Margarete (Schottland)

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Margarete

Margarete (auch Jungfrau von Norwegen; * 9. April 1283 in Bergen; † um den 26. September 1290 bei den Orkney-Inseln) war schottische Königin von 1286 bis zu ihrem Tod.

Leben[Bearbeiten]

Margarete war eine Tochter des norwegischen Königs Erik II. und dessen Ehefrau, Margrete, Prinzessin von Schottland.[1] Über ihre Mutter war sie auch Enkelin und Nachfolgerin König Alexanders III. von Schottland.

Nach dem plötzlichen Tod ihres Großvaters hatte Schottland keinen klaren Nachfolger auf den Thron. Margaretes Stiefgroßmutter Jolanda von Dreux behauptete zunächst, dass sie mit einem legitimen Nachfolger schwanger sei. Dadurch hoffte sie die Pläne zweier mächtiger Adliger zu durchkreuzen. Es handelte sich dabei um Robert Bruce, 5. Lord of Annandale (Großvater des späteren Robert I.) und um John Balliol, die beide Anspruch auf den Thron erhoben. Als klar wurde, dass Jolanda überhaupt nicht schwanger war, wurde beschlossen, dass Alexanders einzige überlebende Nachfolgerin, die dreijährige Enkelin Margarete, auf den Thron folgen sollte. Sechs Adlige sollten gemeinsam die Regentschaft übernehmen.

Aus Furcht, dass die Präsenz einer jungen und machtlosen Königin einen Bürgerkrieg zwischen den Thronprätendenten auslösen würde, baten die schottischen Adligen den englischen König Eduard I. um Vermittlung. Dieser sah darin eine Chance, seinen eigenen Einfluss in Schottland auszudehnen. Eduard arrangierte 1290 das Abkommen von Birgham; Margarete wurde mit dem Prince of Wales (dem späteren Eduard II.) verlobt. Im Gegenzug würde England die schottische Unabhängigkeit garantieren.

Im Herbst 1290 reiste Margarete per Schiff Richtung Schottland. Doch während der Überfahrt erkrankte sie und starb kurz darauf bei den Orkneys. Mit ihrem Tod erlosch das Haus Dunkeld. Ihre sterblichen Überreste wurden nach Bergen überführt und neben ihrer Mutter beigesetzt. In den zwei folgenden Jahren gab es nicht weniger als 13 Anwärter auf den schottischen Thron. Erneut wurde Eduard um Vermittlung gebeten. Seine Versuche, die Herrschaft über Schottland an sich zu reißen, führten zum ersten schottischen Unabhängigkeitskrieg.

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Edmund B. Fryde u.a.: Handbook of British Chronology. CUP, Cambridge 2003, ISBN 0-521-56350-X, Seite 56 (Nachdr. d. Ausg. London 1961).

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Alexander III. König von Schottland
1286–1290
John Balliol