass es wie zwei weitere ebenfalls in Fulda befindliche Bücher zu seinem Besitz gehörte, gibt es allerdings nicht.[18] Ungeachtet dessen ist festzustellen, dass das Buch nicht durch Hiebe mit einer scharfen Waffe beschädigt wurde, während es Bonifatius in der Hand hielt, denn dann hätte es bei den Schlägen gefedert und diese wären nicht so tief in das Pergament eingedrungen; obendrein hätte Bonifatius den Codex mehrfach hin und her drehen müssen. Es muss also auf einer festen Oberfläche gelegen haben, als darauf eingeschlagen und es vernagelt wurde.[19]

Der Grund für die Beschädigung und vor allem die Nagelung des Codex Ragyndrudis, den Bonifatius während des friesischen Angriffs vermutlich bei sich hatte, lässt sich vor dem Hintergrund der heidnischen Nagelungsrituale erschließen: Durch das Einschlagen von Nägeln konnten Krankheiten kuriert und Unglücke abgewehrt werden, man konnte damit aber auch andere Menschen schädigen, sich vor Wiedergängern schützen, indem man die Leichen oder das Totenhemd im Sarg festnagelte, und auch Diebe zur Rückgabe des gestohlenen Guts zwingen und Hexen treffen.[20] Die Kreuze auf dem Deckel des Codex könnten der Grund sein, warum er als Bibel angesehen wurde,[21] und der oder die Täter verfolgten offensichtlich die Absicht, das, was sich in dem Buch befand, durch die Nagelung zu bannen, da es gefahrbringend war. Somit hätte diese Bannung eine religiös-magische Qualität, die in den verschiedenen Bonifatius-Viten jedoch nicht erwähnt wird, vermutlich, weil den Autoren die Beschädigung des Codex durch die Nagelung und der damit verbundene heidnische Zusammenhang nicht bekannt waren bzw. sie die Nagelung gar nicht wahrnahmen.[22]

Bonifatius war, wie die Untersuchung seiner ebenfalls in Fulda aufbewahrten Gebeine ergeben hat,[23] mit seiner Größe von 1,85 m bis 1,90 m für die damalige Zeit ein schon äußerlich sehr auffälliger Mann, dessen Eindruck noch durch die Wortgewalt vertieft wurde, mit der er seine Predigten vortrug. Es ist also davon auszugehen, dass die Angreifer sehr wohl wussten, wen sie vor sich hatten, als sie das Lager überfielen, denn Bonifatius hatte ja bereits einige Zeit in dieser Gegend gewirkt, wie die von ihm bekehrten Friesen zeigen. Wenn die Angreifer ihn töteten, obwohl er keinen Widerstand leistete und auch seine Begleiter dazu aufgefordert hatte, das Martyrium auf sich zu nehmen (so berichtet es zumindest Willibald), so taten sie es also bewusst auch, um einen Missionar des christlichen Glaubens auszuschalten. Ob die Weihegeräte, die Bonifatius und seine Leute mit sich führten, auch aufgrund ihres materiellen Werts ein Ziel der Angreifer gewesen sind, muss offenbleiben.

Lebensdaten

Hauptquelle für die Chronologie des Bonifatius sind seine Briefe, daneben Willibalds Vita I. und Eigils Vita Sturmi. Die Rekonstruktion erfolgte vor allem durch die Arbeiten von Tangl, Stengel und Schieffer (siehe unten Literatur).

In Frankfurt wurde anlässlich der Übernachtung des Leichenzugs eine Quelle nach Bonifatius benannt
Bonifatiusstatue in Fulda
  • 672/673 – Geburt Wynfreths, wahrscheinlich in Crediton (Angelsachsen).
  • 716 – Erste (vergebliche) Missionsreise zu den Friesen.
  • 719 erhält Wynfreth in Rom von Papst Gregor II. eine Missionsvollmacht für Germanien und seinen neuen Namen Bonifatius. Er reist durch Friesland, Thüringen, Hessen und Bayern und predigt.
  • 721 – Missionsarbeit in Hessen, Errichtung eines Klosters in Amöneburg.
  • 722 weiht Papst Gregor II. Bonifatius in Rom zum Missionsbischof ohne festen Bischofssitz.
  • 723 fällt Bonifatius die dem Donar geweihte Donareiche bei Geismar (Fritzlar).
  • 724 gründet Bonifatius Kirche und Kloster St. Peter in Fritzlar und setzt Wigbert zum Abt ein.
  • Um 725 gründet Bonifatius in Ohrdruf ein Kloster und baut die erste Kirche St. Michaelis. Er bestellt Wigbert auch als Abt in Ohrdruf. Damit wird Ohrdruf wie auch Amöneburg und Fritzlar ein Stützpunkt für die Missionsarbeit in Thüringen und Hessen.
  • 732 wird Bonifatius von Gregor III. zum Erzbischof des östlichen Frankenreichs ernannt.
  • 737/38 Beim Rombesuch wird Bonifatius zum päpstlichen Legaten (vgl. Nuntius) für das gesamte Frankenreich ernannt.
  • 739 – Angebliche Neuorganisation der Bistümer Regensburg, Freising, Passau und Salzburg. Es gibt übrigens keine einzige bayerische Quelle aus dem 8. Jahrhundert die Bonifatius auch nur mit einem Wort erwähnt.
  • Anfang 742 werden Würzburg und Eichstätt von Bonifatius als Bischofssitze eingerichtet. Burkard wird in Würzburg, Witta in Büraburg durch Bonifatius zum Bischof eingesetzt. Burkard und Witta waren schon Bischöfe, als Willibald am 21. Oktober 741 in Sulzenbrücken von Bonifatius zum Bischof geweiht wurde. Bonifatius bemüht sich, gemeinsam mit dem Karolinger Karlmann, um eine Neuordnung der fränkischen Kirche.
  • 742 – Gründung des Bistum Erfurt durch Bonifatius, er wandte sich mit der Bitte um Bestätigung von „Erphesfurt“ an Papst Zacharias.
  • 743 Inthronisierung zum Bischof von Mainz
  • 744 wird das Kloster Fulda im Auftrag des Bonifatius von seinem Schüler Sturmius, einem Benediktinermönch, gegründet.
  • 746 – Bonifatius wollte Bischof von Köln werden, Gegner vereitelten seinen Plan. Bonifatius wird Bischof mit Sitz in Mainz. Den Erzbischofstitel trägt er nur als Titel ad personam, da Mainz erst 781/82 Erzbistum wird.
  • 747 – Burkard, nicht Bonifatius, übergibt am 1. Mai die Oboedienzerklärung von den Bischöfen dem Papst in Rom.
  • 748 – Pippin III. beruft ein Konzil ein. Die Ergebnisse wurden direkt mit dem Papst abgestimmt, Bonifatius wurde nicht eingeladen und beiseitegeschoben. Seine Bitte um altersbedingten Rücktritt vom Mainzer Stuhl unter Beibehaltung des Legatenamts wird vom Papst Zacharias als unkanonisch abgelehnt, dafür aber die Weihe eines Chorbischofs gestattet.
  • 751 wird Pippin der Jüngere auf der Reichsversammlung zu Soissons angeblich von Bonifatius gesalbt. Die Forschung ist sich weitgehend einig, dass diese Angabe unzutreffend ist, da Bonifatius zu diesem Zeitpunkt bereits jeglichen Einfluss beim fränkischen Hof verloren hatte. Zudem beruht diese Überlieferung auf späteren Quellen, die zur Zeit Karls des Großen erstellt wurden.[24] Im selben Jahr erwirkt Bonifatius durch seinen Gesandten Lul vom Papst das Zachariasprivileg für Fulda, durch welches die Unabhängigkeit des als Grablege ausersehenen Klosters vor unerbetenen Eingriffen kirchlicher Amtsträger gesichert wird.
  • 752 Weihe Luls zum Chorbischof und damit präsumptiven Nachfolger als Mainzer Diözesanbischof.
  • 753 Bestätigung Luls als designierter Nachfolger auf dem Mainzer Stuhl durch Pippin. Bonifatius sichert das noch von Karlmann seiner Aufsicht unterstellte verwaiste Missionsbistum Utrecht für die angelsächsische Mission vor dem Übernahmeversuch des Kölner Erzbischofs Hildegar, der es als Suffraganbistum beansprucht, und wird von Pippin in seiner Position bestätigt. Er kehrt nach Mainz zurück, um seine Abreise ins friesische Missionsgebiet vorzubereiten.
  • 754 6. Jan. – Pippin empfängt Papst Stephan II. am Ephiphaniastag in der der Pfalz in Ponthion.
  • 754 Feb./März – Megingaud wird von Bonifatius zum Bischof von Würzburg (754–769) geweiht.
  • 754 – Im Frühjahr geht Bonifatius nach Friesland. Im Sommer wird er Bischof von Utrecht.
  • Am 5. Juni 754 bzw. 755 wird Bonifatius gemeinsam mit mehr als 50 Begleitern, darunter der möglicherweise kurz zuvor zum Bischof von Utrecht geweihte Eoban, von heidnischen Friesen bei Dokkum in Friesland erschlagen, als er ein Tauffest abhalten will.[4]

Werke

Von Bonifatius sind (heute zumeist als unecht beurteilte) Predigten[25] und zahlreiche Briefe[26] erhalten. Die Predigten richten sich an bereits bekehrte Christen. Sie befassen sich nicht mit der Auslegung von Bibeltexten, sondern erklären die Heilsgeschichte oder sind katechetische Ausführungen von christlicher Lehre und christlichen Pflichten. Die Briefe, denen zum Teil Gedichte beigelegt sind, zeigen sein Wesen und Wirken und seine Ziele auf und erhellen widersprüchliche Episoden in seinen Taten und Verhaltensweisen.[27] Aus dem Schulbetrieb hervorgegangen sind eine Grammatik mit einleitendem Figurengedicht und eine Metrik[28] sowie eine Sammlung von Rätseln (Aenigmata) über Tugenden und Laster in Hexametern.[29]Nicht beweisbar, aber auch nicht auszuschließen ist die Annahme, dass ein Teil der Glossen (Glossator A) im Victor-Codex (Fulda, Hessische Landesbibl., Cod. Bonif. 1) von Bonifatius stammt.[30]

Bedeutung

Denkmal des heiligen Bonifatius vor dem Mainzer Dom
Briefmarke (1954) zum 1200. Todestag

Bonifatius war kein bedeutender Theologe, aber er verband missionarischen Eifer mit einer seltenen Begabung für Organisation und Administration. Seine geschichtliche Bedeutung wird unterschiedlich gesehen, wobei sich die kirchliche und die politische Interpretation seines Wirkens teilweise erheblich widersprechen.

Aus historisch-kirchlicher Sicht besteht Bonifatius’ Bedeutung in der zielgerichteten Ausrichtung der von ihm geschaffenen Kirchenstrukturen auf das Zentrum Rom und das Papsttum, ganz so wie er sie aus der englischen Kirche kannte und wie er sie, im Gegensatz zu seinen iro-schottischen Vorgängern von der keltischen Kirche, auf dem Kontinent vertrat. Indem er sich nach einem zunächst etwas missglückten Beginn seiner Missionstätigkeit ausdrücklich durch den Papst beauftragen ließ, gelang es Bonifatius schrittweise, die notwendige Anerkennung und Unterstützung durch den fränkischen Adel zu erringen und gleichzeitig das Papsttum in die Entwicklungen in West- und Mitteleuropa einzubinden. Damit legte er einerseits den Grundstein für seine erfolgreiche Missionstätigkeit, andererseits konnte er damit die Anfänge einer in ihren Informations- und Entscheidungswegen von der weltlichen Herrschaft unabhängigen Kirchenorganisation mit Zentrum in Rom entwickeln. Es gelang ihm zwar nicht, den Strukturwandel zu einer von Adelsinteressen freien Kirchenhierarchie im vollem Umfang durchzusetzen, denn dazu fehlte ihm nicht zuletzt auch die Unterstützung der weltlichen Herrscher, aber er war derjenige, der mit der Neudefinition Roms als Mittelpunkt kirchlicher Organisation in Europa einen wichtigen Grundstein zur Werdung des christlichen Abendlandes legte. Bonifatius wusste Karl Martell und die Stammesführer von den Vorzügen – insbesondere von der politischen und kulturellen Einigungskraft – des Christentums zu überzeugen.

Die historisch-politische Interpretation spricht dem Papsttum zu merowingisch-karolingischer Zeit keineswegs die Bedeutung zu, wie sie sich aus kirchlicher Sicht heute darstellt. Die karolingischen Hausmeier bedienten sich zwar zu ihrer Legitimierung des päpstlichen Ansehens als Stellvertreter Christi auf Erden, behielten jedoch die faktische Gewalt jederzeit durch ihre militärische Macht in ihren Händen und halfen dem Papst damit gegebenenfalls aus schwierigen Situationen. Es handelte sich also um eine quid-pro-quo Situation, bei der die Franken am längeren Hebel saßen. Bonifatius, der als treuer Anhänger des Papstes agierte und die organisatorische Form der auf Rom ausgerichteten Kirchenhierarchie festigte, verhalf damit gleichzeitig den karolingischen Hausmeiern zur Stärkung ihrer Herrschaft. Da die Glaubenseinigung des Frankenreiches ein stabilisierender Faktor der fränkischen Oberhoheit über Land und Leute war, konnte Bonifatius auf die Unterstützung der Hausmeier zählen. Das Bündnis zwischen Papsttum und Karolingern wurde in der Folge zu einer bestimmenden politischen Konstante des Frankenreiches. Die zugleich darin angelegte Frage der Vorherrschaft der einen oder anderen Seite spielte jedoch bis zum Ende der fränkischen Dominanz in Mitteleuropa keine herausragende Rolle.

Verehrung

Das Grab des heiligen Bonifatius in der Krypta des Hohen Doms zu Fulda
Reliquienschrein des Heiligen Bonifatius in Dokkum
  • Patronate: Bonifatius ist Hauptpatron im Bistum Fulda sowie der Bistümer Erfurt und Groningen in den Niederlanden; Mitpatron des Bistums Haarlem in den Niederlanden, Schutzpatron von England und Thüringen sowie Schutzpatron der Bierbrauer und Schneider. Außerdem ist Bonifatius Namensgeber der im Bistum Fulda gelegenen Pastoralverbünde (PV) St. Bonifatius Fulda (Dekanat Fulda), St. Bonifatius Amöneburg (Dekanat Marburg-Amöneburg) und St. Bonifatius Bruchköbel (Dekanat Hanau).
  • Verbreitung des Kults: Die Verehrung als Märtyrer setzt bereits unmittelbar nach der Ermordung ein, wie aus Briefen des Erzbischofs Cuthbercht von Canterbury und des Bischofs Milret von Worcester an Lul von Mainz sowie den frühen Fuldaer Urkunden hervorgeht[32]. Während des gesamten Mittelalters und der frühen Neuzeit war die Bonifatius-Verehrung jedoch weitgehend auf das Umfeld des Klosters Fulda, wo sich das Grab des Märtyrers befand, und seinen Amtssitz Mainz beschränkt. Erst im 19. Jahrhundert verbreitete sich die Verehrung des Heiligen deutschlandweit. Aus Anlass des Bonifatiusjubiläums 1855 genehmigte Papst Pius IX. die Verehrung für die Gesamtkirche. Im Zuge der nationalen Bewegung wurde Bonifatius zum „Apostel der Deutschen“. Erst im Zuge der Neokonfessionalisierung stellen die Katholiken vor allem die ultramontane (römische) Seite des Heiligen heraus (Gründung des Bonifatiuswerkes, Bonifatiusjubiläum 1855). Er ist Patron des missionsbenediktinischen Säkularinstituts St. Bonifatius.

Einzelhinweise zur Kultgeschichte in neuerer Zeit

  • Liste von Bonifatiuskirchen, Patrozinien
  • 1842 wurde das Bonifatius-Denkmal in Fulda errichtet.
  • An Bonifatius’ Grabstätte in Fulda trifft sich seit 1867 alljährlich die Deutsche Bischofskonferenz.
  • Eine kleinere Reliquie des Heiligen befindet sich in der Wallfahrtskirche St. Hildegard und St. Johannes der Täufer in Eibingen im Rheingau; sie gehört zum Eibinger Reliquienschatz.
  • Der 1250. Todestag des Märtyrers im Juni 2004 wurde mit zahlreichen Veranstaltungen in Crediton, Dokkum, Fritzlar und Fulda begangen. Unter anderen wurde der heilige Bonifatius zur zentralen Figur in Bonifatius – Das Musical (seit 2004 in Fulda und ab 2006 auch in Bremen aufgeführt). Die Stadt Erfurt erklärte das Jahr 2004 zum "Bonifatius-Jahr".
  • Die thüringische Stadt Bad Salzungen trägt ein Bildnis des Bonifatius im Bischofsgewand im Stadtwappen.
  • Die thüringische Stadt Bad Langensalza hat die größte Kirche der Stadt ihm gewidmet. Die Marktkirche, das höchste Travertinsteingebäude der Welt, ist dem heiligen Bonifatius geweiht. Am Westportal der Kirche, deren Turm mit 73,6 Metern der zweithöchste Thüringens ist, befindet sich eine etwa ein Meter große Statue des Heiligen.
  • Nach Bonifatius wurde der Winfried-Preis benannt, eine Ehrung für Völkerverständigung und Frieden.
  • Es existieren einige nach der latinisierten Form Winfridia benannte katholische Studentenverbindungen.
  • Auch der Städtische Konzertchor in Fulda trägt den Namen Winfridia.
  • Bonifatiusweg: Ein neu gestalteter Pilgerweg auf den Spuren des historischen Überführungszugs.
  • Schulen: Nach dem heiligen Bonifatius ist auch die Winfriedschule in Fulda benannt, die in unmittelbarer Nachbarschaft zum Fuldaer Dom steht.
  • Eine Gedenktafel fand Aufnahme in die Walhalla bei Regensburg.

Musikalische Würdigung

  • Bonifatius - Das Musical, 2004
  • Colin Mawby komponierte eine Bonifatius-Messe für Sopran, gemischten Chor, Kinderchor, Oboe und Orgel, die am 3. Oktober 2012 uraufgeführt wurde

Siehe auch

Literatur

Editionen
  • Wilhelm Levison (Ed.): Vitae Sancti Bonifatii archiepiscopi Moguntini. In: Monumenta Germaniae Historica. Scriptores rer. Germ. in usum scholarum. Hahn, Leipzig 1905.
  • Michael Tangl (Ed.): S. Bonifatii et Lulli epistolae. In: Monumenta Germaniae Historica, Epistolae selectae, Bd. 1. Weidmann, Berlin 1916.
  • Reinhold Rau (Bearb.): Briefe des Bonifatius. Willibalds Leben des Bonifatius. Nebst einigen zeitgenössischen Dokumenten. Unter Benützung der Übersetzungen von M. Tangl u. Ph. H. Külb neu bearb. von Reinhold Rau. 2., unveränd. Auflage Darmstadt: Wiss. Buchges., 1988 (Erstausgabe 1968), ISBN 3-534-01415-4.
  • Bengt Löfstedt, George J. Gebauer (Edd.), Bonifatii (Vynfreth) ars grammatica, ars metrica. in: Corpus Christianorum Series Latina (CCSL) 133. Brepols, Turnhout 1980 ISBN 978-2-503-01336-7
  • Ernst Dümmler (Ed.): Bonifatii carmina. In: Monumenta Germanica Historica. Poetae, Bd. 1, S. 3-15.
  • Pseudo-Bonifatius, Sermones. In: Migne, Patrologia Latina, Bd. 89, Sp. 843-872.
Sekundärliteratur
  • Theodor Schieffer: Winfrid Bonifatius und die christliche Grundlegung Europas. Herder, Freiburg 1954, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1972 (grundlegend)
  • Rudolf Schieffer: Neue Bonifatius-Literatur, in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 63, Böhlau Verlag Köln/Weimar/Wien 2007, S. 111-123, ISSN: 0012-1223 (gibt einen Überblick über die neuesten Veröffentlichungen zu Bonifatius)
Weitere Literatur
  • Michel Aaij: Boniface's Booklife: How the Ragyndrudis Codex Came to be a Vita Bonifatii. In: The Heroic Age: A Journal of Early Medieval Northwestern Europe, Issue 10 (May 2007)
  • Arnold Angenendt: Das Frühmittelalter. Kohlhammer, Stuttgart 1995, ISBN 3-17-017225-5.
  • Marc-Aeilko Aris, Hartmut Broszinski: Die Glossen zum Jakobusbrief aus dem Viktor-Codex (Bonifatianus 1) in der Hessischen Landesbibliothek zu Fulda. Parzeller Verlag und Bonifatius-Verlag, Fulda Paderborn 1996 ISBN 3-7900-0276-3 ISBN 3-87088-937-3
  • Gereon Becht-Jördens: Neue Hinweise zum Rechtsstatus des Klosters Fulda aus der Vita Aegil des Brun Candidus. In: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte 41, 1991, S. 111-29.
  • Gereon Becht-Jördens: Text, Bild und Architektur als Träger einer ekklesiologischen Konzeption von Klostergeschichte. Die karolingische Vita Aegil des Brun Candidus von Fulda (Ca. 840). In Gottfried Kerscher: Hagiographie und Kunst. Der Heiligenkult in Schrift, Bild und Architektur. Dietrich Reimer, Berlin, 1993, S. 75-106.
  • Gereon Becht-Jördens: Heiliger und Buch. Überlegungen zur Tradition des Bonifacius-Martyriums anläßlich der Teilfaksimilierung des Ragyndrudis-Codex. In: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte 46, 1996, S. 1-30.
  • Gereon Becht-Jördens: Die Ermordung des Erzbischofs Bonifatius durch die Friesen. Suche und Ausgestaltung eines Martyriums aus kirchenpolitischer Notwendigkeit?. In: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 57, 2005, S. 95-132.
  • Gereon Becht-Jördens: Sturmi oder Bonifatius. Ein Konflikt im Zeitalter der anianischen Reform um Identität und monastisches Selbstverständnis im Spiegel der Altartituli des Hrabanus Maurus für die Salvatorbasilika zu Fulda. Mit Anhängen zur Überlieferung und kritischen Edition der Tituli sowie zu Textquellen zur Architektur und Baugeschichte der Salvatorbasilika. In: Marc-Aeilko Aris, Susanna Bullido del Barrio (Hrsg.): Hrabanus Maurus in Fulda. Mit einer Hrabanus Maurus-Bibliographie (1979-2009) (Fuldaer Studien 13). Josef Knecht, Frankfurt am Main 2010, S. 123-187 ISBN 978-3-7820-0919-5
  • Cornelius Peter Bock: Eine Reliquie des Apostels der Deutschen oder Aenigmata s. Bonifacii; im Freiburger Diözesanarchiv, 1868.
  • Albert Delahaye: Holle Boomstammen. De historische mythen van Nederland, ontleend aan Frans Vlaanderen, Tournehem/Zundert 1980.
  • Albert Delahaye: De Ware Kijk op, deel I: Noyon, het land van Béthune en Frisia, Teksten 1 tot 497, Zundert 1984.
  • Heinz Dopsch, Roswitha Juffinger (Hrsg.): Virgil von Salzburg. Missionar und Gelehrter. Beiträge des Internationalen Symposiums vom 21.-24. September 1984 in der Salzburger Residenz. Amt der Salzburger Landesregierung – Kulturabteilung, Salzburg 1985.
  • Ernst Friedrich Johann Dronke: Codex Diplomaticus Fuldensis, Cassel 1850.
  • Franz Flaskamp: Das Todesjahr des Bonifatius. In: Historisches Jahrbuch 47, 1927, S. 473-488.
  • Michael Glatthaar: Bonifatius und das Sakrileg: zur politischen Dimension eines Rechtsbegriffs. Frankfurt a.M. [u.a.] 2004 (=Freiburger Beiträge zur mittelalterlichen Geschichte 17), ISBN 3-631-53309-8.
  • Erhard Gorys: Lexikon der Heiligen, dtv, München 1997, ISBN 3-423-32507-0.
  • Karl Heinemeyer: Bonifatius. In: Dietmar von der Pfordten (Hrsg.): Große Denker Erfurts und der Erfurter Universität. Göttingen: Wallstein, 2002. ISBN 3-89244-510-9.
  • Werner Heinz: Der Aufstieg des Christentums. Geschichte und Archäologie einer Weltreligion, Konrad Theiss-Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1934-6.
  • Petra Kehl: Kult und Nachleben des Hl. Bonifatius. Parzeller-Verlag Fulda 1993.
  • Gisbert Kranz: Zwölf Reformer. EOS, St. Ottilien 1998, ISBN 3-88096-463-7.
  • Josef Leinweber: St. Bonifatius. Leben und Wirken, Bistum Fulda, Fulda 1983.
  • Wilhelm Levison: England and the Continent in the Eighth Century. The Ford Lectures delivered in the University of Oxford in the Hilary Term, 1943. Clarendon Press, Oxford 1946.
  • Hubertus Lutterbach: Bonifatius – mit Axt und Evangelium. Eine Biographie in Briefen. Herder, Freiburg 2004, ISBN 3-451-28509-6
  • Barbara Nichtweiß (Hrsg.): Bonifatius in Mainz. Zabern, Mainz 2005, ISBN 3-8053-3476-1.
  • Lutz E. von Padberg: Bonifatius. Missionar und Reformer. C. H. Beck, München 2003. ISBN 3-406-48019-5 (darin auch Angaben zur Vita sancti Bonifatii des Willibald).
  • Ders.: Studien zur Bonifatiusverehrung. Zur Geschichte des Codex Ragyndrudis und der Fuldaer Reliquien des Bonifatius. In: Fuldaer Hochschulschriften 25, Verlag Josef Knecht, Frankfurt a. M. 1996, ISBN 3-7820-0752-2.
  • Ders. und Hans-Walter Stork: Der Ragyndrudis-Codex des hl. Bonifatius. Teilfaksimileausgabe im Originalformat der Handschrift und Kommentar. Bonifatius-Verlag, Paderborn; Parzeller, Fulda 1994, ISBN 3-87088-811-3.
  • Kurth, Rüdiger: Die Nagelung des Codex Ragyndrudis. Neue Aspekte zum Tod des Bonifatius, in: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 62 (2010), S. 9-14.
  • Theodor Schieffer: Angelsachsen und Franken. Zwei Studien zur Kirchengeschichte des 8. Jahrhunderts. In: Abhandlungen der Geistes- und sozialwissenschaftlichen Klasse 1950, Nr. 20. Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz in Kommission bei Franz Steiner, Mainz 1950.
  • Stefan Schipperges: Bonifatius ac socii eius. Eine sozialgeschichtliche Untersuchung des Winfrid-Bonifatius und seines sozialen Umfeldes. Mainz 1996, ISBN 3-929135-11-6.
  • Dirk Schümer: Apostel der Europäer. (FAZ-Leitartikel vom 5. Juni 2004).
  • Franz Staab. Die Angelsachsen Bonifatius (744/48–754) und Lul (754–786). In: Friedhelm Jürgensmeier (Hrsg.): Handbuch der Mainzer Kirchengeschichte, Bd. 1 Christliche Antike und Mittelalter. Echter Verlag, Würzburg 2000, S. 117-145, ISBN 3-429-02258-4
  • Gregor K. Stasch (Hrsg.): Bonifatius. Vom angelsächsischen Missionar zum Apostel der Deutschen. Zum 1250. Todestag des heiligen Bonifatius. Katalog zur Ausstellung 3. April bis 4. Juli 2004. Vonderau Museum Fulda, Kataloge Band 10, Michael Imhof Verlag 2004, ISBN 3-937251-63-4
  • Michael Imhof, Gregor K. Stasch (Hrsg.): Bonifatius. Vom angelsächsischen Missionar zum Apostel der Deutschen. Imhof, Petersberg 2004 ISBN 3-937251-32-4 (Aufsatzband)
  • Edmund E. Stengel: Zur Frühgeschichte der Reichsabtei Fulda. Zugleich ein Literaturbericht. In: Deutsches Aechiv für Erforschiung des Mittelalters 9, 1952, S. 513-534 (auch in: Edmund E. Stengel: Abhandlungen und Untersuchungen zur Geschichte der Reichsabtei Fulda. Parzeller, Fulda 1969, S. 266-295).
  • Michael Tangl: Das Todesjahr des Bonifatius. In: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde N.F. 27, Kassel 1903, S. 223-250.
  • Heinrich Wagner: Bonifatiusstudien, Kommissionsverlag Ferdinand Schöningh, Würzburg 2003, ISBN 3-87717-066-8.
  • Matthias Werner: Iren und Angelsachsen in Mitteldeutschland. Zur vorbonifatianischen Mission in Hessen und Thüringen, in: Heinz Löwe (Hrsg.): Die Iren und Europa im früheren Mittelalter, Klett-Cotta, Stuttgart 1982, ISBN 3-12-915470-1, S. 239-329.
  • Georg Wolff: Bonifatius‘ letzte Fahrt durch die Wetterau. In: Alt-Frankfurt 5 (1913), Nr. 2, S. 52-62.
  • Theodor Schieffer: Bonifatius. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 2, Duncker & Humblot, Berlin 1955, ISBN 3-428-00183-4, S. 444–446 (Digitalisat).
  • Hase: Bonifatius. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 3, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 123–127.
  • Friedrich Wilhelm Bautz: Bonifatius. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 1, Bautz, Hamm 1975. 2., unveränderte Auflage Hamm 1990, ISBN 3-88309-013-1, Sp. 684–687.

Weblinks

 Commons: Bonifatius – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Saint Boniface – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

  1. a b Schieffer: Bonifatius (siehe Literatur), S. 103
  2. von Padberg: Bonifatius (siehe Literatur), S. 13.
  3. Die von Tangl/Flaskamp (siehe Literatur) begründete Annahme von 754 n. Chr. als Todesjahr des Bonifatius ist durch die Studien von Heinrich Wagner wieder in Zweifel geraten. Seine Einwände gegen Tangl/Flaskamp haben so viel Substanz, dass eine sich auf deren Argumente gründende allgemein gültige Aussage hinsichtlich des Todesjahrs des Bonifatius nicht gemacht werden kann.
  4. a b Oder vielleicht bei Dünkirchen im heutigen Französisch-Flandern, wie der niederländische Archivar A. Delahaye behauptet hat. Diese These ist jedoch umstritten.
  5. Brief 12, zitiert nach Lutz v. Padberg, Bonifatius, S. 29 (siehe Literatur)
  6. Vgl. dazu Glatthaar, Seite 397/605 (siehe Literatur)
  7. Rau, Reinhold (Bearb.): Briefe des Bonifatius. Willibalds Leben des Bonifatius. Darmstadt 1968, S. 494
  8. Vgl. hierzu den Aufsatz von M. Werner (siehe Literatur)
  9. Vgl. dazu die Beschreibung Willibalds, in Reinhold Rau (siehe Literatur), Seite 511
  10. Vgl. G. Becht-Jördens, Ermordung (siehe Literatur)
  11. So L. von Padberg Hans-Walter Stork: Der Ragyndrudis-Codex (siehe Literatur) S. 15-34, bes. 15 f.; von Padberg, Studien zur Bonifatiusverehrung (siehe Literatur) S. 20f.; 24-44. Zur Kritik an dieser Deutung, die nach Auffassung von Becht-Jördens den gezielten Einsatz von Barbarentopik zur Diffamierung der Friesen durch Willibald, den Autor der Vita S. Bonifatii I., verkennt, und zur Quellenkritik vgl. G. Becht-Jördens, Heiliger und Buch (siehe Literatur) S. 22 f.
  12. Vgl. bonifatius, Briefe 111-112.
  13. Vgl. G. Becht-Jördens, Rechtsstatus (siehe Literatur); ders., Ermordung (siehe Literatur) S. S. 98-104; S. 117-121
  14. Vgl. G. Becht-Jördens, Text, Bild und Architektur (siehe Literatur) S. 90-93 Heute befinden sich die Reliquien in der Bonifatiusgruft des barocken Fuldaer Doms.
  15. Genaue Beschreibung der Beschädigungen (mit Ausnahme der Nagelspuren) bei Padberg, Lutz von/Stork, Hans-Walter, Der Ragyndrudis-Codex des hl. Bonifatius, Seite 27 f. (siehe Literatur)
  16. Der anlässlich des Jubiläumsjahrs 2004 von Gregor K. Stasch herausgegebene Ausstellungskatalog (siehe Literatur) erwähnt auf Seite 96 „Einkerbungen am oberen und unteren Rand“ und eine „die Handschrift durchdringende Beschädigung“.
  17. v.Padberg hält es auch für möglich, dass Bonifatius ein Evangeliar mit sich führte, das durch einen Schwerthieb beschädigt wurde, jedoch zu unbekannter Zeit verloren ging, schränkt seine Hypothese aber selbst ein. Vergleiche v. Padberg, Studien S. 39 ff. (siehe Literatur)
  18. Vergleiche v. Padberg, Studien S. 21 f. (siehe Literatur)
  19. Vergleiche zum Zustand des Codex und den sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen, die hier nur kurz wiedergegeben werden, v. Padberg, Studien S. 35 f (siehe Literatur). Zur Kritik an v. Padbergs Deutung vgl. G. Becht-Jördens, Heiliger und Buch (s. unter Literatur) S. 15-30. Die hier besonders hervorgehobenen Nagelungsspuren sind von Padberg und Stork bei ihrer Autopsie der Originalhandschrift entgangen und erst von Rüdiger Kurth, Nagelung (siehe Literatur) entdeckt und gedeutet worden.
  20. Müller-Kaspar, Ulrike (Hrsg.), Handbuch des Aberglaubens (Wien 1996), Band 2, S.600 f, Stichwort „Nagel"
  21. Vgl. Becht-Jördens; Heiliger und Buch (siehe Literatur) S. 18; Aaij, § 7 (siehe Literatur) sowie die Rekonstruktion des rückwärtigen Deckels, abgebildet bei v. Padberg/Stork, Teilfaksimile, Seite 115
  22. Kurth, Rüdiger, Die Nagelung des Codex Ragyndrudis. Neue Aspekte zum Tod des Bonifatius, in: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 62 (2010), S. 13 f. sowie Becht-Jördens, Heiliger und Buch (siehe Literatur), S. 18, der, allerdings noch ohne Kenntnis der Nagelung, die Angriffe auf das Krukenkreuz des Einbanddeckels als Demonstration der Ohnmacht des fremden religiösen Symbols deutet. Die Erkenntnis der magischen Bedeutung des Vorgangs zeigt nunmehr, dass die Friesen zunächst durchaus von der Möglichkeit einer übernatürlichen Wirkmacht des christlichen Symbols ausgingen und diese daher durch ein magisches Ritual unschädlich zu machen trachteten.
  23. Vergleiche v. Padberg, Studien S. 45 ff. (siehe Literatur)
  24. Die neuere Forschung geht inzwischen davon aus, dass 751 im Anschluss an Pippins Erhebung zum fränkischen König gar keine Salbung stattgefunden habe. Siehe dazu: Josef Semmler, Zeitgeschichtsschreibung und Hofhistoriografie unter den frühen Karolingern, in: Laudage, Johannes (Hg.): Von Fakten und Fiktionen. Mittelalterliche Geschichtsdarstellungen und ihre kritische Aufarbeitung, Köln 2003, S. 135-164
  25. Pseudo-Bonifatius, Sermones. In: Migne, Patrologia Latina, Bd. 89, Sp. 843-872.
  26. Ed. Michael Tangl, in: Monumenta Germaniae Historica, Epistolae selectae, Bd. 1.; Reinhold Rau (siehe Literatur).
  27. Beispiele bei Matthias Werner (siehe Literatur)
  28. Edd. Bengt Löfstedt, George J. Gebauer, in: Corpus Christianorum Series Latina (CCSL) 133 (siehe Literatur).
  29. Ed. Ernst Dümmler, in: Monumenta Germanica Historica. Poetae, Bd. 1, S. 3-15.
  30. Aris, Broszinski, Die Glossen zum Jakobusbrief (siehe Literatur) S. 22-25.
  31. Näheres im Artikel Bonifatius. In: Ökumenisches Heiligenlexikon (unten Weblinks).
  32. Vgl. Tangl (Ed.), S. Bonifatii et Lulli epistolae (siehe unten Werke), ep. 111; ep. 112; Edmund E. Stengel (Ed.), Urkundenbuch des Klosters Fulda, Bd. 1, 1. Elwert, Marburg 1956, Nr. 24 ff.
Vorgänger Amt Nachfolger
Gewiliobus Bischof von Mainz
745–754
Lullus