Lucius Sergius Catilina

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Cicero klagt gegen Catilina (Fresko von Cesare Maccari, 19. Jh.)

Lucius Sergius Catilina (* vermutlich 108 v. Chr.; † 62 v. Chr.) war ein römischer Politiker, bekannt durch die von ihm durchgeführte Catilinarische Verschwörung.

Leben[Bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten]

Lucius Sergius Catilina entstammte dem patrizischen Geschlecht der Sergier, das zwar seit einiger Zeit politisch wenig Erfolg hatte, aber aufgrund seiner militärischen Verdienste hervorragte.

Seine Frau Gratiana war die Schwester des Marcus Marius Gratidianus. Somit war er mit Gaius Marius und Marcus Tullius Cicero verschwägert.

Laufbahn[Bearbeiten]

Sein erstes Auftreten als Mitglied eines consilium des Konsuls Gnaeus Pompeius Strabo fällt in das Jahr 89 v. Chr.; dieses consilium beschloss die Verleihung des römischen Bürgerrechts an eine spanische turma wegen hervorragender Tapferkeit. In dieser Zeit könnte Catilina den Posten eines Tribuns oder Präfekten innegehabt haben; ein gewisses, vielleicht nicht geringes Maß an militärischen Fähigkeiten dürfte er jedenfalls besessen haben.

Nach der Rückkehr Sullas aus dem Krieg gegen Mithridates im Jahre 83 v. Chr. schlug sich Catilina zusammen mit seinem Onkel mütterlicherseits auf dessen Seite, da er sich wohl von ihm den größten Vorteil für seine weitere Laufbahn versprach.

Wirken unter Sulla[Bearbeiten]

Gerüchten zufolge soll er 82 v. Chr. seinen Bruder getötet und den Mord dadurch gerechtfertigt haben, dass er diesen nachträglich in die Proskriptionslisten eintragen ließ. Im selben Zusammenhang wird ihm auch die Schändung von dessen jungfräulicher Tochter vorgeworfen. Wie weit diesen Nachrichten jedoch Glauben geschenkt werden kann, sei dahingestellt.

Später erhielt er von Sulla den Auftrag, seinen Schwager Marcus Marius Gratidianus zu foltern und zu töten, weil dieser ein Verwandter des Gaius Marius war. Die Tatsache, dass Marius Gratidianus der Bruder seiner Frau war, schien ihn von der Ausführung nicht abgehalten zu haben. Einige Autoren berichten, Catilina habe den eigenhändig abgetrennten Kopf des Opfers zu Sulla in den Apollotempel gebracht und sich dort die blutigen Hände im Weihwasserbecken gewaschen. Als Legat war er im selben Jahr an der Eroberung von Praeneste durch sullanische Truppen beteiligt und tat sich in der Folge als engagierter Verfolger der von Sulla Proskribierten hervor. Zu seinen Opfern zählte wohl auch der Ehemann seiner Schwester, ein gewisser Quintus Caecilius.

Cicero und Sallust bescheinigen Catilina zwar einen ausschweifenden Lebenswandel, der hohe Schulden zur Folge hatte, nachdem sein unter Sulla erworbenes Vermögen verprasst war, doch kann es sich hierbei durchaus um eine tendenziöse Behauptung handeln, die den Zweck hat, Catilina weiter herabzusetzen. Bekanntermaßen strapazierte der cursus honorum die private Kasse eines jeden, der ein Amt anstrebte oder innehatte; verwiesen sei an dieser Stelle nur auf Caesar, der mit der Kriegsbeute aus Gallien seine Kassen füllte.

Anklage durch Clodius[Bearbeiten]

Im Jahre 73 v. Chr. wurde Catilina von Clodius wegen Unzucht mit einer Vestalin angeklagt, aber wohl aufgrund des Eingreifens des ehemaligen Konsuls Quintus Lutatius Catulus und Bestechung der Richter (wahrscheinlich Caesar und Crassus) freigesprochen.

Statthalterschaft in der Provinz Africa[Bearbeiten]

Nach seiner Prätur im Jahr 67 v. Chr. ging Catilina pro praetore in die Provinz Africa, die er sehr wahrscheinlich etwas gründlicher ausbeutete, als es ohnehin für Statthalter üblich war.

Catilinarische Verschwörung und Tod[Bearbeiten]

Siehe auch: Catilinarische Verschwörung

Catilinas Ambitionen, das Amt des Konsuls anzustreben, wurden durch ein Repetundenverfahren in den Jahren 65/64 v. Chr. und durch den Widerstand seines Gegenspielers Marcus Tullius Cicero bei den Konsulatswahlen im Jahr 63 v. Chr. zurückgeworfen. Ein Putschversuch scheiterte, er wurde zum Staatsfeind erklärt und floh mit seinen Truppen aus Rom. Im Jahre 62 v. Chr. kam er schließlich in der Schlacht bei Pistoria ums Leben.

Literatur[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Wissenschaftliche Sekundärliteratur[Bearbeiten]

Belletristik[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]