Krankenhauskapelle

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Als Krankenhauskapelle (Krankenhauskirche, Anstaltskirche) bezeichnet man ein sakrales Bauwerk eines Krankenhauses. Es kann als Raum innerhalb des Krankenhausbaus oder auch einen separaten oder mit dem Hauptbau verbundenen Baukörper ausgeführt sein. Sein Zweck ist, Patienten, Angehörigen und auch Mitarbeitern Gelegenheit zur Besinnung und Ruhe im Krankenhausbetrieb zu geben. Dazu sind die Räume in der Regel besonders gestaltet.

Sie können als kleine Kirche ausgeführt sein mit den Symbolen christlicher Religion, sie können aber auch freier gestaltet sein im Sinne eines Meditationsraums. Die Bezeichnung variiert zwischen Kapelle, Andachtsraum oder auch „Raum der Stille“. Je nach Krankenhaus sind unterschiedliche Institutionen für die Gestaltung und Benutzung dieser Räume verantwortlich (Kirchen, andere Religionsgemeinschaften, gelegentlich auch das Krankenhaus selbst).

Krankenhauskapellen sind in der Regel ganztägig geöffnet, um Patienten zu jeder Zeit die Möglichkeit der spirituellen Rekreation zu bieten. Die im Auftrag der Religionsgemeinschaften im Krankenhaus tätigen Krankenhausseelsorger bieten in den Kapellen regelmäßig gottesdienstliche Feiern an.

Krankenhauskapellen sind meist überkonfessionell, also Simultankirchen, insbesondere in öffentlichen Krankenanstalten.

Geschichte[Bearbeiten]

Krankenhauskapellen (Spitalkirchen im engeren Sinne) entstanden zuerst an den mittelalterlichen Hospitälern, im Sinne einer Stiftung, entweder integriert in die oft sehr großen Krankensäle (Beispiel Hôtel-Dieu de Beaune, Frankreich), oder aber als baulich selbstständige Kirchen. In den seit dem 19. Jahrhundert entstandenen Großkrankenhäusern wiesen nur gelegentlich selbstständigen Krankenhauskirchbauten auf. Seit dem 20. Jahrhundert werden nur noch einzelne Räume innerhalb der Kliniken als Krankenhauskapellen ausgewiesen.

Seit einigen Jahren lässt sich jedoch ein Umdenken beobachten. Den vorhandenen Kapellen wird vermehrt Aufmerksamkeit gewidmet. Sie werden gelegentlich mit hohem künstlerischen Anspruch renoviert. Manche Krankenhausneubauten, insbesondere von konfessionellen Trägern, weisen wieder einen separaten Kapellenbau auf.

Insgesamt sind institutionelle Einbindung und Ausstattung sehr unterschiedlich und abhängig von lokalen Gegebenheiten, den verschiedenen Krankenhausträgern und den zuständigen Religionsgemeinschaften. Hospital-Synagogen, -Moscheen und -Tempel anderer Religionen sind ebenfalls als Krankenhauskapelle im Begriff der Funktion zu verstehen.

Während es in den USA des Öfteren Kapellen gibt, die konfessions- und religionsübergreifend konzipiert sind, sind in Deutschland die Konfessionsunterschiede und die Grenzen zwischen den Religionen deutlicher wahrnehmbar. Häufig werden zwar die Kapellen gemeinsam genutzt, doch eine konfessionsübergeifende Konzeption ist bislang eher selten feststellbar. In Österreich ist – da alle anderen Konfessionen neben der römisch-katholischen Kirche schon seit langem eine deutliche Minderheit darstellen, und die Trennung von Kirche und Staat eine lange Tradition hat – ökumenischer Betrieb in öffentlichen Krankenhäusern der Normalfall, der Trend geht sogar dahin, diese Andachtsräume auch anderen Religionen zu öffnen.

Manche sind als kleine Kirchen auf den gottesdienstlichen Gebrauch hin konzipiert, andere sind eher Räume der Stille, die auch oder vorwiegend von Einzelnen genutzt werden sollen.

Liste von Krankenhauskirchen/-kapellen[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Niederlande[Bearbeiten]

Österreich[Bearbeiten]