Robert Harris

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Robert Harris bei einer Lesung in Köln am 19. November 2008

Robert Harris (* 7. März 1957 in Nottingham) ist ein britischer Journalist, Sachbuchautor und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Robert Harris studierte am Selwyn College der Universität Cambridge englische Literatur. Danach arbeitete er als BBC-Reporter, politischer Redakteur bei der Zeitung The Observer und als Kolumnist bei dem Daily Telegraph. Zurzeit ist er als ständiger Kolumnist der Sunday Times tätig. Sein erster Roman Fatherland (dt. ‚Vaterland‘) wurde 1992 veröffentlicht. Vaterland spielt 1964 im Berlin eines Nazideutschlands, das, der Fiktion des Autors nach, den Zweiten Weltkrieg nicht verloren hat. Vom Schweizer Haffmans Verlag bereits 1992 in deutscher Übersetzung herausgebracht, fand sich in Deutschland selbst, aufgrund der als problematisch wahrgenommenen Thematik, zunächst kein Verlag für das Buch. Erst 1996 wurde der Roman vom Heyne-Verlag in München veröffentlicht.

Vaterland war der erste Bestseller von Robert Harris, übersetzt in 30 Sprachen und mit einer Auflage von mehr als sechs Millionen Stück. Auch in seinen anderen Romanen nahm Harris historische Ereignisse als Grundlage für die Handlung und vermischte Fiktion und Wirklichkeit. So geht es in Imperium und Titan etwa um die Lebensgeschichte Ciceros. Harris ist dabei um möglichst große Faktentreue bemüht. Ghost, ein Roman über den Ghostwriter eines Politikers, wurde als Abrechnung mit dem früheren britischen Premierminister Tony Blair gewertet, mit dem Harris lange Zeit befreundet war.[1] Der Regisseur Roman Polański verfilmte den Roman 2010 mit Ewan McGregor als Ghostwriter und Pierce Brosnan in der Rolle des Politikers Adam Lang. Die Drehbuchvorlage für Der Ghostwriter brachte Polański und Harris den Europäischen Filmpreis ein.

Sein Schwager ist der Schriftsteller Nick Hornby. Harris ist verheiratet und hat vier Kinder. Zurzeit lebt er mit seiner Frau Gill Hornby und zwei Kindern in Berkshire.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Sachbücher[Bearbeiten]

  • Eine höhere Form des Tötens. Die geheime Geschichte der B- und C- Waffen. 1982 (erstmals auf deutsch 1983; Neuauflage in Deutschland unter dem Titel Der lautlose Tod 2002)
  • Hitler verkaufen. Die Geschichte der Hitler-Tagebücher. 1985 (Verfilmung 1991)
  • Der gute und getreue Diener. Die unautorisierte Biografie des Bernhard Ingham. 1990

Nicht in die deutsche Sprache übersetzt:

  • Gotcha! The Government, the Media and the Falklands Crisis. 1983
  • The Making of Neil Kinnock. 1984

Romane[Bearbeiten]


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Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wieland Freund: „Tony Blair liest keine Romane“ Interview mit Robert Harris, Die Welt vom 22. Okt. 2007
  2. Alexander Hagelüken und Hannah Wilhelm: „Die Finanzmärkte treten uns ins Gesicht“ Interview mit Robert Harris, Süddeutsche Zeitung vom 8. Nov. 2011
  3. "Eine im Kern verrottete Justiz" Der britische Schrifsteller Robert Harris über seinen Roman "Intrige" und die Aktualität der Dreyfus-Affäre, Autorengespräch mit Joachim Scholl im Deutschlandradio Kultur vom 12 November 2013, abgerufen 13. November 2013