Maria Rosenberg

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Ursprüngliche Wallfahrtskapelle Maria Rosenberg (im Kern romanisch)

Maria Rosenberg ist ein Wallfahrtsort in Waldfischbach-Burgalben mit einem Alten- und Pflegeheim, einem Haus der Kinder- und Jugendhilfe sowie einem Bildungshaus für Exerzitien und Seminare.

Geschichte[Bearbeiten]

Von den Anfängen im 12. Jahrhundert bis zum 18. Jahrhundert trug der Ort den Namen Rodenberg, dann Rosenberg. Die erste Kapelle wurde wohl im 12. Jahrhundert errichtet. 1430 wird der Ort als Wallfahrtsort erstmals urkundlich erwähnt.

1570 kam das Gebiet an die Grafschaft Hanau-Lichtenberg, der protestantische Landesherr untersagte die Wallfahrten. Diese begannen wieder Ende des 17. Jahrhunderts, als die Kapelle den Katholiken zurückgegeben wurde. 1822 wurde die Wallfahrt durch die Regierung verboten und das Heiligtum polizeilich geschlossen. Vordergründig wurden als Ursache Missstände im Wallfahrtswesen und Baufälligkeit der Kapelle angegeben. Bei Beerdigungen auf dem benachbarten Friedhof durfte nicht einmal die Glocke der Kapelle geläutet werden. Die Bevölkerung hielt daraufhin weiter ihre Andachten, wenn auch im Freien vor der verschlossenen Kapelle. 1844 erreichte Bischof Nikolaus von Weis, dass die Wallfahrt wieder aufgenommen werden durfte.

Im 19. Jahrhundert bildete sich um den aus dem Nachbarort Clausen stammenden Georg Helferich (in der Bevölkerung auch „Bet-Jörg“ genannt) eine Art Dritter Orden, der in der Region den Namen Bruder-Jörg-Gesellschaft trägt. Sie strebte den Bau eines Klosters auf Maria-Rosenberg an. Ihre Mitglieder wanderten zunächst nach Frankreich, dann 1873 in die USA aus, um die finanziellen Mittel für den Bau zu erarbeiten. 1902 wurde aus den Ersparnissen der Gesellschaft 180000 Mark für den Ausbau des Wallfahrtszentrums an den Bischof übergeben.[1] 1910 wurde der Grundstein für die neue große Wallfahrtskirche und einen darum gelegenen weitläufigen Gebäudekomplex gelegt, 1912 wurde die Kirche eingeweiht. [2]

Seit 1934 wird in der Wallfahrtskapelle die Ewige Anbetung praktiziert.

Architektur[Bearbeiten]

Neue Wallfahrtskirche Maria Rosenberg (1912)

Schon vor dem Bau der Kapelle bestand auf dem Rodenberg ein heidnisches Quellheiligtum. Die einschiffige Wallfahrtskapelle geht in ihrem Kern auf das 12. Jahrhundert zurück. Der ursprüngliche romanische Kapellenbau wurde durch einen Chor aus dem 13. Jahrhundert und zwei zusätzliche Langhausachsen aus dem 15. Jahrhundert erweitert. Das Türmchen auf dem Dach stammt aus dem 20. Jahrhundert. In der Kapelle steht die barocke Madonnenstatue eines unbekannten Künstlers aus dem 18. Jahrhunderts, die 1934 um einen Strahlenkranz mit goldenen Rosen ergänzt wurde.

Die neue Wallfahrtskirche, eine dreischiffige Hallenkirche und das Stifterhaus errichtete Rudolf von Perignon (Würzburg) in den Jahren 1910-1912. Der Altar wurde nach Entwürfen des Münchner Goldschmiedes Josef Seitz 1925 gefertigt. Das aus dem Jahr 1926 datierende Bild in der Apsis stammt von dem Münchner Maler Max Rauh.

Kolonnaden mit Brunnenanlage sowie ein weitläufiger Park mit historischem Baumbestand und der 1913 nachgebauten Lourdesgrotte und ein Kreuzweg aus dem Jahr 1949 schließen sich an den Komplex an.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Der größte Wallfahrtstag ist der Donnerstag nach Pfingsten.
  • Kleines Wallfahrtsfest am 14. und 15. August (Mariä Himmelfahrt).
  • Im Sommer finden die „Rosenberger Musiktage“ statt, eine Darbietung historischer sowie zeitgenössischer Kirchenmusik.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Fred Weinmann: Kapellen im Bistum Speyer. Pilger-Verlag 1975.
  2. Susanne Hansen (Hrsg.): Die deutschen Wallfahrtsorte. Augsburg, Pattloch Verlag 1991, 2. Auflage, ISBN 3-629-00005-3 S. 569 ff.

Literatur[Bearbeiten]

  • Die Anfänge der "Jörggesellschaft" in Donsieders. In: Donsieders in seiner Geschichte. Beiträge zur Geschichte von Donsieders und der Umgebung. Gemeinde (Hrsg.), Donsieders 1995, S. 547–564.
  • Rupert Wilhelm: Fromm und zielstrebig ein großes Werk geschaffen. Der Wallfahrtsort Maria Rosenberg und die "Jörggesellschaft". In: Pilger-Kalender, Jg. 79. 2000, S. 56–64. ZDB-ID 208893-9

Weblinks[Bearbeiten]

49.2747147.644392Koordinaten: 49° 16′ 29″ N, 7° 38′ 39,8″ O