Fest

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Fest als gesellschaftliche Veranstaltung, zu anderen Bedeutungen siehe Fest (Begriffsklärung).

Ein Fest (altgriechisch ἑορτή heortē) ist ein besonderer Tag, ein gesellschaftliches oder religiöses Ritual oder ein Ereignis, zu dem sich Menschen an einem Ort zu einem besonderen Zeitpunkt treffen und gesellig sind. Der ursprüngliche Sinn des griechischen Ausdrucks besitzt einen religiösen Charakter und wird mit "Liebeserweis an die Gottheit" beschrieben.[1]

Das deutsche Wort „Fest“ stammt vom lateinischen Begriff festum für das Feiern vorgesehener Zeitabschnitte und ist mit dem hebräischen Moed, einem fest-gesetzten Zeitpunkt für die Begegnung mit Gott, verwandt. Ein Synonym ist Feier (v. lat. feriae, urspr. fesiae). Beide Begriffe wurzeln in fanum: das Religiöse. Während des Festes ruhen meist profane Tätigkeiten. Feste und Feiern gliedern die Zeit in Zyklen, Perioden und Rhythmen, womit die Menschen sich Zeit und Leben handhabbar zu machen suchen (vgl. Feiertag und Feierabend).

Feste wirken – soziologisch gewendet – gemeinschaftsstiftend und gemeinschaftserhaltend. Bestimmte Rituale (z. B. das Festmahl) festigen den Zusammenhalt.

Feste heben sich durch besondere Bräuche, die auch hohe Emotionalität (Freude, Begeisterung, Anteilnahme) bis hin zur Ekstase erlauben können, aus dem Alltag heraus. Ihnen kann also ein wildes, anarchisches oder destruktives Moment zugrunde liegen, etwa im Karneval. Nach Sigmund Freud ist ein Fest „ein gestatteter, vielmehr ein gebotener Exzeß, ein feierlicher Durchbruch eines Verbotes. Nicht weil die Menschen infolge irgend einer Vorschrift froh gestimmt sind, begehen sie die Ausschreitungen, sondern der Exzeß liegt im Wesen des Festes; die festliche Stimmung wird durch die Freigebung des sonst Verbotenen erzeugt.“[2] Ein Fest kann aber auch sehr gemessen oder getragen zugehen. So folgten Feste in der Barockzeit strengen Regeln, die sich in Abwandlung zum Teil bis in unsere Tage erhalten haben (Gastgeber, Gast, Festprogramm). Feste - speziell teure und große Feste - stehen auch für eine Art von Geltungskonsum.

Feste haben einen repräsentativen und demonstrativen Aspekt, der sie nach außen hin erkennbar macht (etwa in: Prozession, Tanz, Schauspiel, Wettbewerbe). Man kann sie ggf. als Pilger oder Tourist aufsuchen und sich beteiligen.

Einteilung[Bearbeiten]

Gedeckter Tisch für eine Kindergeburtstagsfeier

Feste kehren wieder und lassen sich unterscheiden in

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Winfried Gebhardt: Fest, Feier und Alltag. Über die gesellschaftliche Wirklichkeit des Menschen und ihre Deutung. Frankfurt / Bern / New York / Paris 1987.
  • Michael Maurer (Hrsg.): Das Fest. Beiträge zu seiner Theorie und Systematik. Böhlau, Köln / Weimar / Wien 2004.
  • Miriam Haller: Das Fest der Zeichen. Schreibweisen des Festes im modernen Drama. Böhlau, Köln / Weimar / Wien 2002. (Kölner Germanistische Studien, Neue Folge, Bd. 3). Zugl. Köln, phil. Diss. 2001.
  • Manfred Knedlik und Georg Schrott (Hrsg.): Solemnitas. Barocke Festkultur in Oberpfälzer Klöstern. Kallmünz 2003.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Joachim Ritter (Hg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie, Bd. 2, Darmstadt 1972, S. 938 f.
  2. Sigm[und]. Freud: Totem und Tabu. Einige Übereinstimmungen im Seelenleben der Wilden und der Neurotiker. Verlag Hugo Heller & Cie., Wien 1913.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Fest – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Feiern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien