Mangrove (Baum)

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Dieser Artikel behandelt die Baumart; zu dem Ökosystem (Mangrovenwald) siehe Mangrove (Ökosystem).
Mangroven in Tibar (Osttimor)
Mangrovenbaum (Rhizophora) auf Cayo Levisa, Kuba
Mangroven mit den typischen Stelzwurzeln
Strauchförmige Wuchsform der Mangrove Avicennia germinans auf einer hypersalinen, selten überfluteten Schlammfläche bei Bragança, Pará, Brasilien

Mangrovenbäume sind verholzende Salzpflanzen unterschiedlicher botanischer Zugehörigkeit. Ihr gemeinsames Merkmal ist, dass sie sich an das Leben im Gezeitenbereich tropischer Küstenregionen angepasst haben und nur dort bestandsbildend sind.

Ökologie[Bearbeiten]

Verschiedene Mangrovenbaum-Arten bilden unter ungünstigen Umweltbedingungen (hypersaline oder nährstofflimitierte Standorte) Zwergformen aus. Die natürliche Verbreitungsgrenze hängt nur indirekt mit einem kühlen Klima zusammen. Ausschlaggebend ist die Wassertemperatur während der kühlen Monate. Generell ist eine Winterisotherme des Wassers von unter 20 °C für viele Mangroven-Arten letal. Wegen der warmen Strömungen an der Ostseite der Kontinente (z. B. der Golfstrom) ist hier auch die Biodiversität der Mangroven höher. Zu den besonderen Anpassungen der Mangrovenbäume an ihren Lebensraum gehören ausgeprägte Salztoleranz und die Fähigkeit zum Wurzeln in sauerstoffarmem und häufig instabilem Sediment. Einige Taxa besitzen Blätter mit Salzdrüsen (Aegiceras, Aegialitis und Avicennia). Charakteristisch ist in vielen Fällen die Verbreitung über, im Augenblick der Trennung vom Mutterbaum, sehr weit entwickelte Früchte, die sich in kürzester Zeit zu einem schwimmfähigen Keimling entwickeln. Die Mangrovenbäume aus der Familie der Rhizophoraceae verbreiten sich „lebendgebärend“ über bereits am Mutterbaum gekeimte Jungpflanzen (Viviparie).

Bislang ungeklärt sind die Gründe für die Artenarmut der westafrikanisch-amerikanischen Mangroven-Flora im Vergleich mit den Mangrovenwäldern des indo-pazifischen Raums.

Anpassungen[Bearbeiten]

Das Luftgewebe (Aerenchym), das viele Mangroven besitzen, bildet eine dem Kork entwicklungsgeschichtlich gleichwertige Gewebeform und findet sich vorzugsweise an untergetauchten Stängeln und Wurzeln der Mangrovenfarne und -gehölze. Es besteht aus zartwandigen, unverkorkten Zellen mit großen dazwischenliegenden Luftkanälen. Nicht zu verwechseln ist dasselbe mit dem lakunösen Parenchym, welches nicht nur einen ungleichen Ursprung, sondern auch eine andere biologische Aufgabe hat. Das auch bei einzelnen einheimischen Salzwiesenbewohnern aufgefundene Gewebe veranschaulicht beispielhaft den Einfluss äußerer Lebensbedingungen auf den inneren Bau der Pflanzen. Nach Wachstum der Wurzelbestände an der Luft oder im Wasser, entwickelt sich in der Korkbildungsschicht (Suberinphellogen) entweder zartwandiges, unverkorktes Aerenchym oder ein einfacher Peridermmantel, indem im ersteren Falle der eingetretene Sauerstoffmangel des inneren Stängelgewebes das Plasma der Phellogenzellen eine Bildung von Luftgewebe zu veranlassen scheint.

Nutzung[Bearbeiten]

Mangrovenbäume lassen sich in Ausnahmefällen forstlich nutzen (Malaysia). Mangrovenholz wird zur Holzkohleerzeugung oder direkt als Brennholz und gelegentlich für einfache Holzkonstruktionen genutzt. Die tanninhaltige Rinde einiger Mangrovenbäume wird regional zur Gerbstoffgewinnung eingesetzt.

Zur Bedeutung von Mangrovenwäldern im Küstenschutz siehe Mangrove (Ökosystem).

Systematik[Bearbeiten]

Mangrovenbäume bilden keine systematisch einheitliche Gruppe, sondern gehören unterschiedlichen Familien der Bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliophyta) an.

Wichtige Taxa:

Weitere Gattungen/Arten:

Literatur[Bearbeiten]

  • P. B. Tomlinson: The Botany of Mangroves. Cambridge University Press, Cambridge 1986. ISBN 0-521-46675-X (engl.)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mangroven – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
In englischer Sprache