Ben Jonson

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Ben Jonson. Gemälde von Abraham Blyenberch, um 1617.

Ben Jonson, eigentlich Benjamin Jonson (* 11. Juni (unsicher) 1572 in London; † 6. August 1637 ebenda), war ein englischer Bühnenautor und Dichter.

Leben[Bearbeiten]

Geboren wurde Jonson in Westminster. Sein Vater, ein protestantischer Geistlicher, war bereits einen Monat vor Jonsons Geburt verstorben. Jonson erlernte den Beruf seines Stiefvaters, Maurer. Später war er Soldat und danach offenbar fahrender Schauspieler. Während dieser Zeit schrieb er erste Stücke. Seinen Durchbruch als Autor hatte er 1598 mit Every Man in his Humour. Kurz darauf tötete er einen Mann im Duell und landete für kurze Zeit im Gefängnis, entging aber der Todesstrafe. Möglicherweise arbeitete er als Spitzel der Regierung. Seine Karriere als Autor hatte ihren Höhepunkt zwischen 1603 und 1612. 1616 erschien die mit großer Sorgfalt edierte Folio-Ausgabe seiner Werke. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er gelähmt nach einem Schlaganfall. Er starb am 6. August 1637 und wurde in der Westminster Abbey beigesetzt. Jonson war verheiratet; seine Kinder starben jung.

Künstlerisches Schaffen[Bearbeiten]

Obwohl Jonson zweifellos Werke von hohem Rang verfasste (z. B. die Komödien Volpone und The Alchemist), war es doch mehr sein künstlerischer Antagonismus zu seinem Zeitgenossen William Shakespeare, der die Literaturwissenschaft von jeher beschäftigte. Berühmt ist das in Lob verpackte Verdikt small Latin and less Greek („geringe Kenntnisse in Latein und noch geringere in Griechisch“) aus seinem Nekrolog auf Shakespeare. Jonson verstand sich als gelehrten Dichter und war in der Tradition der Renaissance ein glühender Verehrer der antiken, besonders der römischen Literatur.

Werke[Bearbeiten]

Peter van Bleeck: The Alchemist. Benjamin Griffin und Ben Jonson als Tribulation und Ananias in Jonsons Komödie The Alchemist. Handkolorierte Mezzotinto-Radierung, 1738 (Victoria and Albert Museum).
  • Every Man in his Humour (1598)
  • Every Man out of his Humour (1599)
  • Cynthia's Revels (1600)
  • The Poetaster (1601)
  • Sejanus (1603)
  • Volpone (1606?) (freie Bearbeitung von Stefan Zweig, 1926, deutsche Übersetzung von Uwe Friesel)
  • Epicoene or The Silent Woman, Komödie (1609), vertont von Richard Strauss als Die schweigsame Frau, Textbuch von Stefan Zweig, 1935
  • The Alchemist (1610) (Schauspielmusik The Alchemist von Georg Friedrich Händel)
  • Catiline (1611)
  • The Devil is an Ass (1616)
  • Bartholomew Fair (1614)
  • The Staple of News (1625)
  • The New Inn (1629)
  • The Magnetic Lady (1632)
  • The Tale of a Tub (1633)
  • The Sad Shepherd (unvollendet)
  • Timber: or Discoveries made upon Men and Matter (Prosatexte; veröffentlicht 1640)

Literatur[Bearbeiten]

  • Christiane Damlos-Kinzel: Von der Ökonomik zur politischen Ökonomie. Ökonomischer Diskurs und dramatische Praxis in England vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Würzburg: Königshausen u. Neumann 2003. ISBN 3-8260-2277-7
  • Tom Lockwood: Ben Jonson in the Romantic Age. Oxford u.a.: Oxford Univ. Press 2005. ISBN 0-19-928078-9
  • James Loxley: The complete critical guide to Ben Jonson. London u.a.: Routledge 2002. ISBN 0-415-22227-3
  • Elke Platz-Waury: Jonsons Komische Charaktere. Untersuchungen zum Verhältnis von Dichtungstheorie und Bühnenpraxis. Nürnberg: Verlag Hans Carl 1976. ISBN 3-418-00056-8
  • Karl Adalbert Preuschen: Ben Jonson als humanistischer Dramatiker. Studien zu den Bühnenwerken der Folio von 1616. Frankfurt am Main u.a.: Lang 1987. (= Europäische Hochschulschriften; Reihe 14; Angelsächsische Sprache und Literatur; 175) ISBN 3-8204-1094-5
  • Hanna Scolnicov: Experiments in stage satire. An analysis of Ben Jonson's Every man out of his humour, Cynthia's revels and Poetaster. Frankfurt am Main u.a.: Lang 1987. (= European university studies; Ser. 14, Anglo-Saxon language and literature; 131) ISBN 3-8204-8149-4
  • Peter Zehfuß: Betrug und Selbstbetrug. Ben Jonsons Komödien "Volpone" und "The alchemist" vor dem Hintergrund der elisabethanisch-jakobäischen Gesellschaft und in ihrer Bedeutung für die Gegenwart. Regensburg: Roderer 2001. (= Theorie und Forschung; 698; Literaturwissenschaften; 30) ISBN 3-89783-217-8
  • Ian Donaldson: Ben Jonson : a life, Oxford [u.a.] : Oxford Univ. Press, 2011, ISBN 978-0-19-812976-9

Weblinks[Bearbeiten]