Ljubo Ćesić Rojs

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Ljubo Ćesić Rojs

Ljubo Ćesić Rojs (* 20. Februar 1958 in Batin, Posušje im heutigen Bosnien und Herzegowina), genannt Rojs, ist ein kroatischer General und Politiker.

Biografie[Bearbeiten]

Aufgewachsen in der Herzegowina, arbeitete er zunächst als Busfahrer bei Croatia Bus und wurde anschließend Fahrer in einem kroatischen Ministerium in Zagreb. In der kroatischen Öffentlichkeit wurde er bekannt während des Kroatien-Krieges Anfang der 1990er-Jahre als Kommandeur des 66. Ingenieurbau-Regiments der Kroatischen Streitkräfte. Seine Einheit baute Bergstraßen an der Grenze zu Bosnien und Herzegowina bzw. der Republik Serbische Krajina, die es erlaubten, diese Gebiete während der Militäroperation Oluja 1995 zu umgehen. Für seine Leistungen wurde Ćesić in den Rang eines Generals erhoben.

Nach dem Krieg begann er ein Studium an der Fakultät der Verkehrswissenschaften der Universität Zagreb. Sein Studium beendete er im Jahre 1998 im Alter von 40 Jahren in Rekordzeit. [1]

Anschließend begann er, sich politisch in der Kroatischen Demokratische Union (HDZ) zu engagieren, wo er dem Rechts-Außen-Flügel zugerechnet wurde. Vom 2. Februar 2000 bis zum 22. Dezember 2003 war er Mitglied des kroatischen Parlaments (Sabor).

Bei der Kroatischen Präsidentenwahl 2005 belegte er als unabhängiger Kandidat den sechsten Platz mit 1,85 Prozent der gültigen Stimmen, nachdem er sich von der HDZ losgesagt hatte.

Daneben ist er führendes Mitglied im Komitee der Kriegsveteranen, wobei er sich besonders für den vom Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien gesuchten Ante Gotovina einsetzte. Am 29. Juni 2004 wurde er zusammen mit vier weiteren kroatischen Staatsbürgern auf die Liste der unerwünschten Personen in der EU gesetzt, weil er unter Verdacht steht, mutmaßlichen und unter Anklage stehenden Kriegsverbrechern Fluchthilfe zu leisten.[2]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Ko su najmoćniji Hrvati, BH dani, 13. April 2001
  2. Fünf kroatische Staatsbürger zur Persona non grata in der EU erklär, Deutsche Welle, 1. Juli 2004