Lothar Machtan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Lothar Machtan (* 4. Oktober 1949 in Gelsenkirchen) ist ein deutscher Historiker und Autor. Er lehrt als Professor Neuere Geschichte an der Universität Bremen.

Biografie[Bearbeiten]

Lothar Machtan

Machtan studierte Geschichts- und Politikwissenschaften an der Universität Heidelberg. Er promovierte 1978 an der Universität Bremen zum Dr. phil. und habilitierte zehn Jahre später in Bremen. Außer in Bremen forscht(e) und lehrt(e) er noch in Konstanz, Berlin, Kassel, Halle und am Claremont McKenna College in Kalifornien. 1995 wurde er zum Hochschullehrer berufen. Sein Forschungsschwerpunkt verlagerte sich mehr und mehr von der Sozial- bzw. Sozialpolitikgeschichte auf die Kulturgeschichte der Politik.

Als Historiker beschäftigt sich Machtan hauptsächlich mit der deutschen Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert, behandelt dabei vor allem kulturelle Aspekte der Politik. Er hat mehrere Sachbücher in Publikumsverlagen veröffentlicht. Aufsehen erregte seine These von der Homosexualität Adolf Hitlers. Sein Hitler-Buch wurde in elf Sprachen übersetzt. Das biographisches Werk von 2013 Prinz Max von Baden. Der letzte Kanzler des Kaisers fand Beachtung. Machtan schreibt außerdem u.a. für Spiegel, Die Zeit und Frankfurter Allgemeine Zeitung. Er ist zudem als Ausstellungsmacher (Bismarck-Museum Bad Kissingen) tätig.

Werke[Bearbeiten]

  • Streiks im frühen deutschen Kaiserreich. Campus, Frankfurt am Main/New York 1983.
  • Bismarcks Tod und Deutschlands Tränen. Reportage einer Tragödie. Goldmann, München 1998.
  • Bismarck. Deutsche Erinnerungsorte. Hrsg. von Etienne Francois und Hagen Schulze, Bd. II, München 2001, S. 86-104.
  • Hitlers Geheimnis. Das Doppelleben eines Diktators. A. Fest Verlag, Berlin 2001 (erweitert bei S. Fischer, Frankfurt am Main 2003).
  • Was Hitlers Homosexualität bedeutet. Anmerkungen zu einer Tabugeschichte. Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, 51. Jg., 2003, S. 334-351.
  • Der Kaisersohn bei Hitler. Hoffmann & Campe, Hamburg 2006.
  • Die Abdankung. Wie Deutschlands gekrönte Häupter aus der Geschichte fielen. Propyläen, Berlin 2008.
  • Der erstaunlich lautlose Untergang von Monarchie und Bundesfürstentümern. Alexander Gallus (Hg.), Die vergessene Revolution von 1918/19, Göttingen 2010, S. 39-56.
  • Deutschlands gekrönter Herrscherstand am Vorabend des Ersten Weltkrieges. Ein Inspektionsbericht zur Funktionstüchtigkeit des deutschen Monarchie-Modells. Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, 58. Jg., 2010, S. 222-241.
  • Prinz Max von Baden. Der letzte Kanzler des Kaisers. Suhrkamp, Berlin 2013.
  • Autobiografie als geschichtspolitische Waffe. Die Memoiren des letzten kaiserlichen Kanzlers Max von Baden. Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Heft 4/2013, S. 481-512.

Weblinks[Bearbeiten]