Robert Harris

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Robert Harris (* 7. März 1957 in Nottingham) ist ein britischer Journalist und Autor.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Robert Harris studierte an der Universität Cambridge Geschichte. Danach arbeitete er als BBC-Reporter, politischer Redakteur bei der Zeitung The Observer und als Kolumnist bei dem "Daily Telegraph". Zur Zeit ist er als ständiger Kolumnist der Sunday Times tätig. Sein erster Roman Fatherland (dt. Vaterland) wurde 1992 veröffentlicht. Vaterland spielt 1964 im Berlin eines Nazideutschlands, das, der Fiktion des Autors nach, den Zweiten Weltkrieg nicht verloren hat. Vom Schweizer Haffmans Verlag bereits 1992 in deutscher Übersetzung herausgebracht, fand sich in Deutschland selbst, aufgrund der als problematisch wahrgenommenen Thematik, zunächst kein Verlag für das Buch. Erst 1996 wurde der Roman vom Heyne-Verlag in München veröffentlicht.

Vaterland war der erste Bestseller von Robert Harris, übersetzt in 30 Sprachen und mit einer Auflage von mehr als sechs Millionen Stück. Auch in seinen anderen Romanen nahm Harris historische Ereignisse als Grundlage für die Handlung und vermischte Fiktion und Wirklichkeit. So geht es in Imperium und Titan etwa um die Lebensgeschichte Ciceros. Harris ist dabei um möglichst große Faktentreue bemüht. Ghost, in dem es um den Ghostwriter eines Politikers geht, wurde als Abrechnung mit dem früheren britischen Premierminister Tony Blair gewertet, mit dem Harris lange Zeit befreundet war.[1]

Sein Schwager ist der Schriftsteller Nick Hornby. Harris ist verheiratet und hat vier Kinder. Zurzeit lebt er mit seiner Frau Gill Hornby und zwei Kindern in Berkshire.

[Bearbeiten] Auszeichnungen

[Bearbeiten] Werke

[Bearbeiten] Sachbücher

  • Eine höhere Form des Tötens. Die geheime Geschichte der B- und C- Waffen. 1982 (erstmals auf deutsch 1983; Neuauflage in Deutschland unter dem Titel Der lautlose Tod 2002)
  • Hitler verkaufen. Die Geschichte der Hitler-Tagebücher. 1985
  • Der gute und getreue Diener. Die unautorisierte Biografie des Bernhard Ingham. 1990

Nicht in die deutsche Sprache übersetzt:

  • Gotcha! The Government, the Media and the Falklands Crisis. 1983
  • The Making of Neil Kinnock. 1984

[Bearbeiten] Romane

[Bearbeiten] Kritik

  • Christian Mähr über Vaterland: "Im deutschen Sprachraum ist die Frage nach dem historisch anderen, alternativen, nicht nur verboten, sie ist regelrecht verpönt. Woran liegt das? Die 'allgemeine Frage' nach einem alternativen Verlauf der Geschichte ist in Deutschland völlig tabuisiert, weil sie auf eine ganz spezielle, alle anderen überschattende Frage konzentriert ist, eben jene, die der Brite Robert Harris in seinem Roman 'Vaterland' zu beantworten versucht: Was wäre, wenn die Deutschen den Krieg gewonnen hätten? Darauf, auf den Verlust des Krieges, bezieht sich auch die vielbeschworene 'Unfähigkeit zu trauern' und nicht auf den Holocaust. Deshalb darf nicht nach dem gewonnenen Krieg gefragt werden - unzählige Träume von Ruhm und Glück sind ins Reich des abgespaltenen Schattens verbannt... Denn das Vergangene ist erst vergangen, wenn es betrauert ist und bedacht - und damit meine ich nicht 'analysiert' und 'verarbeitet'. Analysieren und Verarbeiten sind Ausdrücke aus der Industrie; das tut man mit Müll und nicht mit den Regungen des Herzens."[2]

[Bearbeiten] Quellen

  1. Interview mit Robert Harris, Welt Online
  2. In: Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 1994, Wilhelm Heyne Verlag, München, ISBN 3-453-07245-6, S. 752.

[Bearbeiten] Weblinks

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