Manjago

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Jahr Zensus in
Gambia
Anteil an der
Gesamtbevölkerung
1973 5596 1.05 %
1983 10741 1.45 %
1993 7458 0.7 %

Die Manjago (Schreibvarianten: Manjack, Man'yago, Manjaku, Manjaco und Manjaca) sind eine Ethnie im westafrikanischen Guinea-Bissau, Im südlichen Senegal, in der Casamance, werden sie Mandjak genannt. Eine zahlenmäßig kleine Ethnie lebt auch im westafrikanischen Staat Gambia. Dort leben sie südlich des Gambia-Flusses in der West Coast Region. Ihre Ursprünge gehen nach Guinea-Bissau zurück[1], wo sie noch heute etwa 9 Prozent der Bevölkerung stellen.[2]

Im 19. Jahrhundert haben sich die gambischen Manjago, ähnlich wie die Bainounka, nahezu vollständig mit den Volksgruppen der Diola und der Mandinka vermischt, in den Volkszählungen Gambias von 1973, 1983 und 1993 spielen sie kaum noch eine Rolle.

Die Geschichte und Kultur der Manjagos ist nur wenig beschrieben. Allerdings werden sie häufig, wie die Jola und Bainounka, damit in Verbindung gebracht, dass sie Palmwein erzeugen. Sie erzeugen den Palmwein nicht, sondern sie ernten ihn in den Morgen- und Abendstunden. Dazu klettern die Männer geschickt, nur mit einem elliptischen Gurt, die Palmen hinauf. Sie zapfen den Blütenstiel der Ölpalme (Elaeis guineensis) an und sammeln den Saft in Gefäßen, der dort vergärt und zu einem Getränk ähnlich dem Federweißen wird. Da dies eine gefährliche Tätigkeit ist, bei der häufig Unfälle passieren, verständigen sie sich untereinander mit einer besonderen Pfeifsprache.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Arnold Gailey, Harry A. Hughes: Historical Dictionary of the Gambia. The Scarecrow Press, Inc., 1999, ISBN 081083660-2
  2. Fischer Weltalmanach 2012, Seite 212. Frankfurt/Main 2011