Luis Sotelo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Eine Replik der japanischen Galeone San Juan Bautista von 1613.

Luis Sotelo (* 6. September 1574 in Sevilla; † 25. August 1624 in Shimabara auf Kyūshū, Japan) war ein Franziskaner (OFM).

Er studierte an der damals berühmten Universität Salamanca, bevor er dem Konvent "Calvario de los Hermanos Menores" beitrat. Er wurde 1600 auf die Philippinen geschickt, um die spirituellen Bedürfnisse der japanischen Siedlung von Dilao zu befriedigen. Diese wurde jedoch 1608 nach harten Kämpfen von spanischen Kräften zerstört.

Sotelo ging dann nach Japan, wo er versuchte, eine Kirche im Gebiet von Tokio zu errichten. Diese Kirche wurde nach dem Verbot des Christentums auf dem Gebiet des Tokugawa-Shogunates ebenfalls zerstört. Sotelo floh ins nördliche Japan, in das von dem Daimyo von Sendai, Date Masamune, kontrollierte Gebiet, wo das Christentum noch geduldet war.

Sotelo plante und begleitete 1614 eine japanische Gesandtschaft von Date Masamune nach Spanien. Die Gesandtschaft wurde von Masamunes Gefolgsmann Hasekura Tsunenaga geführt. Der Kapitän des Schiffes San Juan Bautista war Yokozawa Shogen. Die Gesandtschaft war ein Produkt der politischen Ambitionen von Sotelo and Date Masamune. Sotelo versuchte eine Diözese in Nordjapan zu errichten, die unabhängig von der durch die Jesuiten kontrollierten Diözese von Funai (Nagasaki) sein sollte. Die Portugiesen behinderten seine Kampagne und Sotelo erhielt nicht einmal breite Unterstützung von den Franziskanern, da die Bemühungen mit persönlichen Bestrebungen um den Bischofssitz verknüpft waren. Date Masamune wiederum wünschte Handelsbeziehungen mit Neuspanien (Mexiko), doch bald war klar, dass dieser Handel zu kostspielig war.

Sotelo begleitete die japanische Gesandtschaft bis zurück auf die Philippinen, wo er 1618 eintraf und einige Zeit blieb, da das Christentum zu dieser Zeit in Japan bereits durch harte Maßnahmen unterdrückt wurde. Er geriet in Probleme mit der Kirche, da er seine Errungenschaften in Japan überzogen dargestellt hatte. Der katholische Rat der Westindischen Inseln schickte ihn 1620 zurück nach Mexiko, um dort seine missionarischen Aktivitäten weiter zu verfolgen.

1622 gelang es Sotelo schließlich, sich an Bord einer chinesischen Dschunke nach Japan einzuschleichen, wo man ihn jedoch entdeckte und verhaftete. Nach zweijähriger Haft wurde er wenige Tage vor seinem 50. Geburtstag zusammen mit zwei anderen Franziskanern, einem Jesuiten und einem Dominikaner auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Da er als Märtyrer starb, sprach ihn Papst Pius IX. im Jahr 1867 selig.

Hasekuras Gesandtschaft zum Papst in Rom 1617, begleitet von Luis Sotelo. Japanisches Gemälde, 17. Jahrhundert.

Literatur[Bearbeiten]