Kunta Kinte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Kunta Kinte (auch in der Schreibweise Kunta Kinteh) ist der Name einer Figur in Alex Haleys 1976 erschienenem Roman Roots. Wie Haley durch eigene Nachforschungen herausgefunden zu haben glaubt, soll Kinte Urahn einer Familie von amerikanischen Sklaven gewesen sein, der auch Haley selbst entstamme.

Haleys Angaben zufolge sei Kinte um 1750 im heutigen Gambia geboren und stamme aus dem Dorf Juffure, dessen zum Volk der Mandinka zählende Einwohner Muslime gewesen seien.

Kunta Kinte sei von Sklavenjägern entführt und am 5. Juli 1767 auf dem Sklavenschiff Lord Ligonier in die damalige britische Kolonie Maryland verbracht worden. Auf einer Versteigerung in Annapolis habe ein Plantagenbesitzer Kinte erworben. Infolge seines widerspenstigen Verhaltens und zweier Fluchtversuche sei der Afrikaner, der sich unter anderem geweigert habe, den ihm verliehenen Sklavennamen Toby zu akzeptieren, von seinen neuen Herren mehrfach misshandelt worden. Nach dem zweiten Fluchtversuch sei ihm der vordere Teil eines Fußes abgehackt worden, um ihn künftig am Ausreißen zu hindern. Laut Haley sei Kunta Kinte im Jahr 1810 gestorben.

Obwohl viele der von Haley geschilderten Ereignisse geschichtlich belegbar sind, gilt die Historizität der Person Kunta Kinte selbst als nicht gesichert.

Am 6. Februar 2011 wurde James Island in „Kunta Kinteh Island“ umbenannt.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Alex Haley: Roots: The Saga of an American Family. Dell, New York 1976, ISBN 0-440-17464-3
  • deutsche Ausgabe unter dem Titel Wurzeln. Fischer, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-596-22448-9
  • Donald R. Wright: Uprooting Kunta Kinte. On the Perils of Relying on Encyclopedic Informants, in: History in Africa, Bd. 8, S. 205-217, New Brunswick 1981

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. James Island renamed The Daily Observer vom 7. Februar 2011