Gleno

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Gleno (Begriffsklärung) aufgeführt.
Gleno
Gleno (Osttimor)
Gleno
Gleno
Koordinaten 8° 43′ S, 125° 26′ O-8.7238888888889125.43611111111Koordinaten: 8° 43′ S, 125° 26′ O
Ermera subdistricts.png
Basisdaten
Staat Osttimor

Distrikt

Ermera
Subdistrikt Ermera
Suco Riheu
Höhe 882 m
Einwohner 8133 (2010)
Gründung 1979–1983Vorlage:Infobox Ort/Wartung/Datum
Blick auf Gleno
Blick auf Gleno

Gleno ist die Hauptstadt und Wirtschaftszentrum des osttimoresischen Distrikts Ermera.

Geographie[Bearbeiten]

Klimadiagramm von Gleno[1]

Gleno liegt im Suco Riheu, in einer Meereshöhe von 882 m, südlich des Flusses Rio Gleno, östlich des Rio Goumeca und nördlich des Rio Manolldodo. Durch Gleno fließt der Rio Roumetalena. Alle diese Flüsse sind über den Rio Gleno mit dem System des Lóis verbunden, dem längsten Fluss Osttimors. Zur Landeshauptstadt Dili sind es in Luftlinie etwa 25 km nach Nordosten. Auf der schwierigen Straße durch das Bergland benötigt man für die mehr als 50 km nach Dili etwa zwei Stunden mit dem Auto. Die alte Distriktshauptstadt Ermera liegt in Luftlinie etwa 5 km südwestlich von Gleno.

Zwischen 2008 und 2010 mass man eine jährliche Niederschlagsmenge von 1845 mm.[2]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Im Subdistrikt Ermera, zu dem Gleno gehört, leben 33.262 Einwohner (2010).[3] Der Ort selbst hat 8.133 Einwohner (2010).[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Wasserbüffel im Tal des Flusses Gleno

Anfang 1979 wurden etwa hundert Männer aus der bisherigen Distriktshauptstadt Ermera und dem Suco Ponilala von der indonesischen Besatzungsmacht an den Ort gebracht, wo heute die Stadt Gleno steht. Das indonesische Militär zwang die Männer das bisher unbewohnte Gebiet zu roden und von der Vegetation zu befreien, damit hier die neue Stadt gebaut werden konnte, die nach dem gleichnamigen Fluss im Norden benannt wurde. Erfüllten die Zwangsarbeiter ihr Tagespensum nicht, wurden sie zur Bestrafung gefoltert. Drei Männer, die zu krank zum arbeiten waren, wurden von den Soldaten umgebracht. Da man in der Zeit keine Gärten anlegen konnte, erfolgte die Versorgung mit Nahrungsmitteln durch das Militär. Als die Arbeiten an der neuen Distriktshauptstadt 1983 beendet waren, stellte das Militär die Versorgung ein. Die Familien der Zwangsarbeiter wurde nun ebenfalls nach Gleno zwangsumgesiedelt. Weil immer noch keine Gärten zur Grundversorgung angelegt worden waren, verhungerten Einwohner. Erst ab 1985 durften sich die Bewohner Glenos frei bewegen.[4]

Gleno litt stark während der Unruhen vor und nach dem Unabhängigkeitsreferendum 1999. Es kam zu schweren Zerstörungen.[5] Hier kam es auch zum landesweit schwersten Zwischenfall während der Stimmabgabe. Deutsche Wahlbeobachter berichteten, dass pro-indonesische Milizionäre in die Luft schossen und die Wähler mit Steinen bewarfen. Zwei Personen wurden dadurch verletzt.[6]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Eine Frau verkauft Gewürze in Gleno

Gleno liegt im Hauptanbaugebiet Osttimors für Kaffee. Zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation plant man die Anpflanzung von Kokospalmen und den Aufbau einer Fischzucht.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Schule in Gleno

In der Stadt befinden sich eine Grundschule (Escola Primaria No. 202 Riheu), eine Prä-Sekundärschule und zwei Sekundärschulen, die Nino Konis Santana High School und die Escola Secundaria Gleno. Außerdem eine Polizeistation, ein Hubschrauberlandeplatz, ein kommunales Gesundheitszentrum[7][8] und ein kleines Waisenhaus[9]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Der ehemalige Freiheitskämpfer und Attentäter vom 11. Februar 2008 Alfredo Alves Reinado wuchs in Gleno auf.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gleno – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Seeds of Life
  2. Asian Development Bank: TIM: District Capitals Water Supply Project – Rehabilitation of Lake Lehumo, September 2011, abgerufen am 23. Februar 2014.
  3. a b Direcção Nacional de Estatística: Preliminary Result of Census 2010 English (PDF; 3,2 MB)
  4. CAVR Chega Files: Part 7.3: Forced Displacement and Famine (PDF; 1,3 MB)
  5. Bericht von amnesty international (englisch)
  6. Bericht vom Tag des Unabhängigkeitsreferendums
  7. Liste der Wahllokale zu den Parlamentswahlen in Osttimor 2007 (PDF-Datei; 118 kB)
  8. UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (PDF; 584 kB)
  9. Hope Waisenhaus in Gleno