Lebensgeschichte einer Lokomotive

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Villa Borsig 1893: Veranda mit Freitreppe, links die Loggia, in der die sieben Monumentalgemälde ausgestellt waren

Die Lebensgeschichte einer Lokomotive ist ein Gemäldezyklus des Malers Paul Meyerheim (1842–1915), den er von 1873 bis 1876 im Auftrag des Fabrikanten Albert Borsig (1829–1878), Inhaber der Borsigwerke und insbesondere Hersteller von Dampflokomotiven, schuf. Ursprünglich handelte es sich dabei um sieben Gemälde in einer Größe von jeweils 357 × 272 Zentimetern, von denen sechs erhalten sind. Sie zeigen die „Metamorphose der Bodenschätze zum Industrieprodukt“ am Beispiel einer Borsig'schen Lokomotive von der Gewinnung des Erzes über verschiedene Produktionsstufen bis hin zu ihrer Verschiffung für den Welthandel. Das siebte Bild zeigte die Familie Borsig bei einem Erntefest auf ihrem Gut in Groß Behnitz und stellte den Zusammenhang zwischen Firmen- und Familiengeschichte her. Dieses Werk ist verschollen.

Die Monumentalgemälde waren in einer Loggia ausgestellt, die nach Plänen des Architekten Heinrich Strack (1805–1880) von 1868 bis 1870 hinter dem Wohnhaus der Familie Borsig in Berlin-Moabit errichtet worden war, und in Öl auf Kupfer ausgeführt, um in diesen offenen Räumlichkeiten witterungsbeständig zu sein. Sie gelten neben Adolph Menzels zeitgleich entstandenem Eisenwalzwerk als erste Industriedarstellung in Deutschland, sind deutlich idealisiert und haben vor allem einen verherrlichenden, erzählenden Charakter. Am 17. Juni 2010 wurden die Werke in der Liste des national wertvollen Kulturguts eingetragen. Vier von ihnen befinden sich im Märkischen Museum, zwei im Deutschen Technik Museum in Berlin.

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Gewinnung des Erzes
Das Gemälde stellt den Erzabbau in den firmeneigenen Grubenfeldern im oberschlesischen Biskupice dar.
Märkisches Museum
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Hochofenabstich
Der weitere Produktionsprozess ist in diesem Bild mit der Eisenverhüttung in einer Hochofenanlage, vermutlich ebenfalls in Biskupice, illustriert.
Märkisches Museum
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Maschinenfabrik
Dargestellt ist die Räderschmiede in der Maschinenhalle der Borsigwerke am Oranienburger Tor.
Märkisches Museum
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Lokomotivbau
Dieses Gemälde zeigt die Endmontage an der Lokomotive, zudem die Hallenkonstruktion der Borsigwerke.
Deutsches Technikmuseum
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Die Eisenbahnbrücke über den Rhein bei Ehrenbreitstein
Auf diesem Bild ist die Begegnung alter und neuer Verkehrssysteme dargestellt, die Kutsche auf der Straße, das Schiff zu Wasser und im Hintergrund die Eisenbahn, die die Hochbrücke zwischen Ehrenbreitstein und Koblenz überquert. Auch diese Brücke ist eine Konstruktionen der Firma Borsig.
Deutsches Technikmuseum
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Welthandel
Dargestellt ist die Verschiffung der Lokomotive an einem Kai im Hamburger Hafen.
Märkisches Museum

Literatur[Bearbeiten]

  • Lili Martius: Die Villa Borsig in Berlin-Moabit. Über ihren Architekten Johann Heinrich Strack und den Maler Paul Meyerheim. In: Der Bär von Berlin. Jahrbuch des Vereins für die Geschichte Berlins, 1965 (Jg. 14). S. 261-280
  • Kurt Pierson: Borsig - ein Name geht um die Welt. Die Geschichte des Hauses Borsig und seiner Lokomotiven, Berlin 1973
  • Klaus Türk: Bilder der Arbeit. Eine ikonografische Anthologie, VS Verlag, Wiesbaden 2000, ISBN 3-531-13358-6
  • Dieter Vorsteher: Borsig. Eisengießerei und Maschinenbauanstalt zu Berlin, Berlin 1983
  • Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker, Bd. 24, Leipzig 1980

Weblinks[Bearbeiten]