Orikum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Orikum
Orikumi
Orikum (Albanien)
Paris plan pointer b jms.svg

40.33333333333319.4666666666670Koordinaten: 40° 20′ N, 19° 28′ O

Basisdaten
Qark: Vlora
Kreis: Vlora
Gemeinde: Orikum
Höhe: m ü. A.
Fläche: 313,83 km²
Einwohner: 5503 (2011[1])
Bevölkerungsdichte: 18 Einw./km²
Telefonvorwahl: (+355) 0391
Postleitzahl: 9426
Kfz-Kennzeichen: VL
Struktur und Verwaltung (Stand: 2011)
Gemeindeart: Bashkia
Bürgermeister: Gëzim Çapoj (PS)
Webpräsenz:

Orikum (albanisch auch Orikumi) ist ein Ort in Südalbanien. Die Bashkia im Kreis Vlora liegt südlich von Vlora. Das Gemeindegebiet umfasst 314 km² am südlichen Ende der Bucht von Vlora, von wo aus es sich nach Süden ins Hinterland bis zum Llogara-Pass erstreckt. Auch die Halbinsel Karaburun und die Insel Sazan gehören dazu. Nebst der Stadt Orikum zählen auch die Dörfer Radhima, Tragjas (1288 Einwohner), Dukat i Ri (2961 Einwohner) und Dukat i Vjetër (1604 Einwohner) zur Gemeinde – insgesamt eine Bevölkerung von 5500 Einwohner (Volkszählung 2011).[1] Die Lokalbehörden geben hingegen eine doppelt so hohe Zahl von 11.000 Einwohnern an.[2] Die Stadt liegt am Südostende der Bucht etwa einen Kilometer vom Strand entfernt. Hier leben nicht ganz 4500 Einwohner.[2][3] Die Nationalstraße 8 (SH 8) passiert den Ort am östlichen Ortsrand und führt von Vlora her kommend weiter nach Himara und Saranda. Von Orikum bis zum Bergdorf Dukat sind es über elf Kilometer. In die andere Richtung ist Radhima über fünf Kilometer vom Zentrum der Gemeinde entfernt.[2]

Blick vom Llogara-Pass nach Orikum und zur Bucht von Vlora
Karte der Bucht von Vlora mit Orikum am Südende

Die Strände an der Bucht von Vlora und die Stadt haben sich in den letzten Jahren rasant touristisch entwickelt. Es sind zahlreiche Hotels, Appartementhäuser, Restaurants und eine Marina errichtet worden. Das übrige Gemeindegebiet ist sehr ländlich und gebirgig. In der Maja e Çikës ganz im Süden wird mit 2045 m ü. A. der höchste Punkt erreicht. Weite Teile der Gemeinde stehen unter Naturschutz, so zum Beispiel der Nationalpark Llogara. Am Rand der Bucht befinden sich eine bedeutende Lagune.

Im Südwesten der Bucht befindet sich die Marinebasis Pashaliman, einer der beiden Hauptstützpunkte der albanischen Marine. Heute werden dort Schiffe für die albanische Marine gebaut.[4] Pashaliman, türkisch für Hafen des Paschas, wird schon seit Jahrtausenden als Hafen genutzt. Im Kalten Krieg war er vorübergehend sowjetischer Marinestützpunkt – der einzige im Mittelmeerraum.

Auf dem Gebiet der Militärbasis liegt das antike Oricum. Die griechische Kolonie lag auf einem kleinen Hügel direkt am Meer mit Akropolis und Theater. Die Ausgrabungen im Archäologiepark Oricum sind aktuell für Besucher – insbesondere für Ausländer – nur schwer zugänglich, da sie sich innerhalb der Marinebasis befinden.

Südwestlich vom Ort liegt abgelegen die Kirche von Marmiroi. Der kleine Bau auf einer Anhöhe inmitten eines Sumpfes wird zum Teil auf das frühe 10. Jahrhundert, in anderen Quellen auf das 13. Jahrhundert datiert.[5][6][7] Im Dorf Tragjas befindet sich die Burg von Gjon Boçari, in Dukat der Turm des Derwisch Ali.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Orikum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Ines Nurja, INSTAT (Hrsg.): Censusi i popullsisë dhe banesave / Population and Housing Census – Vlorë 2011. Rezultatet Kryesore/Main Results. Pjesa/Part 1, Adel Print, Tirana 2013 (Dokument als PDF).
  2. a b c Informacion i pergjithshem. In: Bashkia Orikum. 31. August 2010, abgerufen am 1. Oktober 2012 (albanisch).
  3. Guida e trashegimnisë kulturore të Qarkut Vlorë. Abgerufen am 1. Januar 2012 (albanisch).
  4. The first ship is produced at Pasha Liman. In: Albanisches Verteidigungsministerium. 13. September 2011, abgerufen am 1. Oktober 2012 (englisch).
  5.  Guntram Koch: DuMont-Kunst-Reiseführer Albanien. DuMont, Köln 1989, ISBN 3-7701-2079-5.
  6. Cultural Heritage Around Southern Vlora Bay. In: Albanisches Tourismus-, Kultur-, Jugend- und Sportministerium. Abgerufen am 4. November 2011 (PDF; 81 kB, albanisch).
  7.  Ylber Hysi: Southern Albanian Riviere. Gent Grafik, Tirana 2010, ISBN 978-99956-51-11-4.