Kreuzprobe (Medizin)

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Universalspender und Universalempfänger hinsichtlich der Major- und Minorreaktion

Bei Bluttransfusionen versteht man unter einer Kreuzprobe eine in-vitro-Untersuchung der Verträglichkeit von Spender- und Empfängerblut. Kreuzproben dienen dazu, Unverträglichkeiten aufgrund unterschiedlicher Blutgruppen auszuschließen. Dabei werden sowohl Unverträglichkeiten auf Grund der AB0-Blutgruppen als auch aus anderen Gründen, wie beispielsweise Rhesus-Unverträglichkeiten, ausgeschlossen.[1]

Bei der Major-Reaktion („große Kreuzprobe“) werden von Serum getrennte Erythrozyten des Spenders mit dem Blutserum des Empfängers vermischt. Enthält das Serum des Empfängers Antikörper gegen das Erythrozytenantigen des Spenders, kommt es zu einer Agglutination.[1] Eine Agglutination ist eine absolute Kontraindikation für eine Bluttransfusion.

Bei der Minor-Reaktion („kleine Kreuzprobe“) werden die Erythrozyten des Empfängers mit dem Blutserum des Spenders vermischt.[1] Bei positiver Minor-Probe und negativer Major-Reaktion kann trotzdem eine Bluttransfusion durchgeführt werden, da die Antikörper des Spenders im Blut des Empfängers stark verdünnt werden. Diese Art der Kreuzprobe wird heute kaum noch angewendet, da es sich bei Blutkonserven meist um Erythrozyten-Konzentrate handelt.

Nach der Vermischung kann makroskopisch und lichtmikroskopisch untersucht werden, ob eine Verklumpung (Agglutination) zustande kommt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c  Adolf Faller, Michael Schünke: Der Körper des Menschen. 15. Auflage Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-13-329715-8, S. 302 f..
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