Kursbuch

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Dieser Artikel behandelt das Kursbuch als Fahrplan-Verzeichnis. Für andere Bedeutungen siehe Kursbuch (Begriffsklärung).

Ein Kursbuch ist ein Verzeichnis von Fahrplänen für ein bestimmtes Gebiet – meist ein Land – und einen bestimmten Zeitraum. Die Fahrpläne der im Kursbuch enthaltenden Bahnstrecken (und Buslinien) sind jeweils einzeln in tabellarischer Form dargestellt. Dabei erhält jede Strecke eine Nummer, mit welcher jede Bahnstrecke bzw. Buslinie in den meist sehr umfangreichen Kursbüchern leicht zu finden ist, zum Beispiel Kursbuchstrecke 440 für die Ruhr-Sieg-Strecke in Deutschland oder Fahrplanfeld 600 für die Gotthardbahn in der Schweiz. In Österreich wird hierfür der Begriff Fahrplanbild verwendet.

Da eine Kursbuchstrecke mehrere physisch vorhandene Strecken umfassen kann, mehrere Kursbuchstrecken über dieselbe Strecke führen können und Strecken ohne Personenverkehr keine Kursbuchnummer haben, handelt es sich bei den Kursbuchstrecken genau genommen um im Kursbuch definierte Linien; bei den Kursbuch-Streckennummern um deren Linienbezeichnungen.

Kursbücher werden regelmäßig zu Beginn einer neuen Fahrplanperiode neu oder aktualisiert herausgegeben.

Die Bedeutung der gedruckten Kursbücher ist mit dem Aufkommen (dynamischer) elektronischer Fahrplanauskünfte sowie der Veröffentlichung (statischer) Fahrpläne im PDF- oder HTML-Format im Internet stark zurückgegangen; die Deutsche Bahn AG stellte die Herausgabe des gedruckten Gesamtkursbuches zum Jahresende 2008 ein. Die ÖBB in Österreich haben zum Jahresende 2006 das letzte klassische Auslandskursbuch herausgegeben und mit der Fahrplanperiode 2007 durch eine Art Reisekatalog ersetzt. Seit dem Jahr 2009 existiert auch dieser nicht mehr. Die Staatsbahnen in Frankreich, Griechenland, Portugal, Niederlande und Spanien veröffentlichen keine gedruckten Kursbücher mehr.

Inhaltsverzeichnis

Deutschland [Bearbeiten]

Titelseite des Reichs-Kursbuches Kleine Ausgabe (ohne Ausland) Nr. 2 vom 2. November 1942
Kursbuch der DR Winter 1976
Erstes gemeinsames Kursbuch DB/DR 1991/1992

Geschichte des Kursbuchwesens in Deutschland [Bearbeiten]

Schon in der Zeit, als es noch keine Eisenbahnen gab, sind Reisehandbücher erschienen, die man als Vorläufer unserer heutigen Kursbücher betrachten kann. Als dann in der Mitte des 19. Jahrhunderts immer mehr Eisenbahnlinien eröffnet wurden und immer mehr Menschen Reisen mit dem neuen Verkehrsmittel unternahmen, war es deren verständlicher Wunsch, zuverlässige Informationen über Streckenführung, Fahrzeiten und Tarife der Eisenbahnen und der sie ergänzenden Postkutschenverbindungen zu erhalten.

Als erstes Kursbuch in Deutschland unterrichtete darüber im Jahre 1845 ein Handbuch, das in Frankfurt am Main von dem Fürstlich Thurn und Taxischen Oberpostamts-Sekretär Hendschel herausgegeben wurde. Unter der Bezeichnung „Telegraph für Post- Eisenbahn- und Dampfschiffverbindungen in Deutschland und den angrenzenden Ländern“ erschien es ab 1847 sogar monatlich. Es entwickelte sich mit dem Stormschen „Kursbuch fürs Reich“ zu weit verbreiteten Informationsquellen, die erst Anfang der 1930er Jahre ihr Erscheinen einstellten.

Reichskursbuch und Deutsches Kursbuch [Bearbeiten]

Nun beherrschten allein die amtlichen Kursbücher den Markt, deren erstes 1850 erschienen war. Dieses stellte eine Zusammenfassung der Eisenbahnfahrpläne im Deutschen Bund und den Nachbarländern dar, aber auch von Postkursen und Schiffsverbindungen, teilweise auch nach Übersee. Herausgeber war das Cours-Bureau des Königlichen General-Post-Amts. Es wurde seit 1878 als „Reichskursbuch“ bezeichnet und von der Kursbuchstelle des Reichspostministeriums zusammengestellt. Erst 1926 trat die Deutsche Reichsbahn als Mitherausgeber auf.

Die staatlichen und privaten Eisenbahnunternehmungen hatten auch vorher schon Taschenfahrpläne und Kursbücher veröffentlicht, allerdings immer nur für einen begrenzten Bereich. Bevor eine Gesamtausgabe für Deutschland realisiert wurde, erschienen ab 15. Mai 1927 ergänzend zu den regionalen Taschenfahrplänen fünf amtliche Reichsbahnkursbücher jeweils für Ost-, Mittel-, West- und Südwestdeutschland sowie Bayern. Erst für den Fahrplan des Jahres 1933 gab die Deutsche Reichsbahn als Zusammenfassung das „Amtliche Kursbuch für das Reich“ heraus. Schöpfer dieses ersten reichseinheitlichen Kursbuchs war Alfred Baumgarten.[1] Dieses nannte sich ab 1936 „Deutsches Kursbuch – Gesamtausgabe der Reichsbahn-Kursbücher“ und erschien bis 1944 neben dem Reichskursbuch. Die letzte Ausgabe enthält den Hinweis: „Gilt vom 3. Juli 1944 an bis auf weiteres“.

Beide amtlichen Publikationen enthielten auch die Fahrpläne der Privat- und Kleinbahnen, das Reichskursbuch auch die der über die Stadtgrenzen hinausgehenden Straßenbahnlinien; bei sehr häufig verkehrenden Verbindungen wurde oft nur die Strecke angegeben, nicht aber alle Fahrzeiten. Allerdings war die Einteilung, Nummerierung und Gestaltung der Fahrplantabellen in beiden Kursbüchern völlig unterschiedlich. Die Reichsbahn-Kursbücher ähnelten seit 1933 schon weitgehend den heutigen DB-Kursbüchern.

Das Reichskursbuch enthielt auch einen Abschnitt über die Omnibuslinien der Post und anderer Unternehmungen, hingegen das Deutsche Kursbuch nur die – damals noch wenigen – Reichsbahn-Omnibuslinien. Daneben gab das Reichspostzentralamt auch noch ein „Kraftpost-Kursbuch“ für das gesamte Reichsgebiet heraus, in dem aber auch die Reichsbahnbusse zu finden waren. Ferner gab es eine große Zahl von Taschenfahrplänen der einzelnen Reichsbahn- und Reichspost-Direktionen sowie von privaten Verlagen, vor allem von Tageszeitungen für ihren Einzugsbereich.

Beigelegt war den Kursbüchern zumeist ein separates Kurswagenverzeichnis, aus dem der Laufweg einzelner Reisezugwagen ersichtlich war, die an Knotenbahnhöfen auf andere Züge umgestellt wurden. Später wurde ein Zug- und Wagenverzeichnis in das Kursbuch integriert, das den Laufweg aller Züge darstellte. Auch ein Auslandskursbuch mit den wichtigsten Strecken der Nachbarbahnen war separat erhältlich.

Die Kursbücher der letzten 150 Jahre liefern der Wissenschaft wichtige Kenntnisse nicht nur über die damalige Ausgestaltung der Verkehrsverbindungen, sondern auch über die Entwicklung von Wirtschaft und Tourismus in allen Teilen Deutschlands sowie zur allgemeinen Geschichte nicht nur im Lokalbereich. Die Originale sind nur in wenigen Exemplaren erhalten geblieben. Daher sind zahlreiche Ausgaben unterschiedlicher Kursbücher in den letzten Jahren nachgedruckt worden und stehen dem interessierten Leser zur Verfügung.

Kursbücher der deutschen Bahnen seit 1945 [Bearbeiten]

Seit 1945 gaben die Deutsche Reichsbahn der DDR (DR) und die Deutsche Bundesbahn (DB) für ihre Bereiche Kursbücher heraus. Die Deutsche Reichsbahn nutzte das Nummernsystem des Deutschen Kursbuches bis 1968 weiter. Ab dem Sommerfahrplan 1968 wurde ein neu entwickeltes Nummernsystem verwendet. Die Deutsche Bundesbahn führte zum Sommerfahrplan (28. Mai) 1972 ein neues Nummernsystem ein. Die bisher aus dreistelliger Zahl (für Hauptstrecken) und dreistelliger Zahl und einem Kleinbuchstaben (für Nebenstrecken) bestehenden Nummer wurden in beiden Systemen durch dreistellige Nummern abgelöst. S-Bahn-Tabellen erhielten bei der DB eine dreistellige Zahl, der mit einem Punkt die S-Bahnlinie angehängt wird (990.1). Bei der Deutschen Reichsbahn wurde von 1983/84 bis 1989/90 statt der bisher üblichen Ausgaben für Sommer- und Winterfahrplan nur noch jährlich ein Kursbuch mit dem Fahrplan für ein Jahr herausgegeben.

Nach der Deutschen Wiedervereinigung erschien für den Zeitraum Juni 1991 bis Mai 1992 erstmals ein gemeinsames Kursbuch DB/DR, das mit mehr als 50 mm Stärke ein nahezu unhandliches Format erreichte. Ein Jahr später wurde ein neues, gesamtdeutsches Nummernsystem entwickelt. Bis zum Sommerfahrplan 1999 erschien das gesamtdeutsche Kursbuch in einem einzigen Band. Das Kursbuch des Winterfahrplans 1999/2000 wurde in drei handlicheren Einzelheften verkauft.

Bis einschließlich 2008 gab die Deutsche Bahn das für ein Fahrplanjahr gültige Kursbuch in Einzelausgaben heraus; insgesamt erschien es zuletzt in acht Heften, welche mit den Buchstaben A bis H bezeichnet wurden. Dabei beinhalteten die Ausgabe A die Fernverkehrslinien sowie Nachtzüge in Deutschland und ins benachbarte Ausland, die Ausgaben B bis H nach Regionen geordnet den Nahverkehr und lokalen Fernverkehr in Deutschland. Daneben waren in allen Ausgaben einzelne Schiffslinien, Bergbahnen und Museums- bzw. Nostalgiebahnen verzeichnet. Größere Fahrplanänderungen wurden in Form von Ergänzungen veröffentlicht.

Die Frage, inwieweit das Kursbuch der Deutschen Bahn eine Eisenbahninfrastruktur darstellt, zu der Wettbewerbern Zugang zu gewähren ist, war Gegenstand verschiedener Rechtsstreitigkeiten.[2]

Ablösung des gedruckten Gesamtkursbuches der DB AG / Neue Kursbuchausgaben [Bearbeiten]

Letzte gedruckte Ausgabe, im Schuber mit dreiseitigem Silberschnitt
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Die Auflage des Gesamtkursbuches ging mit den Jahren stetig zurück. So betrug sie 2003 noch 53.000, 2005 noch 35.000 und 2007 schließlich 20.000. Mit diesen Zahlen begründete die DB AG zum Ablauf der Fahrplanperiode 2008 die Einstellung der Herausgabe gedruckter Kursbücher. Inzwischen werden gedruckte Kursbücher von Konkurrenten der DB AG oder anderen Organisationen herausgegeben, wobei die heutige Auflagenhöhe dieser Kursbücher oft über der der ehemaligen entsprechenden Regionalausgaben der DB AG liegt. Letztmals wurde das Kursbuch Gesamtausgabe in vier Bänden als „Luxusausgabe“ zum Preis von 99,00 Euro herausgegeben. Dies musste jedoch bereits bis zum 31. August 2008 vorbestellt werden. Einzig die Regionalausgabe Baden-Württemberg erschien noch ein weiteres Fahrplanjahr aufgrund eines geltenden Verkehrsvertrages weiter, bevor die Herausgabe ab Dezember 2009 an die landeseigene NVBW überging.

2009 erschienen von der DB AG selbst herausgegeben noch die Kursbücher Europa Sommer und Winter, die Hefte Abfahrt/Ankunft Deutschland, das Regionalkursbuch Baden-Württemberg, die Übersichtskarte Personenverkehr und die CD-ROM DB-Reiseservice, die auch das Elektronische Kursbuch als Gesamtausgabe beinhaltet.[3] Im Internet werden die Kursbuchtabellen weiterhin veröffentlicht.[4][5] Seit dem Fahrplanjahr 2011/2012 fehlen auch in der elektronischen Version die Fernverkehrs- und Auslandstabellen sowie das Zugverzeichnis.[6] Die Übersichtskarte für den Personenverkehr (Liniennetzplan) kann nicht heruntergeladen bzw. gespeichert werden.[7] Die von der DB AG zum Kauf angebotenen CD-ROMs enthalten keine Kursbuchtabellen mehr, sondern lediglich „Fahrplaninformationen“.[8] Die aktuellen gedruckten Fahrplanmedien der Deutschen Bahn sind hier zu finden.

Daneben wurden als Ersatz jedoch von mehreren Organisationen Kursbücher bzw. kursbuchähnliche Fahrplanhefte herausgegeben. So veröffentlichte die Bayerische Eisenbahngesellschaft gemeinsam mit dem Landesverband von Pro Bahn ein auf den Daten der DB AG basierendes „Bayerisches Kursbuch 2009“ mit einer Auflage von 10.500 Stück anstelle des bayerischen Regionalkursbuches H.[9] Dies entspricht in etwa der Einzelauflage dieser Regionalausgabe von 2007. Die Auflage ging mit den Jahren leicht zurück. Für den ab 11. Dezember 2011 geltenden Fahrplan wurden 6500 Stück gedruckt.[10] Das Kursbuch für Baden-Württemberg (3-Löwen-Kursbuch) wird für das Fahrplanjahr 2013 mit einer Auflage von 7000 Exemplaren gedruckt.[11] Spitzenreiter ist das Kursbuch für Sachsen-Anhalt (Fahrplan Sachsen-Anhalt), das mit einer Auflage von 50.000 Stück.[12]gedruckt wurde und kostenlos verteilt wird.

Gedruckte Kursbuchausgaben im Fahrplanjahr 2012/2013

  1. Baden-Württemberg: „Drei-Löwen-Kursbuch Baden-Württemberg“ mit allen Fahrplantabellen der DB im Land, angrenzenden Strecken in der Schweiz und in Österreich. Die Nachtzugtabellen sind als Auszug aus dem CNL-Fahrplan enthalten. Einige Tabellen sind zwar in diesem Kursbuch, nicht aber im elektronischen Kursbuch der DB enthalten (Raum Stuttgart, Bergbahnen Schwarzwald...) Die unterjährigen Fahrplanänderungen sind größtenteils eingearbeitet. Dem Kursbuch liegt die bundesweite „Übersichtskarte für den Personenverkehr“ der DB bei. Das Kursbuch ist für 9,90 Euro in Buchhandlungen, am Bahnhof oder über die Website der NVBW zu beziehen.
  2. Bayern: „Bayern-Kursbuch“ mit allen Fahrplantabellen der DB im Land und angrenzenden Strecken in Österreich (dem ÖBB-Kursbuch entnommen). Das Kursbuch ist für 5,00 Euro an Bahnhöfen und über die Website der BEG[13] zu erwerben. Zum Fahrplanwechsel im Juni erscheint ein „Ergänzungsband“, der die bis dahin angefallenen Fahrplanänderungen enthält (die Bestellkarte liegt dem Kursbuch nicht bei; E-Mail-Bestellung über die BEG-Website möglich). Die Übersichtskarte für den Personenverkehr (DB) ist wieder enthalten.
  3. Sachsen-Anhalt: „Fahrpläne Sachsen-Anhalt“ mit allen Fahrplantabellen der DB im Land, den Abfahrtsplänen großer Bahnhöfe und den Regionalbuslinien im Landesnetz. Das Kursbuch kann kostenlos im Internet bestellt werden.[14]
  4. Thüringen: „Ihr Fahrplan für Thüringen“[15] mit allen Fahrplantabellen der DB im Land. Seit Juni 2012 ist nicht mehr die DB selber, sondern die landeseigene Nahverkehrsgesellschaft Herausgeber des Kursbuches. Es erscheint jeweils für den Winter- und Sommerfahrplanabschnitt neu.
  5. Nordrhein-Westfalen: „NRW-Fahrplanbuch“ mit gesondert hergestellten Fahrplantabellen, die sich von den DB-Tabellen unterscheiden und keine Zugnummern enthalten. Der Fernverkehr ist in diesem Fahrplanbuch gesondert aufgeführt. Der Fahrplan ist online für 2,00 Euro erhältlich.[16]
  6. Schleswig-Holstein: „Fahrpläne Schleswig-Holstein“ enthält dem Kursbuch der DB ähnliche Tabellen für das Bundesland. Diese Ausgabe ist nur in Schleswig-Holstein erhältlich.
  7. Daneben erscheinen in den drei deutschen Stadtstaaten Berlin (VBB), Hamburg ( HVV) und Bremen (VBN) jeweils Fahrplanhefte von Verkehrsverbünden die jeweils das ganze Bundesland erfassen.

Nummerierung [Bearbeiten]

Die Verkehrslinien sind in so genannte Kursbuchstrecken-Nummer (Kursbuchstrecke, kurz: KBS) aufgeteilt, zum Beispiel Kursbuchstrecke 440 für die Ruhr-Sieg-Strecke.

Aktuell werden in den Kursbüchern der DB AG zwei- bis fünfstellige Nummern vergeben.

Fernverkehrslinien erhalten zweistellige Nummern, ebenso Nachtzug- und Urlaubslinien, welchen jedoch ein N bzw. F vorangestellt ist. Nahverkehrslinien werden mit einer dreistelligen Nummer bezeichnet. Bestimmte Strecken werden durch eine angefügte Zahl hinter einem Punkt in Teilstrecken unterteilt. Dies können einzelne S-Bahnlinien (z. B. 999.1 für die S-Bahnlinie 1 in München), ausländische Teilstrecke (z. B. 731.1 für die Strecke Lindau-Bludenz/Buchs) oder einzelne Fernverkehrslinien (z. B. 13.1 bzw. 13.2 für die beiden Fernverkehrslinien zwischen Köln und Frankfurt (Main), welche über die Schnellfahrstrecke bzw. durch das Rheintal verlaufen) sein.

Schifffahrtslinien, Bergbahnen und Museums- bzw. Nostalgiebahnen werden mit einer fünfstelligen Nummer bezeichnet. Diese beginnen mit einer 10 (Schifffahrtslinien), 11 (Bergbahnen) oder einer 12 (Museumsbahnen). Zweigt letztgenannte von einer Nahverkehrslinie ab, so folgt den beiden Ziffern die Nummer dieser Nahverkehrslinie, z. B. wird so die Strecke Gotteszell–Viechtach, welche von der KBS 905 abzweigt, mit der Nummer 12905 bezeichnet.

Bahnbuskursbuch [Bearbeiten]

Bis zum Fahrplanjahr 1993/1994 wurden für den Bereich der Deutschen Bundesbahn die Post- und Bahnbusfahrpläne und später die Fahrpläne der regionalen Omnibusverkehrsgesellschaften der DB im sogenannten „Buskursbuch“ (früher „Amtliches Omnibuskursbuch“) herausgegeben. Zuerst in einem Band, dann in zwei und in den letzten drei Ausgabejahren als dreibändiges Werk. Eine zweiteilige Übersichtskarte „Die Bahn – Der Bus“ enthielt für die gesamte Bundesrepublik West die Übersicht der Buslinien, deren Fahrpläne im Buskursbuch veröffentlicht waren. Später erfolgte die Veröffentlichung der Bustabellen in den sogenannten Regionalkursbüchern. Letztmals im Fahrplanjahr 2002 gab es für Bayern ein umfassendes separates Buskursbuch, das zusammen mit der Regionalausgabe „H“ und dem Fernverkehrsteil verkauft wurde.

Heutzutage findet man die regionalen Bustabellen auch in den Orts- oder Kreisfahrplänen und in den Verbundfahrplänen.

Schweiz [Bearbeiten]

Gestaltung bis zum Winterfahrplan 1957/58
Gestaltung vom Sommerfahrplan 1958 bis zum Winterfahrplan 1981/82

Schweizer Kursbücher [Bearbeiten]

Neben den Bahnstrecken sind in den Schweizer Kursbüchern auch die Bus-, Seilbahn- und Schiffslinien enthalten. Bis zum Winterfahrplan 1981/82 wurde es als Amtliches Kursbuch bezeichnet und erschien zweimal jährlich in je einem Band als Sommer- und Winterfahrplan. Es war mit farbigem Papier aufgeteilt in fünf Bereiche:

  • grün: Informationen, Tarife, Ortsverzeichnis
  • rot: internationale Bahnfahrpläne (Felder B bis Z2)
  • weiss: Eisenbahnlinien (Felder 1 bis 130c), Seilbahnen (Felder 131-324) sowie Tram- und Trolleybuslinien, soweit sie nicht deutlich dem innerstädtischen Verkehr zuzuordnen waren
  • blau: Schiffslinien (Felder 351 bis 379)
  • gelb: Autobuslinien, inklusive innerstädtischem Verkehr, und Pferdekutschen, geordnet nach Postkreisen (Felder 401 bis 848d)

Seit der Einführung des Taktfahrplans im Sommer 1982 trägt es die Bezeichnung Offizielles Kursbuch. Seit der Einführung des Jahresfahrplans zum 31. Mai 1987 wurde es zweiteilig herausgegeben: Der blaue, ca. 1300 Seiten dicke Band beinhaltete die Eisenbahn-, Bergbahn- und Schiffslinien. Der zweite, gelbe Band umfasste rund 2500 Seiten und enthielt die Busfahrpläne. Mit dem Angebotsausbau, aber auch mit der Differenzierung der Angebote zwischen Arbeitstagen und Wochenenden, nahm der Umfang zu und kam an die Grenze dessen, was die Buchbinderei noch verarbeiten konnte. Im Dezember 2005 erschien der gelbe Band deshalb im Format DIN A4, womit zwei Seiten pro Blatt gedruckt werden konnten. Das größere Format wurde teilweise kritisiert und verursachte neue logistische Probleme. Deshalb wurde das Buskursbuch auf das Fahrplanjahr 2008 hin in zwei Bände im DIN-A5-Format aufgeteilt, womit das Kursbuch seit dem 9. Dezember 2007 dreiteilig ist. Seit Dezember 2005 ist der gesamte Inhalt des Kursbuches auch in PDF-Form im Internet verfügbar. Die Liste der aktuellen Fahrplanfelder[17] kann auf der offiziellen Homepage[18] abgefragt und heruntergeladen werden.


Als Alternative und Konkurrenz zum Kursbuch konnte ab 1989 die elektronische Fahrplanauskunft Finajour gekauft werden, welche alle Bahnverbindungen enthielt. Später verkaufte die SBB Fahrplandisketten und dann bis und mit Fahrplan 2010 zum gleichen Preis wie das Kursbuch CDs auf Basis der Software HAFAS. Diese Datenträger enthielten aber nicht das gesamte Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel der Schweiz. Insbesondere fehlten spezielle Angebotsformen (Rufbusse, Umlaufseilbahnen) sowie der gesamte Ortsverkehr. Dieser ist hingegen bei der Online-Version von SBB, TPG und ZVV enthalten. Der ZVV bietet auch weiterhin die Offline-Lösung zum Download an. Sie enthält außer dem Inhalt des gedruckten Kursbuchs auch die Fahrzeiten verschiedener Linien, die im Kursbuch nur summarisch aufgeführt sind.

Nummerierung seit 1982 [Bearbeiten]

Die Linien der Verkehrsmittel sind in nummerierten Fahrplanfeldern aufgeführt. So besitzt die Bahnlinie Basel–Frick–Zürich (Bözberglinie) das Fahrplanfeld 700. Die Seilbahnen und Schiffe haben 2000er- und 3000er-Nummern, wobei die Hunderterstellen in etwa den Bahnlinien folgen, z. B. findet sich die Polybahn in Zürich unter der Nummer 2700 und die Zürichseeschifffahrt unter 3730. Die Kursbuchfeldnummern der Busse basieren auf Regionen, deren Nummerierung ebenfalls grob den Bahnlinien folgt, so haben die Buslinien im ZVV das Präfix 70, gefolgt von einem dreistelligen Suffix, beispielsweise 70.530 für die Linie 530.

Gliederung [Bearbeiten]

Gliederung nach dem Stand des Kursbuchs 2010/2011.

Band 1 Bahnen, Seilbahnen, Schiffe:

  • Bahnen: 100 bis 960
  • Autoverlad durch Alpentunnels: 1975 bis 1986
  • Seilbahnen: 2003 bis 2995
  • Schiffe: 3150 bis 3940
  • Nachtbusse: 9201 bis 9609

Band 2 Autobusse West:

  • Autobusse und Tram: 10.000 bis 50.961

Band 3 Autobusse Ost (einschließlich Fürstentum Liechtenstein):

  • Autobusse und Tram: 60.000 bis 90.951

Österreich [Bearbeiten]

Das Österreichische Eisenbahn-Kursbuch umfasst alle Bahnstrecken Österreichs und Liechtensteins. Enthalten sind dabei auszugsweise auch die Fahrpläne der Museumsbahnen und des Linienschiffverkehrs, nicht mehr aber die Buslinien der heutigen ÖBB-Postbus GmbH. Das Kursbuch erscheint immer kurz vor dem Fahrplanwechsel (Mitte Dezember, früher Ende Mai / Anfang Juni) als Jahresausgabe, Mitte Juni erscheint ein Änderungsband mit aktualisierten Fahrplänen aller Strecken, der mit einem Gutschein in der Jahresausgabe gratis erhältlich ist. Die Informationen über Seilbahnen und den städtischen Nahverkehr sind seit dem Fahrplan 1997/98 nicht mehr enthalten.

Das frühere Buskursbuch der ÖBB gibt es heute nicht mehr. Die Fahrplanseiten der ÖBB-Postbusse sind aber weiterhin in Fahrplanbüchern der einzelnen Verkehrsverbunde ersichtlich und können auf der Homepage der ÖBB als PDF-Datei eingesehen werden.

Liechtenstein [Bearbeiten]

Liechtenstein kennt kein eigenes Kursbuch. Die Liechtenstein Bus gibt Linienpläne aus, welche auch online abgerufen werden können,[19] dies gilt auch für die durch Liechtenstein führende Bahnstrecke von Feldkirch nach Buchs der ÖBB.[20]

Der öffentliche Nahverkehr der Liechtenstein Bus, einer Tochter der Schweizer Postauto, befindet sich im dritten Band des offiziellen Schweizer Kursbuches unter dem Feld 88.[21] Die Bahnstrecke befand sich, da sie durch die ÖBB betrieben wird, bis 2011 im Auslandteil des Schweizer Kursbuches auf dem Feld 5320.[22]

Die Bahnstrecke war ebenfalls im Kursbuch der ÖBB enthalten, so lange dieses existierte. Der öffentliche Nahverkehr der Liechtenstein Bus befindet sich im Fahrplanbuch des VVV (Verkehrsverbund Vorarlberg).

Niederlande [Bearbeiten]

In den Niederlanden erschienen jedes Jahr zum Fahrplanwechsel ein Spoorboekje Binnenland, welches den gesamten Personzugverkehr umfasste, und ein IC-Boekje, welches nur den Fernzugverkehr enthielt. Man bekam diese Bücher an jedem Bahnhof am Fahrkartenschalter. Die Publikation dieser Bücher wurde zum Dezember 2010 (Fahrplan 2011) eingestellt; ab Dezember 2010 ist nur noch eine digitale Version erhältlich. Die regionalen Busfahrpläne gibt es bei den jeweiligen Verkehrsunternehmen.

Europa [Bearbeiten]

Seit 1873 erscheint das Europäische Kursbuch der Thomas Cook Group. In diesem sind die wichtigsten Eisenbahnverbindungen, sowie Schiffsverbindungen in Europa enthalten. Dieses international als Thomas Cook European Rail Timetable vertriebene Kursbuch wurde in Deutschland von der DB AG unter der Bezeichnung Kursbuch Europa für den Winter- und für den Sommerfahrplan herausgegeben. Diese Lizenzausgabe wurde mit der Winterausgabe 2008/09 per 13. Juni 2009 beendet.

Die Deutsche Bahn gab bis Ende 2001 ein eigenes Auslandskursbuch (ab 1995 "Kursbuch Ausland") heraus. Dies umfasste neben den "Fernverbindungen in das Ausland" der Gesamtausgabe (Tabellen A1 bis H7) für jedes Land Fern- und Regionalverbindungen. Die Fahrplantabellen hatten 5-stellige Nummern mit einer "2" am Anfang. Die Ländersortierung orientierte sich an den Auslandstabellen A1 bis H7, beginnend mit der Tabelle A 1 Niebüll - Tondern, bzw. nach deren Stilllegung mit A 2 Hamburg - Flensburg - Dänemark. Ausgehend von Deutschland als Mittelpunkt und der/den Strecke(n) nach Jütland vergleichbar auf einer Uhr in 12 Uhr waren die Strecken im Uhrzeigersinn nach den Grenzübergängen aus Deutschland heraus aufgelistet: A - Skandinavien, B - Polen mit Leningrad und Moskau, C - Tschechoslowakei, D - Österreich (mit Anschlüssen von Wien nach Polen) mit den Balkanländern und zur italienischen Adriaküste, E - Schweiz, Italien, F - Frankreich, Luxemburg, G - Belgien, Paris und London, H - Niederlande und London.

Das Auslandskursbuch begann mit Dänemark, setzte mit Schweden, Norwegen, Finnland, Polen usw. fort. Nicht inbegriffen waren die Fahrpläne der DDR (in der Gesamtausgabe ebenso mit eigenem Teil enthalten, wie die Transitzüge nach Berlin) und die Sowjetunion. Einige Verbindungen der GUS wurden erst ab Mitte der 90er-Jahre aufgenommen. Dagegen beinhaltete das Kursbuch die Verbindungen des asiatischen Teils der Türkei mit Verbindungen bis Teheran, Bagdad (mit Anschluss nach Basra) und Beirut, sowie Marokko, aber auch Sardinien und Korsika. Abgesehen von Eisenbahnfähren, waren die mit Eisenbahnfahrausweisen benutzbaren Schifffahrtsverbindungen kaum aufgelistet.

Ab dem Fahrplanjahr 2002 ging das „Kursbuch Ausland“ in der oben genannten Lizenzausgabe auf.

Welt [Bearbeiten]

Von 1981 bis 2010 gab die Thomas Cook Group den Overseas Timetable als Kurzzusammenfassung der Fahrpläne wesentlicher Bahn- und besonders wichtiger Bus- und Schiffsverbindungen außereuropäischen Länder einschließlich Russland heraus, sofern die entsprechenden Fahrplandaten für die Redaktion verfügbar waren. Die Kapitel aller Länder enthielten Informationen zu den betriebsführenden Bahngesellschaften und hilfreiche Hinweise für Individualreisen sowie in Einzelfällen auch Fahrpreise. In jeder Ausgabe wurde ferner bestimmte Ländern oder Themen ausführlicher dokumentiert. Zuletzt erschienen die Ausgaben alle zwei Monate. Mit der Ausgabe November/Dezember 2010 wurde das Übersee-Kursbuch eingestellt.[23][24]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Alfred B. Gottwald: Der „Vater des Amtlichen Kursbuchs.“ Erinnerung als Alfred Baumgarten. In: Dumjahn´s Jahrbuch für Eisenbahnliteratur 2001, S. 48ff.
  2. Peter Sprickmann Kerkerinck: Ist die DB-Reisezugauskunft auch für Reisende von Privatbahnen brauchbar?. In: Eisenbahn-Revue International. Heft 2/2006, ISSN 1421-2811, S. 102 f.
  3. Gültigkeit der letzten Ausgabe (im Schuber): 14. Dezember 2008 – 12. Dezember 2009
  4. Frankfurter Allgemeine Zeitung 27. Juni 2008: Deutsche Bahn künftig ohne Kursbuch
  5. Letzter Halt Internet
  6. Elektronisches Kursbuch
  7. Streckenkarte
  8. DB Fahrplaninformation auf CD
  9. Eigenes Kursbuch für Bayern. Der Mobilitätsmanager, 9. Dezember 2008, abgerufen am 14. November 2009.
  10. Bayerische Eisenbahngesellschaft: „Bayerische Eisenbahngesellschaft gibt auch 2011 Fahrplanbuch heraus“
  11. Verkehrsministerium Baden-Württemberg abgerufen am 10. Dezember 2012
  12. Mediendaten des Verlages "Zallmann" (PDF; 4,2 MB) abgerufen am 27. August 2012
  13. Website der BEG
  14. http://www.starker-nahverkehr.de/de_DE/fahrplaene/fahrplanmedien-landesnetz/fahrplanbuch-bestellen.html
  15. „Ihr Fahrplan für Thüringen“
  16. http://busse-und-bahnen.nrw.de/service-organisation/service/nrw-fahrplanbuch/
  17. Nummern der Fahrplanfelder
  18. Homepage Fahrplanfelder
  19. Liechtenstein Bus. Fahrplan Liechtenstein Bus
  20. Liechtenstein Bus. Fahrplan Feldkirch–Buchs
  21. Fahrplanfelder.ch, Übersicht der Verkehrsnetze
  22. Fahrplanfelder.ch, Feld 5320 (PDF; 216 kB)
  23. "European Rail Timetable: Overseas Timetable". Abgerufen am 11. Dezember 2011.
  24. "The Final Edition of the Overseas Timetable". Abgerufen am 17. Mai 2012.

Siehe auch [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

  •  Hans-Joachim Ritzau, Franz Garrecht: Kursbücher – Spiegel ihrer Zeit (= Die Eisenbahnszene gestern – heute. Band 3). Verlag Ritzau, Pürgen o.J., ISBN 3-921304-91-1.

Weblinks [Bearbeiten]