Kuhmilchallergie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ein Glas Milch
Allergische Reaktion vom Typ I

Kuhmilchallergie, KMA (englisch Cow's milk allergy, CMA) auch Kuhmilchproteinallergie, KMPA ist eine Nahrungsmittelallergie vom Typ I (Soforttyp). Dies bedeutet, dass Symptome sofort oder innerhalb von zwei Stunden auftreten. In einzelnen Fällen wurden auch Symptome nach dem Ablauf von 48 Stunden beobachtet. Sehr selten kommt es zum Ausbrechen der betreffenden Beschwerden nach Ablauf einer Woche. Während die frühen Symptome durch Immunglobulin E (IgE) vermittelt werden, sind bei den späten Reaktionen T-Lymphozyten verantwortlich.
Die Erkrankung wird häufig mit einer Laktoseintoleranz verwechselt. Beide Erkrankungen ähneln sich in vielen Symptomen, haben jedoch gänzlich verschiedene Ursachen.
Eine Kuhmilchallergie kommt bei 0,5 bis 7 % aller Kinder unter zwei Jahren vor. Sie manifestiert sich meist schon vor oder mit dem 6. Lebensmonat, beziehungsweise nach dem Abstillen des Säuglings. Die Ursache ist darin zu suchen, dass Kuhmilch in Mitteleuropa in der Regel das erste Fremdeiweiß ist, mit dem ein Säugling konfrontiert wird. In etwa 17 bis 85 % der Fälle können allergische Kinder nach dem ersten Lebensjahr von sich aus Milch tolerieren. Bei Erwachsenen wird die Häufigkeit von Kuhmilchallergien auf 0,7 bis 1,2 % geschätzt. Dies wurde, insbesondere in den skandinavischen Ländern, mittels RAST-Untersuchungen festgestellt.
In sehr seltenen Fällen kommen auch Allergien auf Ziegen- und Schafmilch vor. Diese sind jedoch meist auf südliche Länder beschränkt. In den meisten dieser Fälle liegt eine Allergie gegen Kuhmilch zugrunde.[1]

Ursachen[Bearbeiten]

In der Milch sind 25 verschiedene Eiweiße enthalten, die als Allergen fungieren können. Wobei vor allem verschiedene Caseine, β-Laktoglobulin (β-LG) und α-Lactalbumin allergische Reaktionen auslösen.[2][3]

Dabei werden unter einer Kuhmilchallergie alle immunologischen Mechanismen zusammengefasst, die über IgE-vermittelte Reaktionen (IgE-KMA/KMPA) und andere Immunglobuline (non-IgE-KMA/KMPA), in seltenen Fällen T-Lymphozyten, ablaufen.

Symptome[Bearbeiten]

Die Symptome können mild bis ausgeprägt sein. Betroffen sind in der Regel die Haut, der Verdauungstrakt, der Atemtrakt und in akuten Fällen das Herz-Kreislauf-System.

Zu den am häufigsten beobachteten Symptomen zählen:

Auf der Haut:

An der Atmung:

Am Verdauungssystem:

Am Herz-Kreislauf-System:

Diagnose[Bearbeiten]

Zur Diagnose einer Kuhmilchallergie stehen verschiedene Diagnoseverfahren zur Verfügung. Zu diesen zählen:

Therapie[Bearbeiten]

Zur Therapie einer Kuhmilchallergie stehen verschiedene Verfahren zur Auswahl. Das am meisten angewandte ist die Hyposensibilisierung. Hierbei wird dem Patienten in stetig steigenden Dosen Milch verabreicht. Bei schweren Fällen einer Kuhmilchallergie wird diese entweder in einer Lösung (Beginnend mit einem Mischungsverhältnis 1:100 später 1:10) oder tröpfchenweise gegeben. Gesteigert wird die Dosierung der verabreichten Milch, bis die Menge von 250 ml erreicht ist. Auch nach der erfolgten Hyposensibilisierung sollten die Patienten täglich Milch zu sich nehmen, da sonst der Gewöhnungseffekt wieder verloren gehen kann.

Falls die eben beschriebene Maßnahme keine Wirkung zeigt, ist nur das strikte Vermeiden der auslösenden Stoffe möglich.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Chatchatee P, Järvinen KM, Bardina L, Beyer K, Sampson HA: Identification of IgE- and IgG-binding epitopes on alpha(s1)-casein: differences in patients with persistent and transient cow's milk allergy. In: J. Allergy Clin. Immunol.. 107, Nr. 2, Februar 2001, S. 379–83. doi:10.1067/mai.2001.112372. PMID 11174208.
  • Chatchatee P, Järvinen KM, Bardina L, Vila L, Beyer K, Sampson HA: Identification of IgE and IgG binding epitopes on beta- and kappa-casein in cow's milk allergic patients. In: Clin. Exp. Allergy. 31, Nr. 8, August 2001, S. 1256–62. PMID 11529896.
  • Schulmeister U, Hochwallner H, Swoboda I, et al.: Cloning, expression, and mapping of allergenic determinants of alphaS1-casein, a major cow's milk allergen. In: J. Immunol.. 182, Nr. 11, Juni 2009, S. 7019–29. doi:10.4049/jimmunol.0712366. PMID 19454699.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.alles-zur-allergologie.de/Allergologie/Artikel/4053/Allergen,Allergie/Milch Wissenschaftliche Ausarbeitung über Milchallergie
  2. Matthias Besler, Philippe Eigenmann, Robert H. Schwarzt (2002): Cow's Milk (Bos domesticus). Internet Symposium on Food Allergens 4(1): 19-106. PDF
  3.  Ania Muntau: Intensivkurs Pädiatrie. Elsevier,Urban&FischerVerlag, 2007, ISBN 3437433911 (S. 359ff).
  4. http://www.alles-zur-allergologie.de/Allergologie/Artikel/4053/Allergen,Allergie/Milch Wissenschaftliche Ausarbeitung über Milchallergie - Symptome, Diagnose, Therapie
Gesundheitshinweis Dieser Artikel bietet einen allgemeinen Überblick zu einem Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!