Kohäsion (Psychologie)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Kohäsion (lateinisch cohaerere „zusammenhängen“) bezeichnet im sozialpsychologischen Bereich der Gruppenprozesse den inneren Zusammenhalt einer sozialen Gruppe, das „Wir-Gefühl“.

Die Bedingungen, die ein Individuum dazu veranlassen, über einen längeren Zeitraum Mitglied einer Gruppe zu sein oder zu bleiben, werden als Kohäsionsfaktoren bezeichnet, beispielsweise:

  • geplante oder aktuelle Aktivitäten und Ziele der Gruppe und die Befriedigung der individuellen Bedürfnisse durch diese Aktivitäten;
  • die Attraktivität einer Gruppe oder auch die Attraktivität von Gruppenmitgliedern;
  • gegenseitige Vorlieben zwischen einzelnen Gruppenmitgliedern;
  • Gruppenstolz.

Insbesondere die Attraktivität einer Gruppenaufgabe wird für den Kohäsions-Leistungs-Zusammenhang verantwortlich gemacht.

Einige Forscher vertreten die Meinung, dass eine zu hohe Kohäsion innerhalb einer Gruppe die Ursache von Gruppendenken sein kann, wenn sie in Entscheidungssituationen zu sozialer Isolation oder zu starkem sozialen Druck zur Einstimmigkeit führt.

In der Soziologie wird unterschieden zwischen einer strukturellen und einer individuellen kognitiven Komponente des Sozialkapitals. Die kognitive Komponente ist die soziale Kohäsion: allseitig anerkannte Normen, das Gefühl der Sicherheit und das Gefühl der Stabilität in der jeweiligen Gemeinde.[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fritz Haverkamp: Gesundheit und soziale Lebenslage. In: Ernst-Ulrich Huster, Jürgen Boekh, Hildegard Mogge-Grothjahn (Hrsg.): Handbuch Armut und Soziale Ausgrenzung. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2008, S. 331 (Direktlink zur Seite 331 in der Google-Buchsuche).