Landis+Gyr

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Landis+Gyr AG
Logo Landis+Gyr
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1896
Sitz Zug, Schweiz
Leitung Andreas Umbach
(CEO)
Munehiko Tsuchiya
(VR-Präsident)
Mitarbeiter 5’070 (2008)
Umsatz 1,364 Mrd. USD (2008)
Branche Messtechnik
Produkte Zähler, Systeme und Dienstleistungen für die EnergieverbrauchsmessungVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.landisgyr.com

Landis+Gyr (frühere Schreibweise Landis & Gyr) mit Sitz in Zug ist ein international tätiger Schweizer Hersteller von Zählern und Systemen zur Messung von Energieverbrauch.

Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt unter den Marken Ampy Metering, Ampy Email, Hunt Technologies, Cellnet sowie Landis+Gyr elektronische und elektromechanische Haushaltzähler, Gewerbe- und Industriezähler, Hochpräzisionszähler, Smart Meter, Kommunikationseinheiten für Industrie- und Präzisionszähler, Kälte- und Wärmezähler sowie AMR- und AMI-Lösungen. Landis+Gyr ist auf dem Gebiet der Energiemesstechnik Weltmarktführer.

Die aus 45 Gesellschaften in 30 Ländern bestehende Unternehmensgruppe beschäftigt mehr als 5'000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2008 einen Umsatz von 1,364 Milliarden US-Dollar.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1896 durch Richard Theiler und Adelrich Gyr in Zug unter dem Namen «Electrotechnisches Institut Theiler & Co.» gegründet und stellte Stromzähler sowie Telefoninduktoren und Phonographen her. In den Jahren 1904 und 1905 vollzog das Unternehmen einen Besitzerwechsel. Während sich Theiler zurückzog, übernahm der Ingenieur Heinrich Landis den Betrieb mit Karl Heinrich Gyr als Teilhaber. Das damals 55 Mitarbeiter zählende Unternehmen wurde entsprechend zunächst in «Heinrich Landis, vormals Theiler & Co.» und 1905 in «Landis & Gyr» umbenannt.

Mit der sich stark entwickelnden Elektroindustrie und der damit verbundenen hohen Nachfrage nach Stromzählern erfuhr der Betrieb in der folge ein starkes Wachstum, das zur Expansion ins europäische Ausland führte. 1914 wurde die mittlerweile über 500 Mitarbeiter zählende Landis & Gyr in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges expandierte das Unternehmen in die Vereinigten Staaten und nach Australien. Das Wachstum auf internationaler Ebene wurde unter anderem auch durch Übernahmen vorangetrieben. 1924 zählte Landis & Gyr in Zug eine Belegschaft von 1'100 Personen. Ab den 1930er Jahren wurde die Produktion auf weitere Produkte der Fernmess- und Fernwirktechnik sowie der wärmetechnischen Steuerung erweitert.

1956 übernahmen mit Andreas Brunner und Gottfried Straub zwei Mitglieder der Familie Gyr die Unternehmensleitung. Diese regelten die Finanzierung und Rechnungsführung neu, öffneten das Unternehmen für Publikumsaktionäre und erweiterten die Aktivitäten auf Dienstleistungsautomaten und Produkte der Klima- und Lüftungstechnik. Der Jahresumsatz lag mittlerweile bei 80 Millionen Franken. Die Mitarbeiterzahl wuchs von damals rund 7'800 bis um 1970 auf etwa 14'000 Mitarbeiter, 5'200 davon in Zug.

1976 erwarb Landis & Gyr in den Vereinigten Staaten die auf Stromzähler spezialisierte US-amerikanische «Duncan Electronics». Zu diesem Zeitpunkt zählte Landis & Gyr weltweit 15'500 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von 900 Millionen Franken. Dies stellte auch den vorübergehenden Höhepunkt des bisherigen Wachstums des Unternehmens dar.

Ab Mitte der 1970er Jahre, besonders aber nach dem Rücktritt von Brunner und Straub 1984, musste der Konzern mehrmals einer Restrukturierung und Redimensionierung unterzogen werden. 1987 ging Landis & Gyr in den Besitz von Stephan Schmidheiny über, der das Unternehmen 1995 an Elektrowatt verkaufte. Diese wiederum ging 1998 in den Besitz von Siemens über, welche Landis & Gyr mit ihrer eigenen Zählersparte zur «Siemens Metering AG» in Zug fusionierte.

2002 beschloss Siemens, sich aus dem Messgeschäft zurückzuziehen und veräusserte ihre Mehrheitsbeteiligung an die Private-Equity-Gesellschaft Kohlberg Kravis Roberts & Co.. Damit verbunden war auch die Umfirmierung in den ursprünglichen Namen «Landis+Gyr». Ab 2004 und dem erfolgreich abgeschlossenen Turnaround befand sich Landis+Gyr im Besitz der australischen Investmentgesellschaft «Bayard Capital».

2011 wurde Landis + Gyr für 2,3 Mrd. USD von Toshiba erworben.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Matthias Wiesmann: Karl Heinrich Gyr (1879–1949) – Der Aufbau des Weltkonzerns Landis & Gyr. Verein für wirtschaftshistorische Studien, Zürich 2012, ISBN 978-3-909059-57-7.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tagesschau: Landis+Gyr wird japanisch – Toshiba zahlt 2,3 Mrd. Dollar. Abgerufen am 19. Mai 2011.