Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
| Landeszentrale für politische Bildung | |
|---|---|
| Staatliche Ebene | Baden-Württemberg |
| Stellung der Behörde | Landeszentrale |
| Rechtsform | Anstalt des öffentlichen Rechts |
| Aufsichtsbehörde(n) | Staatsministerium Baden-Württemberg und Kuratorium |
| Gründung | 1972 (1950) |
| Hauptsitz | Stuttgart |
| Behördenleitung | Lothar Frick |
| Anzahl der Bediensteten | 98 |
| Website | Homepage der Zentrale |
Die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) ist die zentrale überparteiliche staatliche Einrichtung für die politische Bildung in Baden-Württemberg. Die LpB Baden-Württemberg wendet sich grundsätzlich an alle Bürger des Landes Baden-Württemberg - und darüber hinaus. Wegen ihrer Mittlerrolle sind Multiplikatoren, wie Lehrer an Schulen und Hochschulen und Studenten oder Schüler, besonders angesprochen.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte[Bearbeiten]
Die LpB Baden-Württemberg wurde per Regierungsbekanntmachung vom 25. Januar 1972 gegründet.[1] Sie ist die Nachfolgeorganisation der Arbeitsgemeinschaft „Der Bürger im Staat e. V.“, die am 21. Dezember 1950 ins Leben gerufen worden war und an die heute noch die LpB-Vierteljahreszeitschrift „Der Bürger im Staat“ [2]erinnert.
Organisation[Bearbeiten]
Die LpB Baden-Württemberg ist eine nicht rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts im Geschäftsbereich des Staatsministeriums Baden-Württemberg. Sie hat ihren Hauptsitz in Stuttgart und gliedert sich in vier Abteilungen:
- Zentraler Service
- Haus auf der Alb mit Sitz in Bad Urach
- Demokratisches Engagement
- Medien und Methoden, aufgeteilt in Medien und Regionale Arbeit
Für die regionale Arbeit unterhält die Landeszentrale Außenstellen in Freiburg im Breisgau und Heidelberg. In Bad Urach am nördlichen Rand der Schwäbischen Alb befindet sich das Tagungszentrum der LpB "Haus auf der Alb".
Die Überparteilichkeit der LpB Baden-Württemberg wird durch ein Kuratorium sichergestellt. Es besteht aus 17 Mitgliedern des Landtags und sieben weiteren sachverständigen Persönlichkeiten. Das grundlegende Dokument für die Prinzipien politischer Bildung im staatlichen Auftrag ist der 1976 von Hans-Georg Wehling auf einer Didaktiker-Tagung der LpB Baden-Württemberg formulierte Beutelsbacher Konsens:[3]
- Überwältigungsverbot: Es ist nicht erlaubt den Schüler (...) im Sinne erwünschter Meinungen zu überrumpeln und damit an der "Gewinnug eines eigenständiges Urteils" zu hindern. (Indoktrinationsverbot)
- Was in der Wissenschaft und Politik kontrovers ist, muss auch im Unterricht kontrovers erscheinen.
- Der Schüler muss in die Lage versetzt werden, eine politische Situation und seine eigene Interessenlage zu analysieren sowie nach Mitteln und Wege zu suchen, die vorgefundene politische Lage im Sinne seiner Interessen zu beeinflusse. [4]
Die LpB Baden-Württemberg ist, wie die anderen Landeszentralen für politische Bildung, selbstständig und der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) organisatorisch nicht nachgeordnet. Sie pflegt ein eigenständiges Profil, mit dem sie das Angebot der Bundeszentrale landesspezifisch ergänzt.
Tätigkeitsbereiche[Bearbeiten]
Die LpB Baden-Württemberg erfüllt ihre Aufgaben im Wesentlichen mit Veranstaltungen, Veröffentlichungen und einem Internetangebot. Jedes Jahr steht unter einem besonderen Schwerpunktthema:
- 2008: Klima
- 2009: Wahlen (Kommunal- und Europawahl)
- 2010: kein Schwerpunkt
- 2011: Landtagswahl
- 2012: 60 Jahre Baden-Württemberg
- 2013: Bürgerbeteiligung
Jährlich werden – allein und zusammen mit anderen Einrichtungen – 700 bis 800 Veranstaltungen durchgeführt. Hierzu zählen:
- Seminare und Workshops
- Aktionstage und Politische Tage für Schulklassen
- Exkursionen und Bildungsreisen
- Tagungen, Kongresse und Symposien
- Vorträge und Ausstellungen
- Aktionen und Wettbewerbe
Soweit die Veranstaltungen nicht offen für alle ausgeschrieben sind, richten sie sich an Mitglieder bestimmter Zielgruppen wie Schulklassen, Jugendgruppen, Lehrkräfte.
Der Publikationsbereich umfasst klassische Printprodukte (Bücher, Zeitschriften, Broschüren), Offline-Medien (CD, CD-ROM, DVD) und Internetangebote. Zu den Druckformaten gehören die Zeitschriften „Der Bürger im Staat“, „Politik & Unterricht“, „Deutschland & Europa“ sowie die Buchreihen „Schriften zur politischen Landeskunde Baden-Württembergs“ und „Didaktische Reihe“. Dazu kommen pädagogische Handreichungen in den drei Reihen Bausteine, Materialien und Planspiele, außerdem Lernmedien, Spiele und Puzzles.
Die LpB Baden-Württemberg betreut darüber hinaus den Schülerwettbewerb des Landtags von Baden-Württemberg zur Förderung der politischen Bildung,[5] das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ)[6] sowie die Gedenkstättenarbeit.[7]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ http://www.lpb-bw.de/bekanntmachung_lpb.html?&type=123
- ↑ http://www.buergerimstaat.de/
- ↑ http://www.lpb-bw.de/beutelsbacher-konsens.html?&type=123
- ↑ Hans-Georg Wehling in: Siegfried Schiele/Herbert Schneider (Hrsg.): "Das Konsensproblem in der politischen Bildung", Stuttgart 1977 S. 179
- ↑ http://www.schuelerwettbewerb-bw.de.
- ↑ http://www.foej-bw.de/
- ↑ http://www.gedenkstaetten-bw.de/
Weblinks[Bearbeiten]
- Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
- Das Informationsportal zur politischen Bildung der Zentralen für politische Bildung
Bundesweite Einrichtungen: Bundeszentrale für politische Bildung | Bundesarbeitsgemeinschaft Politische Bildung Online
Landeszentralen: Baden-Württemberg | Bayern | Berlin | Brandenburg | Bremen | Hamburg | Hessen | Mecklenburg-Vorpommern | Niedersachsen (aufgelöst) | Nordrhein-Westfalen | Rheinland-Pfalz | Saarland | Sachsen | Sachsen-Anhalt | Schleswig-Holstein | Thüringen
48.771939.18994Koordinaten: 48° 46′ 19″ N, 9° 11′ 24″ O