Marcellin de Marbot

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Marcellin de Marbot

Jean-Baptiste Antoine Marcellin de Marbot (* 18. August 1782 in Altillac; † 16. November 1854 in Paris), Baron de Marbot, war ein französischer General.

Sein Vater war General Jean-Antoine Marbot (1754–1800). Sein älterer Bruder Antoine Adolphe Marcelin Marbot (1781–1844) war ebenfalls General.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Er schloss sich 1799 als Freiwilliger der republikanischen Armee an und wurde schnell zum Offizier befördert. Hernach war er Adjutant von Marschall Augereau. Als solcher nahm er am 4. Koalitionskrieg (1806–1807) teil. In den Jahren 1808 bis 1811 wurde er im Krieg auf der Pyrenäenhalbinsel eingesetzt. Weitere Meriten erwarb er sich während des Russlandfeldzuges 1812. Während der Herrschaft der Hundert Tage 1814 wurde er von Napoléon Bonaparte zum Brigadegeneral befördert und nahm an der Schlacht bei Waterloo teil. Zu Anfang der Zweiten Restaurationszeit musste er ins Exil gehen und konnte erst 1819 wieder nach Frankreich zurückkehren. Seine enge Bekanntschaft mit Louis-Philippe, dem Herzog von Orléans sicherte ihm wichtige militärische Positionen. Während des Juli-Königtums (ab 1830) wurde er schnell zum Feldmarschall befördert, 1836 dann zum Generalleutnant. Im Jahre 1845 wurde er zum Pair von Frankreich ernannt. Drei Jahre später zog er sich nach dem Fall Louis Philippes ins Privatleben zurück.

Werk[Bearbeiten]

Marbot schrieb zwei Flugschriften Remarques critiques sur Vouwage de M. le general Roguet, intitule Considerations sur l'art de la guerre (1820) und La Necessité d'augmenter les forces militaires de la France (1825). Seine Bekanntheit beruht allerdings auf seinen 1891 in Frankreich publizierten Memoiren Les mémoires du Général Baron de Marbot welche erstmals 1899 auf Deutsch und 1902 auf Englisch vorlagen.

Wie kein anderer gewährt er dort einen Einblick in das Militärwesen der napoleonischen Zeit. In seinem an Frau und Kinder gerichteten Vorwort schreibt er: "Ich bin häufig in persönliche Berührungen mit Napoleon gekommen; ich habe im Generalstab von fünf seiner berühmtesten Marschälle: Bernadotte, Augereau, Murat, Lannes und Masséna Adjutantendienste getan; ich habe alle hervorragenden Personen der damaligen Zeit gekannt. Es wird mein Bestreben sein, in meinen Erinnerungen mehr das persönlich Erlebte hervortreten zu lassen, als die geschichtlichen Ereignisse zu schildern; insbesondere aber werde ich mich bemühen, daß nicht immer gerechte Urteil über diejenigen Männer zu berichtigen, denen ich näher getreten bin. Neben Tatsachen von großer politischer Bedeutung werde ich Veranlassung haben, heitere und abenteuerliche Vorfälle zu erzählen und alles so schlicht vorzutragen, wie es sich für eine der eigenen Familie gewidmete Erzählung ziemt."

Literatur[Bearbeiten]

  • Mémoires de Général Bon de Marbot. Plon, Paris 1892.
    • deutsche Übersetzung: Memoiren des französischen Generals Marcellin de Marbot. VRZ-Verlag, Hamburg 1999 (Nachdr. d. Ausg. Stuttgart 1899).
    1. Genua, Austerlitz, Jena, Eylau. 1999, ISBN 3-931482-60-X.
    2. Madrid, Aspern, Torres Vedras. 1999, ISBN 3-931482-61-8.
    3. Polozk, Beresina, Leipzig, Waterloo. 1999, ISBN 3-931482-62-6.

Weblinks[Bearbeiten]