Leśna

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Dieser Artikel beschreibt die Stadt Leśna. Für das gleichnamige Dorf siehe Leśna (Lewin Kłodzki).
Leśna
Wappen von Leśna
Leśna (Polen)
Leśna
Leśna
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Landkreis: Lubań
Geographische Lage: 51° 1′ N, 15° 16′ O51.02333333333315.263611111111Koordinaten: 51° 1′ 24″ N, 15° 15′ 49″ O
Einwohner: 4654
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 59-820
Telefonvorwahl: (+48) 75
Kfz-Kennzeichen: DLB
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 14 Schulzenämter
Fläche: 104,50 km²
Einwohner: 10.489
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 100 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0210033
Verwaltung
Bürgermeister: Mirosław Adam Markiewicz
Adresse: Rynek 19
59-820 Leśna
Webpräsenz: www.lesna.pl

Leśna (deutsch Marklissa) ist eine Stadt im Powiat Lubański in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Sie ist Sitz der gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde.

Geographie[Bearbeiten]

Leśna liegt im Vorland des Isergebirges, am linken Ufer des Queis, der sich dort in einem scharfen Knick nach Norden wendet. Westlich der Stadt fließt der Miłoszowski Potok. Gegen Südosten erhebt sich der Zangenberg.

Nachbarorte sind Smolnik (Schadewalde) und Szyszkowa (Oberörtmannsdorf) im Norden, Bożkowice (Eckersdorf) und Biedrzychowice im Nordosten, Stankowice (Rengersdorf), Złotniki Lubańskie und Złoty Potok (Goldbach) im Osten, Świecie (Schwerta) und Giebułtów im Südosten, Miłoszów im Süden und Grabiszyce (Gerlachsheim) im Westen. Jenseits der Grenze zu Tschechien, die südlich verläuft, liegen der Grenzübergang Srbska sowie Jindřichovice pod Smrkem.

Geschichte[Bearbeiten]

„Lissa“, dessen spätere Bezeichnung „Mark“lissa erst seit 1574 belegt ist, gehörte von Anfang an zum oberlausitzschen Queiskreis, in dem sie die einzige Stadtgründung war. Obwohl die umliegenden Waldhufendörfer Nieder- und Ober Örtmannsdorf, Schadewalde und Hartmannsdorf zwischen 1230 und 1260 entstanden, wurde Marklissa vermutlich erst nach der Mitte des 13. Jahrhunderts gegründet. Nach dem Untergang der Burg Lesne, die zusammen mit den Burgen Tzschocha und Świecie den Queiskreis bildete, ging die Bedeutung und das Herrschaftsgebiet der Burg Lesne nach 1329 auf die Stadt Marklissa über, die erst für dieses Jahr erstmals urkundlich erwähnt ist. Da der Queiskreis nach dem Aussterben der brandenburgischen Askanier 1319 an den Herzog Heinrich I. von Jauer gefallen war, dessen Mutter Beatrix († 1316) eine Askanierin war, ist es möglich, dass Marklissa erst unter Herzog Heinrich I. gegründet wurde. Nach dessen Tod 1346 fiel Marklissa zusammen mit dem Queiskreis als erledigtes Lehen durch Heimfall an Böhmen. Danach gehörten Stadt und Herrschaft Marklissa dem Adelsgeschlecht Uechtritz und ab 1415 bis 1784/85 dem Adelsgeschlecht Debschitz.

Die früheste Stadtanlage entstand unterhalb der Stadtpfarrkirche, die für das Jahr 1346 belegt ist. Sie wurde jedoch nach den Zerstörungen durch die Hussitenkriege 1431, einem Hochwasser 1432 und einem Brand 1434 aufgegeben. Ihr Gebiet fiel später als „Altstadt“ an Schadewalde, zu dessen Gemarkung nun auch die Stadtpfarrkirche gehörte. Die neue Stadtanlage entstand etwas weiter südlich in höherer Lage. Sie wurde mit einem rechteckigen Marktplatz angelegt und hatte einen schachbrettartigen Grundriss. Obwohl sie nicht ummauert war, wurde sie über drei Tore, das Ober-, Schwert- und Kirchtor, erreicht. Sie lag an einer älteren Straßenverbindung, die von Oberdeutschland über Zittau und Friedland nach Lauban führte. 1515 erhielt Marklissa das Privileg für die Abhaltung von Jahrmärkten, und 1578 ist die Zunft der Leineweber belegt. Große Verdienste um die Herrschaft Marklissa, zu der bis 1633 auch das böhmische Wünschendorf gehörte, erwarb sich ab 1591 der Grundherr Georg von Debschitz.

Nach dem Prager Frieden fiel Marklissa zusammen mit dem Queiskreis und der Oberlausitz 1635 an das evangelische Kurfürstentum Sachsen. Durch die nachfolgende Zuwanderung von Glaubensflüchtlingen aus Böhmen und Schlesien kam es durch die Zunahme der Tuchmacher und Leineweber zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurden Vorstadtsiedlungen errichtet. Im 18. Jahrhundert erfolgte mit dem Friedrich und Treue Hilfe Gottes Stollen ein wenig erfolgreicher Bergbauversuch am Zangenberg.

Nach dem Wiener Kongress 1815 fiel Marklissa zusammen mit dem Queiskreis und der Ostoberlausitz an Preußen. Es wurde nun der Provinz Schlesien zugeschlagen und 1816 dem neu gebildeten Landkreis Lauban im Regierungsbezirk Liegnitz eingegliedert[2]. Im 19. Jahrhundert wurde die Textilherstellung auf maschinelle Produktion umgestellt. Allerdings musste die 1833 errichtete Baumwollfabrik in den 1850er Jahren ihren Betrieb wieder einstellen. Die 1855 gegründete Kammgarnspinnerei Gebr. Woller war die erste in Deutschland. Ab 1888 entwickelte sie sich als Concordia Spinnerei und Weberei AG zu einem bedeutenden Unternehmen mit mehreren Zweigbetrieben. 1896 erhielt Marklissa Eisenbahnanschluss an der Stichbahn von Lauban. Zur Vorbeugung gegen Überschwemmungen durch den Queis wurde 1901–1905 die Marklissa-Talsperre mit einer 45 m hohen Staumauer erbaut und 1907 ein Elektrizitätswerk in Betrieb genommen. Anschließend kam es zu einem deutlichen Bevölkerungsanstieg. Während 1905: 2400 Einwohner gezählt wurden, waren es 1939: 3430.

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Marklissa 1945 an Polen und wurde in Leśna umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben. Die neu angesiedelten Bewohner waren teilweise Zwangsausgesiedelte aus Ostpolen. Die Bevölkerungsabnahme führte jedoch zum Verlust der Stadtrechte. Erst 1955 wurde Leśna zu einer stadtartigen Siedlung und 1962 zur Stadt erhoben.

Gemeinde[Bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Leśna umfasst ein Gebiet von 104,5 km² mit rund 10.000 Einwohnern mit folgenden Ortsteilen:

  • Bartoszówka (Scholzendorf)
  • Grabiszyce (Gerlachsheim), bestehend aus Grabiszyce Dolne (Nieder-Gerlachsheim), Grabiszyce Górne (Ober-Gerlachsheim) und Grabiszyce Średnie (Mittel-Gerlachsheim)
  • Kościelniki Górne (Obersteinkirch)
  • Kościelniki Średnie (Mittelsteinkirch)
  • Miłoszów (Hartmannsdorf)
  • Pobiedna (Wigandsthal mit den Ortsteilen Gierałtówek (Neu Gersdorf) und Unięcice (Meffersdorf))
  • Smolnik (Schadewalde)
  • Stankowice (Rengersdorf)
  • Szyszkowa (Oberörtmannsdorf)
  • Świecie (Schwerta, 1937–1945 Schwertburg)
  • Wolimierz (Volkersdorf)
  • Zacisze (Hartha)
  • Złotniki Lubańskie (Goldentraum)
  • Złoty Potok (Goldbach)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die erstmals 1346 erwähnte Pfarrkirche St. Johannes in der Altstadt wurde im 16. Jahrhundert neu errichtet und 1852/53 durch den Laubaner Baumeister A. Augustini im neuromanischen Stil umgebaut.
  • Die ehemals evangelische Pfarrkirche der Hl. Dreifaltigkeit wurde Ende des 16. Jahrhunderts als Saalkirche errichtet und diente nach dem Dreißigjährigen Krieg als Zufluchtskirche. 1702–1719 wurde sie barockisiert. Seit dem Übergang an Polen 1945 ist sie ein katholisches Gotteshaus (Kościół Chrystusa Króla).
    • An der Friedhofsmauer befinden sich Grabkapellen aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts sowie Epitaphien und Grabsteine aus dem 17. bis 20. Jahrhundert.
  • Das barocke Rathaus wurde 1699 an der Stelle eines abgebrannten Vorgängerbaus errichtet und 1774 erweitert. Weitere Umbauten bzw. Renovierungen erfolgten im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts und um 1925.
  • Mehrere Bürgerhäuser am Ring, teilweise mit Laubengängen
  • Burg Świecie
  • Burg Tzschocha
  • Marklissa-Talsperre und Elektrizitätswerk nach Entwurf des Hirschberger Baurats Curt Bachmann, einem Mitarbeiter Otto Intzes
  • Talsperre Goldentraum
  • sagenumwobener Zangenberg mit der erloschenen Burg Leśna

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leśna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 9. Juli 2014.
  2. Landkreis Lauban