MG3

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Dieser Artikel behandelt das Maschinengewehr MG3. Das gleichnamige Automodell findet sich unter MG 3.
MG3
MG3
Allgemeine Information
Militärische Bezeichnung: MG3
Einsatzland: Deutschland, Pakistan, Türkei sowie weitere
Entwickler/Hersteller: Rheinmetall GmbH
Herstellerland: Deutschland (–1991), u.a. Pakistan
Produktionszeit: seit 1966
Waffenkategorie: Maschinengewehr
Ausstattung
Gesamtlänge: 1225 mm
Gewicht: (ungeladen) 11,5 kg
Visierlänge: 430 mm
Lauflänge: 565 mm
Technische Daten
Kaliber: 7,62 × 51 mm NATO
Munitionszufuhr: Munitionsgurt
Kadenz: 1200 Schuss/min
Feuerarten: Dauerfeuer
Anzahl Züge: 4 Stück oder Polygonlauf
Drall: Rechtsdrall (305 mm)
Visier: Offene Visierung
Verschluss: Stützrollenverschluss mit Verschlusssperre
Ladeprinzip: luftgekühlter Rückstoßlader mit kurz zurücklaufendem Rohr
Listen zum Thema
Zerlegtes MG3 in einer Bundeswehrstube (1982)

Das MG3 ist das 1969 eingeführte Standardmaschinengewehr (MG) der Bundeswehr. Es ist eine Weiterentwicklung des deutschen Maschinengewehrs MG42 aus dem Zweiten Weltkrieg. Hergestellt wurde es von der Firma Rheinmetall, heute wird es unter anderem von POF (Pakistan Ordnance Factories) in Lizenz gebaut.

Vorläufer des MG3 bei der Bundeswehr war das MG1, das ab 1957 eingeführt, in der Version MG1 A3 mit dem MG3 optisch nahezu identisch war (der Rückstoßverstärker war vor der Version MG1 A3 dem des MG42 ähnlich). Die MG1 A3 wurden um das Jahr 1965 produziert und später umgebaut; unter der Bezeichnung MG3 werden sie nach wie vor von der Bundeswehr verwendet.

Als Nachfolger ist das HK121, welches MG5 benannt werden würde, im Gespräch.

Technik[Bearbeiten]

Die erste Änderung gegenüber dem MG42 war die Einführung des Kalibers 7,62 × 51 mm NATO für das MG. Weitere Änderungen betrafen Rohr, Gehäuse, Deckel, Verschluss, Zweibein und Rückstoßverstärker.

Schnittmodell des Verschlusses

Die theoretische Feuergeschwindigkeit wurde geringfügig von 1500 auf 1200 Schuss/min unter anderem durch Verwendung eines schwereren Verschlusses und den Einbau einer Verschlusssperre herabgesetzt. Durch notwendige Tätigkeiten, wie beispielsweise das Wechseln des heißgeschossenen Rohres mit dem im Rohrschützer befindlichen kalten Rohr, was nach 150 Schuss Dauerfeuer mit Gefechtsmunition oder 100 Schuss Manövermunition ohne zwischenzeitliche Abkühlung auf Handwärme durchzuführen ist, sinkt dieser Wert in der Praxis auf etwa 300 Schuss/min.

Die Waffe kann als Fahrzeugbewaffnung, Handwaffe der Infanterie auf Zweibein oder schultergestützt, zur Fliegerabwehr auf Dreibein und Drehringlafette sowie auf einer tragbaren Feldlafette mit Winkelspiegel und optischem Vergrößerungsvisier eingesetzt werden. Außerdem können zwei MGs auf einer achsparallelen Lafette (Zwillingssockellafette oder auch „ZwiSoLa”) gleichzeitig mit mechanischer Fernbedienung zur Fliegerabwehr verwendet werden. Die Einheiten der Bundeswehr setzen das MG3 bei Auslandseinsätzen auch als Bordmaschinengewehr in Hubschraubern des Typs Bell UH-1D ein (siehe auch Doorgunner). Früher wurde es auch in der CH-53G verwendet, dort ist jedoch mittlerweile das M3M im Einsatz. Da die Waffe eine erheblichen Teil der Feuerkraft der Gruppe darstellt und die Bedienung (Zielerfassung, Munitionszufuhr, Transport, etc.) komplex ist, sind dem MG3 in der Regel mindestens zwei Soldaten zugeteilt.

Die Blenden-Version zum Aufbau auf gepanzerte Fahrzeuge heißt MG3A1. Beim Einsatz auf Fahrzeugen wird die Waffe in der Regel über eine fernbedienbare Waffenstation von KMW bedient.

Baugruppen[Bearbeiten]

Das MG3 besteht aus elf Baugruppen und zwei Zubehörteilen:

Zubehör:

  • Zweibein
  • Trageriemen
  • Rohrschützer
  • Tragetasche mit Inhalt
  • Patronenkasten DM2
  • Gurttrommel


Schnittbild Bauteile MG3

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rolf Abresch, Ralph Wilhelm (Hrsg.): Moderne Handwaffen der Bundeswehr. Report-Verlag, Frankfurt am Main u. a. 2001, ISBN 3-932385-10-1.
  • Dieter Stockfisch: Der Reibert. Das Handbuch für den deutschen Soldaten. Heer, Luftwaffe, Marine, Streitkräftebasis, Zentraler Sanitätsdienst. Mittler, Berlin u. a. 2007, ISBN 978-3-8132-0878-8.
  • Zentrale Dienstvorschrift (ZDv) 3/14. Das Maschinengewehr.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: MG3 – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien