Kwanzaa

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Kwanzaa-Fest

Kwanzaa ist ein in den USA verbreitetes Fest, das von Afroamerikanern in der Zeit vom 26. Dezember bis zum 1. Januar begangen wird.

Entstehung und Ablauf[Bearbeiten]

Das Fest wurde seit 1966 von dem amerikanischen Autor Maulana Karenga entwickelt. Kwanzaa ist kein religiöses Fest, sondern ein kulturelles. Der Name ist ein Neologismus, der vom Swahili-Wort „kwanza“ abgeleitet wurde, das „erster“ bedeutet. Es soll sich auf die „ersten Früchte“ (Swahili: „matunda ya kwanza“) beziehen. Karenga wählte diesen ostafrikanischen Ausdruck, um damit auf Traditionen aus west- und südafrikanischen Erntefesten zu verweisen.

In jeder der sieben Nächte der Kwanzaa-Feier wird eine Kerze im Kinara genannten Kerzenständer angezündet; drei grüne, drei rote und eine schwarze; Farben, die Afrika repräsentieren sollen. Jeder Tag steht unter einem bestimmten Thema: Einheit (Umoja), Selbstbestimmung (Kujichagulia), Gruppenarbeit und Verantwortung (Ujima), Kooperative Wirtschaftlichkeit (Ujamaa), Sinn und Zweck (Nia), Kreativität (Kumba) und Glaube (Imani).

Kwanzaa-Feier im Rochester Institute of Technology (2003)

Kwanzaa ist der nicht-schwarzen US-amerikanischen Öffentlichkeit erst in den letzten Jahren bekannter geworden. Die amerikanische Postbehörde hat seit 1997 neben Weihnachtsmarken auch Kwanzaa-Briefmarken im Angebot.

Die sieben Prinzipien des Kwanzaa (Nguzo Saba)[Bearbeiten]

  • Umoja (Einigkeit): Streben nach und Erhaltung von Einigkeit in Familie, Gemeinschaft, Nation und Rasse.
  • Kujichagulia (Selbstbestimmung): Sich selbst zu definieren und für sich selbst zu sprechen.
  • Ujima (Zusammenarbeit und Verantwortung): Zueigenmachung und gemeinsame Lösung der Probleme der Mitmenschen.
  • Ujamaa (Gemeinsames Wirtschaften): Aufbau und Aufrechterhaltung eigener Geschäfte, Läden und Unternehmen mit gemeinsamen Profit.
  • Nia (Zielstrebigkeit): Sich selber Ziele setzen und sie mit der Gemeinschaft vereinbaren.
  • Kuumba (Kreativität): Eigene Gemeinde schöner und nützlicher zu machen, als man sie geerbt hat.
  • Imani (Glaube): Mit ganzem Herzen an sein Volk, seine Eltern, Lehrer, Führer, die Gerechtigkeit und den Sieg seines Kampfes zu glauben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Keith A. Mayes: Kwanzaa. Black Power and the Making of the African-American Holiday Tradition. Routledge, New York 2009, ISBN 978-0-415-99855-0.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kwanzaa – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Philipp Dorestal: Rezension zu: Mayes, Keith A.: Kwanzaa. Black Power and the Making of the African-American Holiday Tradition. New York 2009. In: H-Soz-u-Kult, 9. Februar 2010.