Landtag des Freistaates Anhalt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Landtag des Freistaates Anhalt
Landesflagge Landeswappen
Flagge Landeswappen
Basisdaten
Sitz: Dessau
Wahlsystem: Verhältniswahl mit geschlossenen Listen
Anzahl der Stimmen: 1
Rechenverfahren: Hare-Niemeyer-Verfahren
Anzahl der Wahlkreise: 1
Wahlberechtigte: zirka 198.000 (1918) bis 245.000 (1932)
Legislaturperiode: 4 Jahre (bis 1923: 3 Jahre)
Erste Sitzung: 20. Februar 1919

Der Landtag des Freistaates Anhalt war das Landesparlament und damit die Legislative des Freistaates Anhalt in der Weimarer Republik. Sein Vorgänger waren die Landstände des Herzogtums Anhalt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Rechtsgrundlage und Aufbau

Gemäß Art. 7 ff. der Verfassung[1] des Freistaates Anhalt vom 18. Juli 1919 bestand der Landtag aus 36 Abgeordneten, die nach dem Grundsatz der Verhältniswahl für eine Dauer der Wahlperiode von drei Jahren (ab 1923: 4 Jahren) gewählt wurden. Mindestalter für das aktive und passive Wahlrecht waren 21 Jahre.

Seine Aufgaben waren die Gesetzgebung, die Überwachung der Staatsführung und Verwaltung, die Wahrnehmung des Budgetrechtes, die Wahl des Staatsministerium sowie gegebenenfalls der Ministeranklage.

Rechtsgrundlage für die Wahl des Landtags war das Landeswahlgesetz vom 7. Mai 1920.

Mit dem Gesetz über den Neuaufbau des Reichs vom 30. Januar 1934 wurde das Landesparlament aufgelöst. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde anstelle des Landes Anhalt das Land Sachsen-Anhalt in der Sowjetischen Besatzungszone errichtet. Dessen Landtag übernahm die Funktionen der Landtage der Vorgängerländer.

[Bearbeiten] Sitz

Der Landtag hatte seinen Sitz in Dessau.

[Bearbeiten] Landtagspräsidenten

[Bearbeiten] Landtagswahlen

[Bearbeiten] Landtagswahl 1918

Landtagswahl 1918
Wahlbeteiligung: 81,05 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
58,03 %
34,05 %
5,93 %
2,00 %
Anmerkungen:
c DNVP und Landbund

Am 15. Dezember 1918 erfolgte die Wahl zur konstituierenden Landesversammlung.

Landtagswahl 1918
Partei Stimmanteil in % Sitze Veränderung (Sitze)
SPD 58,03 % 22 Sitze  
DDP 19,9 % 12 Sitze  
Deutschnationale Volkspartei und Landbund 5,93 % 2 Sitze  

An 100 % fehlende Stimmen gingen an nicht im Landtag vertretene Wahlvorschläge.[2]

Liste der Mitglieder des Landtages (Freistaat Anhalt) (1. Wahlperiode)

[Bearbeiten] Landtagswahl 1920

Landtagswahl 1920
Wahlbeteiligung: 84,89 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
35,77 %
18,30 %
16,85 %
15,67 %
13,41 %
keine
Sonst.
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 1918
 %p
 20
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
-15
-20
-25
-22,26 %p
+18,30 %p
+10,92 %p
-18,38 %p
+13,41 %p
-2 %p
Sonst.
Anmerkungen:
c DNVP und Landbund

Am 6. Juni 1920 erfolgte die Wahl zum 2. Landtag.

Landtagswahl 1920
Partei Stimmanteil in % Sitze Veränderung (Sitze)
SPD 35,77 % 13 Sitze - 9 Sitze
USPD 18,3 % 6 Sitze + 6 Sitze
Deutschnationale Volkspartei und Landbund 16,85 % 6 Sitze + 4 Sitze
DDP 15,67 % 6 Sitze - 7 Sitze
DVP 13,41 % 5 Sitze + 5 Sitze

An 100 % fehlende Stimmen gingen an nicht im Landtag vertretene Wahlvorschläge.[3]

Liste der Mitglieder des Landtages (Freistaat Anhalt) (2. Wahlperiode)

[Bearbeiten] Landtagswahl 1924 (I)

Am 22. Juni 1924 erfolgte die Wahl zum 3. Landtag.

Landtagswahl 1924 (I)
Partei Stimmanteil in % Sitze Veränderung (Sitze)
SPD 37,03 % 13 Sitze +- 0 Sitze
DVP 15,98 % 6 Sitze - 1 Sitz
DNVP 12,20 % 4 Sitze - 2 Sitze
KPD 9,53 % 4 Sitze - 2 Sitze
Landbund 8,37 % 3 Sitze + 3 Sitze
Völkisch-sozialer Freiheitsblock 4,10 % 2 Sitze + 2 Sitze
DDP 3,53 % 1 Sitz - 5 Sitze
Hausbesitz und Gewerbe 3,37 % 1 Sitz + 1 Sitz
Hausbesitz (Stadt und Land) 2,05 % 1 Sitz + 1 Sitz
Bodenreform 1,71 % 1 Sitz + 1 Sitz

An 100 % fehlende Stimmen gingen an nicht im Landtag vertretene Wahlvorschläge.[4]

Liste der Mitglieder des Landtages (Freistaat Anhalt) (3. Wahlperiode)

Der Landtag löste sich durch ein einstimmig beschlossenes Gesetz am 9. Juli 1924 auf.

[Bearbeiten] Landtagswahl 1924 (II)

Am 9. November 1924 erfolgte die Wahl zum 4. Landtag.

Landtagswahl 1924 (II)
Partei Stimmanteil in % Sitze Veränderung (Sitze)
SPD 40,95 % 15 Sitze + 2 Sitze
Volksgemeinschaft 38,85 % 14 Sitze + 14 Sitze
DDP 7,29 % 3 Sitze + 2 Sitze
KPD 5,85 % 2 Sitze - 2 Sitze
Nationale Freiheitspartei 4,14 % 1 Sitz + 1 Sitz
Mieterschutz und Bodenreformer 1,67 % 1 Sitz + 1 Sitz

An 100 % fehlende Stimmen gingen an nicht im Landtag vertretene Wahlvorschläge.[5]

Liste der Mitglieder des Landtages (Freistaat Anhalt) (4. Wahlperiode)

[Bearbeiten] Landtagswahl 1928

Am 20. Mai 1928 erfolgte die Wahl zum 5. Landtag.

Landtagswahl 1928
Partei Stimmanteil in % Sitze Veränderung (Sitze)
SPD 42,45 % 15 Sitze +- 0 Sitze
Listenverbindung: Deutsche Volkspartei, Deutschnationale Volkspartei, Landbundliste 33,11 % 12 Sitze  
Davon: DVP 15,51  % 6 Sitze  
Davon: Landbundliste 10,91 % 4 Sitze  
Davon: DNVP 6,69 % 2 Sitze  
Anhaltischer Haus- und Grundbesitz und Reichspartei des deutschen Mittelstandes (Wirtschaftspartei) 7,56 % 3 Sitze  
Davon: Anhaltischer Haus- und Grundbesitz 4,15 % 2 Sitze  
Davon: Reichspartei des deutschen Mittelstandes (Wirtschaftspartei) 3,36 % 1 Sitz  
KPD 7,56 % 3 Sitze + 1 Sitz
DDP 4,24 % 2 Sitze  
NSDAP 2,07 % 1 Sitz + 1 Sitz

An 100 % fehlende Stimmen gingen an nicht im Landtag vertretene Wahlvorschläge.[6]

Liste der Mitglieder des Landtages (Freistaat Anhalt) (5. Wahlperiode)

[Bearbeiten] Landtagswahl 1932

Am 24. April 1932 erfolgte die Wahl zum 6. Landtag.

Landtagswahl 1932
Partei Stimmanteil in % Sitze Veränderung (Sitze)
NSDAP 40,88 % 15 Sitz + 14 Sitze
SPD 34,27 % 12 Sitze - 3 Sitze
KPD 9,31 % 3 Sitze +- 0 Sitze
Deutschnationale Volkspartei und Stahlhelm 5,85 % 2 Sitze +- 0 Sitze
Anhaltischer Haus- und Grundbesitz 2,91 % 1 Sitz - 1 Sitz
Deutsche Staatspartei 1,47 % 1 Sitz - 1 Sitz

An 100 % fehlende Stimmen gingen an nicht im Landtag vertretene Wahlvorschläge.[7]

Liste der Mitglieder des Landtages (Freistaat Anhalt) (6. Wahlperiode)

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Verfassung für Anhalt
  2. Die Wahlen zum Anhaltischen Landtage und Deutschen Reichstage am 20. Mai 1928 nebst Zusammenstellungen über die Wahlen zum Anhaltischen Landtage in den Jahren 1924 und 1928. Dessau 1928, Seite 38 / J. Falter, T. Lindenberger, S. Schumann: Wahlen und Abstimmungen in der Weimarer Republik: Materialien zum Wahlverhalten, 1919 – 1933. München 1986, Seite 89 - zusammengefasst auf www.gonschior.de
  3. Die Wahlen zum Anhaltischen Landtage und Deutschen Reichstage am 20. Mai 1928 nebst Zusammenstellungen über die Wahlen zum Anhaltischen Landtage in den Jahren 1924 und 1928. Dessau 1928, Seite 38 / J. Falter, T. Lindenberger, S. Schumann: Wahlen und Abstimmungen in der Weimarer Republik: Materialien zum Wahlverhalten, 1919 – 1933. München 1986, Seite 89 - zusammengefasst auf www.gonschior.de
  4. Die Wahlen zum Anhaltischen Landtage und Deutschen Reichstage am 20. Mai 1928 nebst Zusammenstellungen über die Wahlen zum Anhaltischen Landtage in den Jahren 1924 und 1928. Dessau 1928, Seite 34ff. - zusammengefasst auf www.gonschior.de
  5. Statistisches Reichsamt (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich, Jahrgang 1926–1934. Berlin 1926ff., Seite 454f. - zusammengefasst auf www.gonschior.de
  6. Statistisches Reichsamt (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich, Jahrgang 1926–1934. Berlin 1926ff., Seite 582f. - zusammengefasst auf www.gonschior.de
  7. Statistisches Reichsamt (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich, Jahrgang 1926–1934. Berlin 1926ff., Seite 544f. - zusammengefasst auf www.gonschior.de
Meine Werkzeuge
Namensräume

Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge