Letefoho

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Letefoho (Begriffsklärung) aufgeführt.
Letefoho
Letefoho (Osttimor)
Letefoho
Letefoho
Koordinaten 8° 50′ S, 125° 26′ O-8.8344444444444125.42638888889Koordinaten: 8° 50′ S, 125° 26′ O
Ermera subdistricts.png
Basisdaten
Staat Osttimor

Distrikt

Ermera
Subdistrikt Letefoho
Suco Haupu
Höhe 1533 m
Sonntagsmesse in Letefoho
Sonntagsmesse in Letefoho

Letefoho (Lete Foho, Lete-Foho, Letefuó) ist der Hauptort des Subdistrikts Letefoho im osttimoresischen Distrikt Ermera.

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort Letefoho liegt im Zentrum des Subdistrikts

Der Ort Letefoho liegt in einer Höhe von 1533 m über dem Meer im Suco Haupu. Der Ortsname bedeutet Bergspitze, entsprechend liegt Letefoho auf der Kuppel eines Hügels. Zur Distrikthauptstadt Gleno sind es von den Orten aus etwa 13 km in Luftlinie nach Norden, bis zur Landeshauptstadt Dili etwa 35 km nach Nordosten.

Letefoho musste nach der Gewalt um das Unabhängigkeitsreferendum von 1999 größtenteils wieder neu aufgebaut werden, meist mit einfallslosen modernen Bauten und kleineren traditionellen Elementen der Mambai-Kultur. Auch einige Bauten aus der portugiesischen Kolonialzeit sind noch zu finden. Die neue Kirche dominiert den Ort mit einem Turm, dessen Spitze an zwei zum Gebet gefaltete Hände erinnert.[1]

In Letefoho gibt es eine Vorschule, eine Grundschule, eine präsekundäre Schule (Escola Pre-Secondaria No. 705 Letefoho Villa/Haupu),[2] ein Hubschrauberlandeplatz und ein kommunales Gesundheitszentrum.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Tranqueira in Letefoho in den 1920er Jahren

1903 scheiterte ein Aufstand Letefohos gegen die portugiesischen Kolonialherren.[4]

Am 3. Mai 1976 erreichten das indonesische Bataillon 512 Letefoho. Im Ort und den benachbarten Dörfern begannen sie Menschen zu töten, weswegen die Zivilisten in die Wälder flohen. In Catraileten, am Fuß des Tatamailaus, entstand eine Widerstandsbasis (base de apoio), in der Tausende Zivilisten Schutz unter der FALINTIL suchten. Hier konnten sie Ackerbau betreiben und so ihre Grundversorgung sichern. Die Basis wurde am 18. Mai 1978 von den Indonesiern eingekreist und zerstört. Die indonesischen Streitkräfte beschossen die Basis mit Mörsern, Panzerfäuste und Artillerie. Flugzeuge bombardierten die Stellungen. Viele Menschen starben durch Landminen. Wer nicht fliehen konnte, wurde in den Ort Letefoho gebracht.[5]

Diejenigen, die entkommen waren, flohen nach Lesemau, wo sie nur wenig Nahrung in den Wäldern finden konnten. Indonesische Flugzeuge versprühten Giftstoffe, die sich auf eßbare Pflanzen legte und in das Trinkwasser gelangte. Etwa 400 Menschen starben, weil sie das vergiftete Wasser tranken oder Wildpflanzen aßen. Selbst Knollen, die 15 cm unter der Oberfläche wuchsen waren vergiftet. Von den Angehörigen der Aldeia Catrai Caraic starben alle bis auf eine Frau und ihre Enkelin.[5] Die Überlebenden flohen weiter nach Hatulete (Suco Catrai Caraic). Dort wurden sie schließlich vom indonesischen Bataillon 512 und Angehörigen der Zivilverteidigung (Hansip) gefangen genommen. Die Gefangenen kamen in das Internierungslager in Letefoho.[5]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Unofficial Guide to East Timor
  2. Liste der Wahllokale zu den Parlamentswahlen in Osttimor 2007 (PDF-Datei; 118 kB)
  3. UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (PDF; 535 kB)
  4. History of Timor – Technische Universität Lissabon (PDF; 824 kB)
  5. a b c CAVR Chega Files: Part 7.3: Forced Displacement and Famine (PDF; 1,3 MB)