Luisa Ferida

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Luisa Ferida (* 18. März 1914 in Castel San Pietro Terme; † 30. April 1945 in Mailand; bürgerlich Luigia Manfrini Frané) war eine italienische Filmschauspielerin.

Leben[Bearbeiten]

Ihre Karriere begann Ferida als Bühnenschauspielerin in den Theatergruppen von Ruggero Ruggeri und Paola Borboni. Ihre erste Filmrolle erhielt sie 1935 in La Freccia d'oro. Obwohl nur in einer Nebenrolle besetzt, gelang der dunkelhaarigen Schönheit der Durchbruch in Lustspielen und Kostümfilmen, die besonders ihre sinnliche Ausstrahlung herausstellten. Weitere Filmerfolge wie La fossa degli angeli (1939) ließen sie zu einem der populärsten weiblichen Filmstars des faschistischen Kinos Italiens werden. Während der Dreharbeiten zu Alessandro Blasettis Der Kavalier mit der Maske (1939) lernte sie den Schauspieler Osvaldo Valenti kennen und lieben. Beide wurden ein Paar im richtigen Leben und auch im Kino zu einem Leinwandpaar. Ihr gemeinsamer Sohn Kim verstarb im Alter von 4 Jahren.

Unter dem Regisseur Blasetti spielte Ferida die Prinzessin Tundra in La corona di ferro (1941) und die Rolle der Fiammetta in La cena delle beffe (1941). Gemeinsam mit Valenti verkörperte sie Hauptrollen in Luigi Chiarinis Filmen La bella addormentata (1942) und La locandiera (1944). Als ihre beste schauspielerische Leistung gilt die Rolle der Piera in Gianni Franciolinis Fari nella nebbia (1941), der inhaltlich und stilistisch als Vorläufer von Luchino Viscontis Besessenheit (1943) gesehen wird. 1942 erhielt Luisa Ferida eine Auszeichnung als beste italienische Filmschauspielerin.

Politisch standen Valenti und Ferida dem Führer der faschistischen Bewegung Benito Mussolini nahe. Auch pflegten sie Kontakte zu ranghohen Offizieren des Regimes sowie zu der Spezialeinheit Decima Mas und zu Pietro Koch, der maßgeblich an Folterungen Italienischer Partisanen durch seine extreme, Partisanen-feindliche Gruppierung Banda Koch beteiligt war. Ob sich Ferida und Valenti an Folterungen beteiligt haben, ist bis heute umstritten. Ende 1943 zogen beide nach Norditalien wo sich die Republik von Salò etabliert hatte. Dort traten sie 1944 zum letzten Mal in einem Film auf, Piero Ballerinis Un fatto di cronaca. Nach dem Sturz Mussolinis und seines Regimes wurde das Paar am 30. April 1945 in Mailand auf offener Straße von Partisanen der Resistenza bei der Befreiung der Stadt erschossen[1].

Das tragische Leben beider Schauspieler wurde 2008 mit Monica Bellucci und Luca Zingaretti unter dem Titel Wild Blood (Sanguepazzo) verfilmt.

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1935: Freccia d'oro
  • 1935: Re burlone
  • 1936: I fratelli Castiglioni
  • 1936: I due sergenti
  • 1936: Lo smemorato
  • 1936: Il grande silenzio
  • 1936: L'ambasciatore
  • 1936: Amazzoni bianche
  • 1937: Il conte di Brechard
  • 1937: I tre desideri
  • 1937: La fossa degli angeli
  • 1938: Tutta la vita in una notte
  • 1938: Stella del mare
  • 1938: Il suo destiono
  • 1938: L'argine
  • 1939: Der Kavalier mit der Maske (Un avventura di Salvator Rosa)
  • 1939: Il segreto di Villa Paradiso
  • 1939: Animali pazzi
  • 1940: La fanciulla di Portici
  • 1941: Nozze di sangue
  • 1941: La cena delle beffe
  • 1941: Amore imperiale
  • 1941: La corona di ferro
  • 1941: Fari nella nebbia
  • 1942: La bella addormentata
  • 1942: Fedora
  • 1942: Gelosia
  • 1942: L'ultimo addio
  • 1942: Il figlio del Corsaro Rosso
  • 1942: Orizzonte di sangue
  • 1943: Tristi amori
  • 1943: Harlem
  • 1944: La locandiera
  • 1944: Un fatto di cronaca

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. nach Lexikon der Filmschauspieler, Henschel Verlag, 1995