Rolladen Schneider LS4

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von LS-4)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Rolladen Schneider LS4
LS4a
Typ: Segelflugzeug
Entwurfsland: Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Bundesrepublik Deutschland
Hersteller: Rolladen Schneider Flugzeugbau, AMS-Flight
Erstflug: 1980
Produktionszeit: 1980 bis 2007
Stückzahl: 1050

Die LS4 ist ein einsitziges Hochleistungs-Segelflugzeug des deutschen Herstellers Rolladen Schneider. Sie ist mit allen drei Subtypen nach Grunau Baby und Blanik mit 1050[1] Maschinen das am dritthäufigsten gebaute zivile Segelflugzeug weltweit. Der Segelflug-Index beträgt 106.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Der Erstflug der LS4 fand im Jahre 1980 statt. Bereits zwei Jahre später folgte die verbesserte Version LS4-a, die um 1990 von der LS4-b ersetzt wurde. Sie wurde als leistungsfähigstes Standardklassen-Modell des Herstellers schließlich von der LS7 abgelöst, blieb aber als einfachere und robustere Maschine für den Vereinsbetrieb weiter in Produktion. Nach dem Konkurs von Rolladen Schneider im Jahre 2003 übernahm die slowenische Firma AMS Flight die Typenbetreuung und Produktion der LS4. Die Firma lieferte 2007 zwei in Slowenien gebaute Exemplare aus[1] und hatte auch ursprünglich weiter geplant, dieses Muster anzubieten. Ende November 2009 wurde allerdings auf den Firmen-Webseiten die Entscheidung bekannt gegeben, die Produktion mangels Rentabilität wieder einzustellen. Die Musterbetreuung wird nun von DG-Flugzeugbau übernommen.[2]

[Bearbeiten] Konstruktion

Die LS4 ist ein einsitziges Hochleistungssegelflugzeug in Kunststoffbauweise mit 15 m Flügelspannweite und einem starren Flügelprofil. Sie entstand unter Verwendung des Rumpfes und der Modifikation des Flügels der LS3. Die Version LS4-a unterscheidet sich von der reinen LS4 vor allem durch das höhere maximale Abfluggewicht, das die Mitnahme von mehr Wasserballast ermöglicht. Die LS4-b bietet neben einem nochmals erhöhten maximalen Abfluggewicht weitere Verbesserungen wie automatische Ruderanschlüsse, ein optionales Spornrad statt des bisher verwendeten Schleifsporns, einen optionalen zusätzlichen Wassertank in der Seitenflosse, sowie einen verstärkten Haubenmechanismus, durch den es möglich wurde, den Instrumentenpilz klappbar an der Haube zu befestigen. Außerdem hat die b-Version einen um 18 cm kürzeren Rumpf, und im Gegenzug eine um 11 cm höhere Seitenflosse[1]. Die Flugeigenschaften werden dadurch aber nicht spürbar beeinflusst.

Mit Ausnahme der automatischen Ruderanschlüsse können alle Neuerungen der b-Version auch in ältere Maschinen nachgerüstet werden, weshalb es mittlerweile sehr viele Mischformen gibt. Insbesondere sind viele LS4 und LS4-a mit einem Spornrad nachgerüstet worden.

Für alle Versionen der LS4 werden inzwischen abnehmbare Winglets zum Nachrüsten angeboten, die die Flugleistungen im Langsamflug und mit Wasserballast verbessern. Durch das durch die Winglets veränderte Trudelverhalten wird allerdings der Wasserballast auf 100 kg herabgesetzt. Die etwa 60 bisher so modifizierten Maschinen werden als LS4 WL bezeichnet. Sie können statt der ansteckbaren Winglets auch mit den alten, geraden Flächenenden geflogen werden. In dieser Konfiguration kann nach wie vor der volle Wasserballast mitgenommen werden.

Von AMS gefertigte LS4 entsprachen der b-Ausführung und wurden zusätzlich bereits werksseitig mit Winglets ausgeliefert.

[Bearbeiten] Nutzung

Je nachdem, ob sie mit Wasserballast oder ohne geflogen wird, startet die LS4 bei Wettbewerben in der Clubklasse (ohne Wasserballast) oder in der Standardklasse (mit Wasserballast). Mit der Saison 2012 wurde ihr Segelflug-Index überarbeitet. Er beträgt nun ohne Winglets 104 und mit Winglets 105. Die LS4 erfreut sich bei Piloten wegen ihrer guten Leistungen und extrem gutmütigen Flugeigenschaften nach wie vor großer Beliebtheit.

[Bearbeiten] Technische Daten

LS4-a
LS4-b
LS4-b WL
Kenngröße Daten
Konstrukteur    Wolf Lemke
Klasse    Standardklasse (ohne Wasserballast auch Clubklasse)
Erstflug    1980
Gebaute Einheiten    LS4 und LS4-a: 837 LS4-b: 211, insg. 1048
Sitzplätze    1
Bauart    Flächen: GfK-Schaum-Sandwich, Rumpf: GfK
Flügelprofil    Wortmann modifiziert
Flügelspannweite    15,00 m
Länge    LS4-a: 6,84 m LS4-b: 6,66 m
Flügelfläche    10,5 m²
Flügelstreckung    21,4
Flächenbelastung    31–45 kg/m²
beste Gleitzahl    40,5
geringstes Sinken    0,60 m/s
Höchstgeschwindigkeit    280 km/h
Mindestgeschwindigkeit    68 km/h
sichere Lastvielfache    +5,3g/−2,65g
Wasserballast    160 Liter, LS4 WL: 100 Liter
Leergewicht    235 kg
max. Zuladung    110 kg (Pilot und Fallschirm), LS4 WL: 100 kg
min. Zuladung    70 kg (55 kg mit drei Trimmgewichten)
max. Flugmasse    LS4-a: 475kg LS4-b: 525kg
max. Masse d. nichttragenden Teile    230 kg
Index    104

[Bearbeiten] Quellen

Flughandbuch LS4-a/b

  1. a b c Beschreibung der LS4-Versionen auf der Webseite von AMS, dem jetzigen Hersteller
  2. www.dg-flugzeugbau.de

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: LS4 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen