Ludwig Schiedermair

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Ludwig Ferdinand Schiedermair (* 7. Dezember 1876 in Regensburg; † 30. April 1957 in Bensberg) war deutscher Geheimrat und Musikwissenschaftler. In seinen musikwissenschaftlichen Abhandlungen befasste er sich mit der Geschichte der Oper sowie mit Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven. 1914 gab er die erste kritische Gesamtausgabe der Briefe Mozarts und seiner Familie heraus.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Studium der Musikwissenschaften in München und Habilitation als Privatdozent in Marburg war Schiedermair von 1920 bis 1945 Professor an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Als Ordinarius für Musikgeschichte an der Bonner Universität gründete er am 26. März 1927 aus Anlass des 100. Todestages von Ludwig van Beethoven das Beethoven-Archiv, dessen erster Direktor er bis 1945 war. Außerdem gründete er das Institut für Musikwissenschaft an der Universität Bonn als erstes derartiges Institut an einer deutschen Hochschule. Schiedermair war Gründungsmitglied des Max-Reger-Instituts, das er bis 1953 leitete.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten publizierte er 1934 das Werk Die Gestaltung weltanschaulicher Ideen in der Volksmusik Beethovens. Von 1937 bis 1939 war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Musikwissenschaft und hielt in dieser Position am 27. Mai 1938 im Rahmen der Reichsmusiktage die Eröffnungsrede der musikwissenschaftlichen Tagung.[1] 1936 erhielt er den Kulturpreis der Stadt Bonn und die Beethoven-Medaille der Stadt Bonn, 1941 die Goldene Mozart-Medaille des Salzburger Mozarteums. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er auch mit dem Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg zusammen.[1]

1945 wurde er emeritiert. 1952 wurde er Ehrenmitglied der Gesellschaft für Musikforschung.[1]

Publikationen[Bearbeiten]

  • Der junge Beethoven, Leipzig 1925; Nachdruck Hildesheim 1978
  • Die deutsche Oper, Leipzig 1930; 2. erweiterte Auflage Bonn 1940, 3. durchgesehene Auflage Bonn 1943

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, S. 520.