Mariä-Entschlafens-Kirche (Zrenjanin)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Mariä-Entschlafens-Kirche im Jahr 2007

Die Mariä-Entschlafens-Kirche (serbisch: Црква Успења Пресвете Богородице/Crkva Uspenja Presvete Bogorodice), auch Varoška crkva oder Uspenska crkva (Успенска црква/Uspenska Crkva) genannt, ist eine Serbisch-orthodoxe Kirche in Zrenjanin, einer Stadt in der Vojvodina, Nordserbien.

Die von 1744 bis 1746 im barocken Stil erbaute Kirche ist das älteste Gotteshaus der Stadt und gehört zur Eparchie Banat der Serbisch-Orthodoxen Kirche.

Das Gotteshaus steht über 260 Jahre in Zrenjanin und ist von bedeutendem kulturellem Wert für Serbien. Das Gotteshaus ist der Mariä Himmelfahrt, in der Orthodoxen Kirche Entschlafung der Allerheiligsten Gottesmutter genannt, geweiht.

Lage[Bearbeiten]

Die Kirche befindet sich im Osten des Zentrums der nordserbischen Stadt Zrenjanin. Das Gotteshaus steht nicht weit vom Ufer der Bega, einem linken Nebenfluss der Theiß, an der Straße Svetosavska Ulica Nr. 2.

Nahe der Kirche befinden sich das Kinderkrankenhaus, zwei Banken, die Hauptzentrale der Polizei und eine Apotheke, in weiterer Entfernung auch das Rathaus, die römisch-katholische Kathedrale St. Johannes Nepomuk, das Volksmuseum, ein Gymnasium, die Stadtbibliothek, die Hauptpost und das Denkmal für König Peter I. Karađorđević.

Der Kirchturm in der Nacht

Geschichte[Bearbeiten]

Die Mariä-Entschlafens-Kirche ist das älteste Kirchengebäude in Zrenjanin und wurde von 1744 bis 1746 erbaut. Der barocke Kirchturm wurde 1757 bis 1758 dazu erbaut. Sie wurde zur Zeit der Kaiserin Maria Theresia errichtet. Sie ist eine der wenigen, noch erhaltenen barocken Kirchen aus der ersten Hälfte des 18.Jahrhunderts in der Vojvodina.

Da das Dach der Kirche mit Dachziegeln gedeckt war, überstand diese einen großen Brand im Jahre 1807. Damals gehörte die Kirche zur Eparchie Temeschwar, einer heutigen Großstadt in Westrumänien und war deren einzige Kirche mit Keramikziegeln. Den Brand fielen alle Holzhäuser der Stadt zu Opfer, nur wenige Gebäude, darunter die Kirche, überstanden den Brand.

Die Kirche wurde zuletzt im Jahre 2000 renoviert. 2005 wurden Flutlichter installiert, so ist es möglich, all die barocke Schönheit der Kirche in den Nachtstunden zu sehen.

Die Mariä-Entschlafens-Kirche ist gesetzlich als kulturelles und historisches Denkmal unter Schutz des Staates gestellt. Zudem sind in der Kirche viele wertvolle liturgische Gewänder der Priester, Kirchengegenstände und Bücher mit Lederbezug erhalten. Die ältesten Kirchenbücher stammen aus dem Jahr 1746.

Im Kirchhof stehen heute zwei marmorne Kreuze, die von den Zrenjaninern Hauptplätzen während der 1950er Jahre entfernt wurden und in den Kirchhof verlegt worden sind. Derzeitiger Priester der Kirche sind Slobodan Čestić, Radivoje Nađalin, Slađan Ristić, Branislav Petrović und der Erzdiakon Zoran Milanković.

Architektur[Bearbeiten]

Eines der zwei Marmorkreuze

Die länglich-einschiffige Kirche mit einer halbrunden Altar-Apsis im Osten, rechteckigen Chören an den Seiten und einer Narthex über der sich ein Kirchturm erhebt im Westen, wurde im Stile des Barock erbaut. Das Kirchengebäude ähnelt vor allem am Kirchturm bemerkbar, der Serbisch-orthodoxen Hl.-Nikolaus-Kathedrale in Sremski Karlovci, die von 1758 bis 1762 erbaut wurde, diese besitzt jedoch zwei Kirchtürme.

Die Fassadendekoration der Kirche ist vergleich mit anderen Kirchen aus dieser Zeit Epoche, am meisten entwickelt ist die Fassadendekoration an der Westseite der Kirche. Die künstlerisch Harmonie und Ausgeglichenheit der Westfassade, zugleich auch ihr architektonische Strenge, wurde durch Kombinationen von Pilastern mit professionell ausgearbeiteten Kapitellenden, halbrunden Blendnischen, Säulen, Bogenfenstern, Schnurkränzen, abgerundeten Giebeln und profilierten Dachgesims erreicht. Im Gegensatz dazu steht die künstlerisch und spielerisch verzierte Kirchturmspitze.

Die Dekoration der anderen Fassadenflächen, mit einer dominanten vertikalen Teilung, setzt sich aus abwechselnd platzierten Pilastern und Fensteröffnungen mit Bögen zusammen. Der Erschaffer der künsterlichen und wertvollen Schnitzarbeiten ist nicht bekannt.

Die Fresken im Gewölbe der Kirche, wurden von 1928 bis 1930 vom aus Zrenjanin stammenden Maler Aleksandar Sekulić gemalt. Sekulić lebte mehrere Jahre in München.

Ikonostasen[Bearbeiten]

Die Ikonostase sowie die Ikonen auf ihr, wurden vom bekannten und erfahrenen Maler Dimitrije Popović hergestellt und gemalt. Nach den großen Brand 1807 wurden von 1814 bis 1816 die Arbeiten von Dimitrije Popović durch Georgije Popović, einem langjährigen Mitarbeiter von Dimitrije Popović erneuert und weitergeführt. Georgije Popović malte weitere 15 Ikonen in der Kirch. Es wird davon ausgegangen, dass Georgije Popović auch sieben Ikonen mit der Ölfarb-Technik auf Holzsockeln in der Kirche malte. Die Ikonen zeigen auf drei Ebenen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament.

Im Kirchenchor befindet sich eine weitere kleine Ikonostase die der Überführung der Reliquien des Hl. Nikolaus von Myra geweiht ist. Die Ikonen auf dieser Ikonostase wurden von einem unbekannten Maler, wahrscheinlich im 18. Jahrhundert gemalt. Die Ikonen im Chor der Kirche sind mit denen auf der Ikonostase vergleichbar.

Die Ikonen des alten Grab Christi wurden 1821 von Georgije Popović gemalt. Und die Ikonen auf dem heutigen Grab Christi, wurden vom Maler Jovan Popović 1861 gemalt. Seit 1951 sind die Ikonen als Denkmäler der orthodoxen Kultur Serbiens unter Schutz gestellt.

Quellen[Bearbeiten]

45.38044444444420.39575Koordinaten: 45° 22′ 50″ N, 20° 23′ 45″ O