Kohlenwald

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Zur Zeit der Völkerwanderung trennte der Kohlenwald die Siedlungsgebiete der Rheinfranken und der Salfranken
Der Hallerbos in Belgien, südwestlich von Brüssel, ein Überrest des alten Kohlenwalds

Als Kohlenwald (lateinisch silva carbonaria, niederländisch Kolenwoud, französisch Forêt Charbonnière) wurde eine Waldzone in Belgien und Nordfrankreich bezeichnet, die sich von der Sambre bei Charleroi im Osten bis zur Schelde zwischen Tournai im Norden und Cambrai im Süden erstreckte; nach anderer Auffassung reichte er sogar bis Arras im Westen bzw. Lüttich im Osten. Der Wald hatte damit eine Ausdehnung von mindestens 80 Kilometern in West-Ost- und mindestens 40 Kilometer in Nord-Süd-Richtung. Er wurde erstmals von dem spätantiken Geschichtsschreiber Sulpicius Alexander erwähnt.

Aufgrund dieser Größenordnung stellte der Kohlenwald in der Antike und im Mittelalter eine natürliche Stammes-, Sprach- und Landesgrenze dar; in der Thidrekssaga wird er als Rückzugsgebiet für Räuber bezeichnet.

Im Lauf der Jahrhunderte wurde der Kohlenwald immer weiter dezimiert. Reste davon sind:

  • der Zoniënwoud oder Forêt de Soignes südöstlich von Brüssel (etwa 4400 Hektar)
  • der Hallerbos (Wald von Halle, etwa 550 Hektar südöstlich von Halle),
  • der Wald von Buggenhout,
  • der Wald von Heverlee,
  • der Wald von Meerdaal und
  • der Wald von La Houssière.