Magnus II. (Schweden)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Siegel von Magnus Eriksson

Magnus Eriksson (* 1316; † 1. Dezember 1374) war von 1319 bis 1364 König von Schweden und von 1319 bis zur Aufteilung seines Reiches auf seine zwei Söhne im Jahr 1355 König von Norwegen.

Er war Sohn des Herzogs Erik Magnusson und dessen Ehefrau, der norwegischen Prinzessin Ingebjørg Håkonsdatter. Somit war er der Enkel des schwedischen Königs Magnus I. Birgersson. Er heiratete 1335 Blanche von Namur, durch ihre Mutter Marie Nachfahrin von Ludwig VIII. von Frankreich.

Sein Leben[Bearbeiten]

Magnus wird König[Bearbeiten]

Magnus Eriksson erbte mit drei Jahren 1319 die norwegische Königskrone von seinem Großvater Håkon V. Magnusson und wurde im selben Jahr zum schwedischen König gewählt. Die Vormundschaftsregierung, die von der Ratsaristokratie gestellt wurde, konnte in den nächsten Jahren ihre Machtstellung ausbauen, und als Magnus Eriksson um das Jahr 1331 die Herrschaft übernahm, waren die Staatsfinanzen derart schlecht, dass ihm die Mittel zur Zurückdrängung der Aristokratie fehlten. Gleichwohl gelingt es ihm als erste Maßnahme bei seinem Aufenthalt Weihnachten 1332 in Oslo mit Unterstützung der Großbauern ein Gesetz durchzusetzen, nach dem es verboten wurde, Setesvein ohne Erlaubnis des Königs zu halten. Damit wurde die den Großbauern verhasste Hirðaristokratie getroffen, die dieses Privileg bislang für sich beansprucht hatte.[1] 1336 wurde er vom Dorpater Bischof Engelbert von Dolen gekrönt.

Fehlende Finanzen und der Kirchenbann[Bearbeiten]

Er versuchte ohne Erfolg, Geld von den Hanseaten zu leihen. Dann erhob er Zwangsdarlehen von der Kirche. Das führte dazu, dass der Kirchenbann über ihn verhängt wurde. Ein missglückter „Kreuzzug“ nach Finnland 1348–1351 und der Ausbruch der Pest verschärften die finanzielle Lage noch mehr. Auch eine unpassend enge Beziehung zum jungen schwedischen Adligen Bengt Algotsson schadete seinem Ansehen. Hinzu kam die scharfe Kritik an ihm seitens Birgitta von Schweden, später heilige Birgitta. Sie hatte enge Verbindungen zu seiner Familie und übte über diese Verbindungen Einfluss auf die Politik aus. Sie stieß sich an seiner unziemlichen Verbindung mit Bengt Algotsson und daran, dass er trotz des Bannes die Heilige Messe besuchte. Ob er tatsächlich eine homosexuelle Partnerschaft lebte, ist nicht sicher. Bengt Algotsson war der Bruder von Knut Algotsson, dem Schwiegersohn Birgittas.

Magnus teilt sein Reich auf seinen Söhne auf[Bearbeiten]

1343/44 ließ er seine Söhne Håkon und Erik als Thronfolger für Norwegen bzw. Schweden ausersehen. Das war aber in Zeiten der großen Pest gewesen, als die meisten Amts- und Machtpositionen unbesetzt gewesen waren. Deshalb, und weil er einen Kreuzzug gegen Karelien fortzusetzen beabsichtigte und den Rücken frei halten wollte, wiederholte er diese Einsetzung 1350 in Bergen. Für sich behielt er Helgeland, Island, die Färöer und die Shetland-Inseln.[2] Håkon bekam 1355 die norwegische Königskrone, während Magnus Eriksson in Schweden weiterregierte. Bengt Algotsson riss 1355 die Besitzungen des Erzbischofs von Lund an sich, als dieser in Rom weilte, um das Pallium zu erhalten.[3] Dies verstieß gegen das kirchliche Verbot der Verringerung kirchlichen Vermögens. Der schwedische Adel vermutete, dass Bengt Algotsson mit Billigung des Königs vorgegangen war. Er verbündete sich mit Erik und Magnus’ Schwager Albrecht von Mecklenburg. Die Unzufriedenheit Eriks, der auf die schwedische Königskrone gehofft hatte, wurde von der Ratsaristokratie geschürt. Er nahm den Königstitel an, und 1356 stellte er sich an die Spitze eines Aufstandes gegen seinen Vater. In einem Vergleich 1357 kam es zu einer administrativen Reichsteilung zwischen Vater und Sohn. Erik erhielt dabei Finnland und die dänischen Gebiete außer Nord-Halland von Bengt Algotsson. Doch starb Erik zwei Jahre danach. Waldemar Atterdag versuchte vergeblich, die Gelegenheit zu nutzen, Schonen wieder zurückzugewinnen. 1359 versöhnten sich die beiden Könige und besiegelten den neuen Frieden mit der Verlobung zwischen Håkon Magnusson und der Tochter Waldemars, Margarethe I.

Magnus’ Sohn Erik stirbt[Bearbeiten]

Im gleichen Jahr starben (wie bereits erwähnt) sein Sohn und Mitkönig Erik und kurz darauf dessen schwangere Frau, ohne Erben zu hinterlassen. Magnus zog unverzüglich den bisherigen Herrschaftsbereich Eriks ein. 1360 gelang es Waldemar Atterdag, Schonen zurückzugewinnen. Dies erzeugte den Unwillen des schwedischen Adels und machte auch die Hanse und die norddeutschen Gebiete unruhig, da Dänemark nunmehr wieder den Øresund kontrollierte. Magnus verbündete sich mit der Hanse, um Skåne zurückzugewinnen, doch das missglückte. Stattdessen setzte ihn sein Sohn Håkon im Schloss Kalmar gefangen. Nach einem Vergleich wurde er wieder freigelassen, und Håkon wurde 1362 an Stelle seines toten Bruders schwedischer Mitkönig.

Magnus und Håkon verlieren Schweden[Bearbeiten]

Der nächste Aufstand der Ratsaristokratie im Machtkampf um das Reich erfolgte 1364, nachdem der norwegische König und schwedische Thronfolger Håkon Magnusson die Tochter des dänischen Königs Waldemar Atterdag geheiratet hatte. Albrecht von Mecklenburg wurde nach Schweden geholt und 1364 zum König gewählt. Im folgenden Krieg wurden der König Magnus Eriksson und sein Sohn Håkon Magnusson besiegt. Magnus Eriksson wurde gefangengenommen und erst nach sechs Jahren freigegeben. Er zog zu seinem Sohn nach Norwegen, wo er 1374 bei einem Schiffsunglück umkam.

Nachkommen[Bearbeiten]

  • Erik, Mitkönig von Schweden
  • Haakon , Mitkönig von Schweden und König von Norwegen

Literatur[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Helle S. 225.
  2. Bjørkvik S. 140. Flatø-Annalen zu 1350 in Gustav Storm: Islandske Annaler indtil 1578. Christiania 1888, ISBN 82-7061-192-1, S. 404.
  3. Haug S. 59.


Vorgänger Amt Nachfolger
Birger I. König von Schweden
1319–1364
Albrecht von Mecklenburg
Haakon V. König von Norwegen
1319–1355
Haakon VI.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Magnus II. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien