Llogara-Pass

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Qafa Llogara
Passstraße mit Blick auf die Maja e Çikës

Passstraße mit Blick auf die Maja e Çikës

Himmelsrichtung Nord Süd
Passhöhe 1027 m ü. A.
Kreis Vlora
Wasserscheide Adriatisches Meer Ionisches Meer
Talorte Orikum Dhërmi
Ausbau Straße
Sperre -
Gebirge Akroceraunisches Gebirge
Karte
Llogara-Pass (Albanien)
Llogara-Pass
x x
Koordinaten 40° 11′ 55″ N, 19° 35′ 30″ O40.19861111111119.5916666666671027Koordinaten: 40° 11′ 55″ N, 19° 35′ 30″ O

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Der Llogara-Pass (albanisch Qafa Llogara) ist ein Gebirgspass in Südalbanien. Er ist Teil der Nationalstraße SH 8 und eine Wasserscheide zwischen Adriatischem Meer im Norden und Ionischem Meer im Süden. Der Pass führt über einen westlichen Ast des Ceraunischen Gebirges, dem Akroceraunisches Gebirge, das weiter der Küste folgt und in der Karaburun-Halbinsel im Meer vor Vlora ausläuft. Der Llogara-Pass liegt zwischen der Maja e Çikës (2045 m ü. A.), der höchsten Erhebung des Ceraunischen Gebirges, und der Maja e Gjipalit (1446 m ü. A.) im Westen auf 1027 m ü. A..[1] Der Pass liegt im Nationalpark Llogara.

Geographie[Bearbeiten]

Pass und Kehren der Passstraße von Dhërmi gesehen

Im Norden des Passes führt das Tal von Dukat zum südlichen Ende der Bucht von Vlora bei Orikum. Im Süden fällt es vom Pass steil zum Ionischen Meer ab, dessen Küste nur drei Kilometer Luftlinie entfernt, aber über 1000 Meter tiefer liegt. Im Gegensatz zum Norden mit einem engen V-Tal öffnet sich der Pass nach Süden, wo nur einige Einschnitte in der Steilküste nach Niederschlägen Wasser führen. Der Pass bietet eindrückliche Ausblicke aufs Meer und bei guter Sicht über die ganze Albanische Riviera bis zur 50 Kilometer entfernten griechischen Insel Korfu.

Der Gebirgsübergang ist Teil der albanischen Küstenstraße SH 8, die als einzige asphaltierte Straße die Ionische Küste – die Albanischen Riviera – mit dem nördlichen Albanien verbindet. Die Straße über den Qafa Llogara wurde 2008 ausgebaut und erweitert. Der ganze Gebirgszug nordwestlich vom Qafa Llogara inklusive der Karaburun-Halbinsel ist unbewohnt und kaum zugänglich.

Nord- und Südseite des Passes unterscheiden sich wesentlich. Obwohl auf der Südseite mit 2000–2500 mm fast doppelt so viel Regen pro Jahr fällt wie nördlich des Passes (1200–1400 mm), ist der Südhang sehr kahl und steinig, der Nordhang aber bewaldet und grün. Die Temperaturen liegen auf der Südseite auch einiges tiefer.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 48 v. Chr. landete Gaius Iulius Caesar im Bürgerkrieg beim Dorf Palasa am Südfuss des Llogara-Passes, überquerte diesen und zog nach Norden gegen Pompeius in die Schlacht von Dyrrhachium. Einzelne Historiker nehmen hingegen an, dass Caesar in einer kleinen Bucht zehn oder 15 Kilometer weiter nördlich landete, was eher mit der beschriebenen Marschzeit nach Oricum korrespondieren würde. Er hätte das Gebirge dann auch nicht am Llogara-Pass überquert.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Akademia e Shkencave e RPSSH (Hrsg.): Fjalor enciklopedik shqiptar. Tirana 1985.
  2. llogara.com. Archiviert vom Original am 19. August 2010, abgerufen am 7. Juni 2011 (albanisch).
  3. T.J. Winnifrith: Badlands – Borderlands, A History of Southern Albania/Northern Epirus, Duckworth, London 2002, ISBN 0-7156-3201-9