Landkreis Teschen

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Der Landkreis Teschen bestand zwischen 1939 und 1945 im besetzten Polen und Sudetenschlesien. Er umfasste am 1. Januar 1945 16 nach der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar verwaltete Gemeinden, davon sieben Städte und 115 weitere in Amtsbezirken zusammengefasste Gemeinden.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten]

Österreich und Tschechoslowakei[Bearbeiten]

Bis 1918 gehörte das Gebiet als Herzogtum Teschen zur österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie, fiel dann teilweise an die Tschechoslowakei, die erfolgreich eine Volksabstimmung verhindert hatte. Der darauf folgende Polnisch-Tschechoslowakischer Grenzkrieg wurde von Polen verloren, das Olsagebiet blieb bei der Tschechoslowakei. Nachdem die Tschechoslowakei infolge des Münchner Abkommens zerschlagen wurde, besetzte Polen das Olsagebiet.

Polen[Bearbeiten]

Bei Beginn des Zweiten Weltkrieges gehörten die Landkreise Cieszyn – einschließlich des 1938 besetzten tschechoslowakischen Olsagebiets – und Freistadt (auch bis 1938 tschechisch) zu Polen, und zwar zur Woiwodschaft Schlesien.

Nach der deutschen Besetzung Polens im September 1939 gehörten beide Landkreise vor der Eingliederung in das Deutsche Reich zum Militärbezirk Oberschlesien. Sie wurden bereits gemeinsam von einem Landkommissar verwaltet.

Deutsches Reich[Bearbeiten]

Zum 26. Oktober 1939 wurden diese bisher polnischen Landkreise nunmehr als ein Landkreis mit dem Namen Teschen Teil des neugebildeten Regierungsbezirks Kattowitz in der preußischen Provinz Schlesien.

Das Landratsamt war in der Stadt Teschen.

Zum 18. Januar 1941 wurde die Provinz Schlesien aufgelöst. Aus den bisherigen Regierungsbezirken Kattowitz und Oppeln wurde die neue Provinz Oberschlesien gebildet.

Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt und trat danach wieder unter polnische und tschechoslowakische Verwaltung. Damit wurde die Stadt Teschen wieder geteilt.

Politik[Bearbeiten]

Landkommissar[Bearbeiten]

1939–9999: ?

Landräte[Bearbeiten]

1939–1940: ?
1940–1945: Udo Krüger

Kommunalverfassung[Bearbeiten]

Nach der Eingliederung in das Deutsche Reich wurden bis 1945 die Städte Jablunkau, Karwin, Neu Oderberg, Orlau, Skotschau, Teschen und Trzynietz, ferner die Gemeinden Dombrau, Lazy, Peterswald, Poremba, Reichwaldau, Steinau, Suchau, Ustron und Weichsel der im Altreich gültigen Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 unterstellt, welche die Durchsetzung des Führerprinzips auf Gemeindeebene vorsah. Die Stadt Freistadt war 1944 mit der Stadt Karwin zusammengeschlossen worden.

Alle übrigen Städte und Gemeinden waren in Amtsbezirken zusammengefasst und wurden durch Amtskommissare verwaltet.

Ortsnamen[Bearbeiten]

Durch unveröffentlichten Erlass vom 29. Dezember 1939 galten vorläufig hinsichtlich der bisher polnischen Ortsnamen die bis 1918 gültigen österreichischen Ortsnamen. Diese globale Rückbenennung war möglich, da noch das gesamte deutsche Kartenwerk für die 1920 an Polen und die Tschechoslowakei abgetretenen Gebiete (auch) die früheren deutschen und österreichischen Ortsnamen weitergeführt hatte.

Zu einer endgültigen Vergabe rein deutscher Ortsbezeichnungen ist es bis Kriegsende nicht mehr gekommen. Diese war aber bis ins Einzelne bereits vorbereitet. Es handelte sich dabei um lautliche Angleichungen, Übersetzungen, Neuschöpfungen oder Verbesserungen der seit 1939 vorläufig gültigen Namen, zum Beispiel:

Literatur[Bearbeiten]

  • Josef Bartoš, Jindřich Schulz, Miloš Trapl: Historický místopis Moravy a Slezska v letech 1848-1960. Sv. 15, okresy: Frýdek-Místek, Český Těšín. Univerzita Palackého v Olomouci, Olomouc 2000.
  • Josef Bartoš, Jindřich Schulz, Miloš Trapl: Historický místopis Moravy a Slezska v letech 1848-1960. Sv. 16, okresy: Ostrava, Fryštát, Hlučín. Univerzita Palackého v Olomouci, Olomouc 2011.

Weblinks[Bearbeiten]