Kugelkopf-Akazie

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Kugelkopf-Akazie
Kugelkopf-Akazie (Acacia collinsii)

Kugelkopf-Akazie (Acacia collinsii)

Systematik
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Mimosengewächse (Mimosoideae)
Tribus: Acacieae
Gattung: Vachellia
Art: Kugelkopf-Akazie
Wissenschaftlicher Name
Acacia collinsii
(Saff.) Seigler & Ebinger

Die Kugelkopf-Akazie (Vachellia collinsii) ist eine Pflanzenart aus der Gattung (Vachellia) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Sie stammt aus den Trockenwäldern des südlichen Mittelamerika und sie eine der Arten aus der Tribus Acacieae in deren hohlen Dornen verschiedene Ameisen-Arten, wie zum Beispiel Pseudomyrmex spinicola und Pseudomyrmex ferruginea leben (Myrmekophylaxis).

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Kugelkopf-Akazie wächst als kleiner Baum und erreicht Wuchshöhen von bis zu 10 Meter. Die dunkelgraue bis braune Borke ist schwach gefurcht. Die Rinde der Zweige ist glatt und rötlich-braun bis dunkelbraun. Die wechselständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert sowie 4 bis 16 Zentimeter lang. Die 4 bis 18 Millimeter langen Blattstiele besitzen ihrer Basis zwei bis fünf, breit domförmige Drüsen. Die doppelt gefiedert Blattspreite besteht aus 3 bis 15 Paaren Fiedern erster Ordnung. Jede Fieder erster Ordnung enthält 11 bis 29 Paare Fiederblättchen. Die Nebenblattdornen sind hell rötlichbraun bis dunkelbraun und im Querschnitt rund.

Die Blütezeit reicht von Januar bis August. Die Blüten stehen in zylindrischen ährigen Blütenständen, die von vier Hüllblättern umgeben sind. Die sitzenden Blüten sind gelblich mit fünf 1 bis 1,4 Millimeter langen Kelchblättern und fünf, nur etwas längeren Kronblättern. Die dunkelbraune bis schwarze Hülsenfrucht ist 3 bis 6 Zentimeter lang und gerade. Die Samen sind dunkelbraun, eiförmig und tragen einen gelblichen Arillus.

Symbiose[Bearbeiten]

Die Nebenblattdornen der Kugelkopf-Akazie sind hohl und dienen den Ameisen, die nur noch einen Zugang knapp unter der Spitze freilegen müssen, als Wohnstadt. Die aggressiven Ameisen schützen den Baum vor Fraßschäden durch Insekten, indem sie alle Insekten vertreiben, die sich auf ihm niederlassen. Außerdem halten sie die die Akazie umgebende, konkurrierende Vegetation kurz. Im Austausch produziert der Baum durch die Drüsen an den Blattstielen Nektar und an den Enden der Blättchen protein- und fettreiche Futterkörper (Beltsche Körper) zur Ernährung der Ameisen.

Eine Ameisenkolonie kann mehrere Akazien besiedeln. Akazien, die noch keinen Ameisenstaat beherbergen, müssen Fraßgifte produzieren, um pflanzenfressende Insekten abzuwehren. Junge Akazienpflanzen ohne Ameisenkolonie wachsen langsamer und werden schnell von anderen Pflanzen überwuchert.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Kugelkopf-Akazie hat von allen „Ameisenakazien“ neben Vachellia cornigera die weiteste Verbreitung und ist am anpassungsfähigsten. Vachellia collinsii kommt in Mexiko in Yucatán und im zentralen Chiapas, in Guatemala in der nördlichen Provinz El Petén, in der östlichen Hälfte von Honduras und an dessen kurzer Küste am Pazifik, in Nicaragua, im nordwestlichen Costa Rica, in der Provinz Guanacaste mit der Nicoya-Halbinsel und an der pazifischen Seite des westlichen Panama mit der Halbinsel Azuero vor.

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Erstbeschreibung erfolgte unter dem Namen (Basionym) Acacia collinsii Saff. Die Neukombination zu Vachellia collinsii (Safford) Seigler & Ebinger wurde 2005 durch David S. Seigler und John E. Ebinger in New combinations in the genus Vachellia (Fabaceae: Mimosoideae) from the New World in Phytologia, Volume 87, S. 150 veröffentlicht. Weitere Synonyme sind Myrmecodendron collinsii (Saff.) Britton & Rose, Acacia nelsonii Saff., Acacia penonomensis Saff., Acacia glutea Ram., Acacia costaricensis Schenck, Acacia panamensis Schenck, Acacia yucatanensis Schenck.

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kugelkopf-Akazie (Vachellia collinsii) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien